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Unter der Überschrift „ChemieGeschichte(n)“ wirft das VAA Magazin einen Blick auf Meilensteine der chemisch-pharmazeutischen Wissenschaft und Praxis. Im Mittelpunkt stehen Personen, Dinge oder Ereignisse, die Geschichte gemacht haben und deren Einflüsse bis heute spürbar sind.
Wenn man so will, ist es ein kleines Jubiläum im großen Jubiläumsjahr. Vor 150 Jahren beginnt die Geschichte von Henkel. Mit zwei Partnern gründet der 28-jährige Kaufmann Fritz Henkel am 26. September 1876 in Aachen Henkel & Cie, wie der Besucher der Homepage des inzwischen in Düsseldorf ansässigen Konzerns erfährt. Das erste Produkt: „ein Universalwaschmittel auf Silikatbasis“. Um Waschmittel wird es auch 80 Jahre danach gehen. Am 3. November 1956 läuft der erste Werbespot im deutschen Fernsehen. Ausgerechnet beim BR – obwohl der Bayerische Rundfunk unter Kritikern nicht unbedingt als Innovationsmotor verschrien ist.
Warum ausgerechnet Henkel und der BR zusammenfanden? Diese Frage beantwortet die Anstalt im Süden der Republik so: „Der BR wollte auf dem Wendelstein einen Sender bauen. Das Gipfelgrundstück gehörte aber der Firma Henkel. Um es pachten zu können, versprach der BR, falls im Fernsehen Werbung eingeführt würde, den ersten Spot einem Henkel-Produkt vorzubehalten.“ Der Gipfel-Deal kam im März 1954 zustande. Nun also sollte Teil zwei folgen: die Ausstrahlung eines Werbespots.
Hier allerdings hatten die Verantwortlichen einige Hürden zu überwinden. Was der damalige BR-Fernsehdirektor Clemens Münster für eine „nette Bereicherung des Gesamtprogramms“ hielt, trieb nicht nur den Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger auf die Barrikaden. Privatwirtschaftliche Werbung sei unvereinbar mit den Aufgaben einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt, hieß es unter anderem. Münster hielt dagegen und versprach laut Darstellung auf der BR-Website, auf keinen Fall finanziellen Profit aus dem Geschäft herauszuschlagen, sondern die Überschüsse für kulturelle Zwecke und Organisationen zu spenden.
Und so nahm die Sache ihren Lauf. „Leo mit dem Zauberschweif“ – ein bajuwarischer Zeichentricklöwe in weiß-blauem Rautenhemdchen - erhob sich an Bord eines Fesselballons in die Lüfte und leitete die Premierenproduktion der Bayerische Werbefernsehen GmbH ein. Die BR-Tochter hatte für den ersten TV-Spot zwei echte Stars aus dem Freistaat vor die Kamera geholt: Liesl Karlstadt und Beppo Brem.
Im knapp einminütigen Film mit dem Titel „Mahlzeit!“ spielen die beiden ein grantelndes Ehepaar in einem feinen Restaurant. Ihm rutscht beim ungeschickten Hantieren mit Messer und Gabel ein Stück Braten auf das blütenweiße Tischtuch: „Xaver! Da schau her, was Du wieder gemacht hast! Also, Du bist doch a richtige Dreck…“, bricht es aus der erbosten Gattin heraus. „Sprich‘s nicht aus, wir sind hier nicht daheim!“, schneidet Xaver seiner Frau das Wort ab. Wenig später erscheint ein tiefenentspannter Ober: „Ich bitte Sie, das kann doch vorkommen. Dafür gibt’s doch Gott sei Dank Persil!“ Der eben noch als Trottel gescholtene Xaver belehrt breit grinsend seine Frau und die Zuschauer: „Der gebildete Mensch sagt nur: Persil! Persil – und nichts anderes!“
Die weitere Geschichte der Fernsehwerbung lehrt zweierlei. Erstens: Auch heute noch wird gern Prominenz eingekauft, um ein Produkt zu bewerben, George Clooney und Nespresso lassen grüßen. Zweitens: Auch heute noch wird dem Publikum die Kernbotschaft möglichst einprägsam ins Hirn gehämmert. Immerhin hat sich das in den Spots transportierte Familien- und Frauenbild geändert – zumindest in Teilen.
Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner der Augustausgabe:
Für diese Ausgabe ist der Einsendeschluss der 15. November 2026. Das Lösungswort bezeichnet wieder einen Begriff aus den Naturwissenschaften. Bitte Rückmeldungen per E-Mail (redaktion@remove-this.vaa.de), Fax (+49 221 160016) oder Post an die VAA-Geschäftsstelle Köln (Gregorius-Maurus-Straße 11 – 17, 50670 Köln) senden. Unter den richtigen Einsendungen werden drei VAA-Mitglieder gezogen, die jeweils einen Wunschgutschein im Wert von 25 Euro erhalten.
Zum Artikel „Für wen gilt der Akademiker-Manteltarifvertrag?“, VAA Magazin, Ausgabe April 2026
Mit Spannung und Interesse habe ich Ihr Interview zum Akademiker-Manteltarifvertrag im VAA Magazin vom April 2026 gelesen. Leider musste ich feststellen, dass zum Geltungsbereich des MTV mit keinem Wort und an keiner Stelle klargestellt wird, dass dies das „Beitrittsgebiet Ost“ nicht umfasst. Nicht nur, dass dies seit nunmehr über 30 Jahren ein anhaltendes Ärgernis für die Verbandsmitglieder in den neuen Bundesländern darstellt, es findet sich auch keinerlei Aussage dazu, was der Verband unternimmt, um den Geltungsbereich auf das gesamte Bundesgebiet auszuweiten. Selbst im Rahmen der letzten Interviewfrage, was es sonst noch Wichtiges zu erwähnen gäbe, findet sich kein Hinweis. So drängt sich der Eindruck auf, dass das Thema bewusst ausgeklammert und vom Verband nicht kommuniziert wird.
Es gehört aber nun einmal dazu, auch wenn es kein Ruhmesblatt darstellt.
Dr. Andreas Schmidt, Schwarzheide
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Themen der Ausgabe Dezember 2026
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