Vermischtes

ChemieGeschichte(n) – 18. April 1881

Am Natural History Museum in London ist nicht nur die Fassade ist beeindruckend.
Am Natural History Museum ist nicht nur die Fassade ist beeindruckend. Foto: David Liff – Wikimedia Commons

National History Museum in London eröffnet

Unter der Überschrift „ChemieGeschichte(n)“ wirft das VAA Magazin einen Blick auf Meilensteine der chemisch-pharmazeutischen Wissenschaft und Praxis. Im Mittelpunkt stehen Personen, Dinge oder Ereignisse, die Geschichte gemacht haben und deren Einflüsse bis heute spürbar sind.

Vom kleinen Kraken, den Charles Darwin 1832 von seiner ersten Expedition mitbrachte, bis zu einem unheimlich röhrenden Modell eines der größten an Land lebenden Fleischfressers aller Zeiten: Es gibt so gut wie nichts, was es nicht gibt, im Natural History Museum in London. Das Haus mit seiner Sammlung von 80 Millionen Objekten ist eine Institution in Großbritannien. Das lässt sich auch daran ablesen, dass eine andere „Institution“, der Bär Paddington, 2014 in einem Spielfilm hier Station machte. Das Museum diente nicht das erste Mal als Kinokulisse: Die Liste reicht vom oscarprämierten Thriller „Seven Days to Noon“ („Eine Stadt hält den Atem an“) von 1950 über eine Episode der beliebten TV-Reihe um Detektiv Hercule Poirot („The Veiled Lady“) bis hin zum Blockbuster „Die Mumie“ mit Hollywoodstar Tom Cruise aus dem Jahr 2017.

Die Wurzeln des Museums reichen zurück bis zum Arzt und Naturforscher Hans Sloane (1660-1753). Bereits zu Lebzeiten zog dessen Sammlung von Pflanzen, Tieren und Gestein - nebst einer Bibliothek mit rund 50.000 Büchern, Drucken und Manuskripten – die Besucher in Scharen an. In seinem Testament verfügte der Forscher, dass diese Sammlung „zusammenbleiben und nicht getrennt werden soll, und zwar vor allem in und um die Stadt London, wo ich den größten Teil meines Vermögens erworben habe und wo sie aufgrund des großen Zustroms von Menschen am meisten genutzt werden kann“. Das British Museum öffnete sechs Jahre nach Sloanes Tod in Bloomsbury; Mitte des 19. Jahrhunderts machte sich der Zoologe Richard Owen (1804-1892) dafür stark, die stetig erweiterte Sammlung in einem eigenen Bau auszulagern. Von überall her aus dem British Empire kamen neue Objekte nach London. Und dann gab es da auch noch die Knochenfunde von ausgestorbenen Reptilien, für die Owen den Begriff „Dinosauria“ prägte.

Am 18. April 1881, vor 145 Jahren also, öffnete das Natural History Museum in Kensington seine Pforten. Architekt Alfred Waterhouse hatte eine wahre „Kathedrale der Natur“ geschaffen. Gründungsdirektor Owen legte von Beginn an Wert darauf, dass der Besuch des Museums kostenfrei sei – und führte damit den Grundgedanken von Hans Sloane fort, der sich möglichst viele Besucher für die Sammlung gewünscht hatte. Dabei ist es bis heute geblieben. Gerade für Schulklassen und Familien ist das Museum ein beliebtes Ziel, gleichzeitig wird auf dem Gelände weiter geforscht. Das Darwin Centre bietet über 200 Wissenschaftlern Platz. Yoga in weiten Hallen, eine grüne Auszeit in den Gärten, Ausstellungen zu Umwelt- und Klimaschutz: Das NHM präsentiert sich auf der Höhe der Zeit und spart auch die Debatten um Gründervater Hans Sloane nicht aus, der bei einem 15-monatigen Aufenthalt auf der Karibikinsel Jamaika auch mit den Folgen der Sklaverei in Berührung kam.

Vielen der rund sechs Millionen Besucher im Jahr dient unterdessen der T-Rex als Orientierungspunkt inmitten all der Sehenswürdigkeiten in Kensington. Zum Jahresende wird die furchterregende Kreatur übrigens in einen riesigen Weihnachtspullover gezwängt. Very British!

Glückwünsche

Miträtseln und gewinnen!

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner der Februarausgabe: Dr. Kurt Kollmannsberger, Werksgruppe Wacker Burghausen, Dr. Kirsten Markgraf, Werksgruppe Celanese, und Dr. Maren Ohnesorge, Einzelmitglied Landesgruppe Niedersachsen/Bremen. Für diese Ausgabe ist der Einsendeschluss der 15. Mai 2026. Nach Ablauf der Frist wird die Lösung auf der VAA-Website eingestellt. Das Lösungswort bezeichnet wieder einen Begriff aus den Naturwissenschaften. Die Lösung des Sudokurätsels wird ebenfalls im Internet eingestellt. Bitte Rückmeldungen per E-Mail (redaktion@remove-this.vaa.de), Fax (+49 221 160016) oder Post an die VAA-Geschäftsstelle Köln (Mohrenstraße 11 – 17, 50670 Köln) senden. Unter den richtigen Einsendungen werden drei VAA-Mitglieder gezogen, die jeweils einen Wunschgutschein im Wert von 25 Euro erhalten.

Leserbriefe

Zum Artikel „Gastbeitrag von Reiner Holznagel: Warum die Kampagne um die Erbschaftsteuer nicht fair ist“, ULA Nachrichten, Ausgabe Februar 2026

Als VAA-Mitglied bin ich von Gastbeitrag von Herrn Holznagel vom „Bund der Steuerzahler“ etwas irritiert. Er spricht davon, dass sich unsere „leistungsorientierte Gesellschaft“ die von der SPD angestoßene Debatte über die Erbschaftssteuer „nicht leisten“ könne. Ich bin selbst Erbe und meiner Meinung nach sind Herrn Holznagels Argumente und Beispiele ungeeignet, seine Schlussfolgerung, die Diskussion um die Erbschaftssteuer sei „nicht fair“ zu belegen.

Für das Individuum ist die Geburt in ein finanziell gesichertes Umfeld schon ein gewaltiger Vorteil im Wettbewerb unserer Leistungsgesellschaft. Eine aus finanzieller Sicht sorgenfreie Kindheit und Jugend ist unbezahlbar für die Entwicklung und den Erfolg in Leben und Beruf. Die Statistik zeigt, dass dieser Vorsprung für das ganze Leben einzahlt und zu einer signifikanten Ungleichheit der Chancen in unserem Land führt, mehr als in anderen Ländern der OECD. Chancengleichheit ist aber eine der Grundvoraussetzungen für eine moderne liberale Leistungsgesellschaft. Erbschaft zementiert die Ungleichheit der Chancen und unterminiert so langfristig die Grundlage des Liberalismus.

Darüber hinaus verschärft aus Holznagels Sicht bereits die Diskussion um die Erbschaftssteuer den Druck und die Zielkonflikte in Familienunternehmen, und gefährdet Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Land. Auf kurze Sicht sind diese Aussagen sicher richtig, auch wenn die systematischen Probleme unseres Wirtschaftsstandorts natürlich deutlich vielfältiger sind.

Man kann jedoch auch den umgekehrten Blick auf die Lage werfen. Ein Unternehmen neu zu gründen ist mit erheblichem persönlichem Aufwand und finanziellem Risiko verbunden. Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass in Deutschland zu wenige Unternehmen gegründet werden, zu wenige Menschen das Wagnis auf sich nehmen. Ein Unternehmen zu erben ist noch keine eigene Leistung. Verglichen mit der Gründung kann man die Erbschaft von Familienunternehmen ebenfalls als einen wirtschaftlich nicht gerechtfertigten Wettbewerbsvorteil verstehen. Neueinsteiger in eine Industrie haben es deutlich schwerer, sich erfolgreich zu etablieren. Gegen die Phalanx etablierter Familienunternehmen ist es in vielen Branchen schwer, sich mit innovativen Konzepten durchzusetzen. Vielleicht ist das Teil der Erklärung, warum wir in Deutschland so wenige Gründer haben? Das schadet auf lange Sicht der Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts. Anzeichen dafür sind bereits seit einiger Zeit nicht zu übersehen. 

Ich stimme Herrn Holznagel zu, dass eines der Grundprobleme die gerechte Bewertung von Vermögen ist. Dies war nicht zuletzt der Grund, warum die Vermögenssteuer ausgesetzt wurde. An dieses Problem muss die Politik endlich heran, um Handlungsspielräume zu schaffen, über die dann die demokratischen Prozesse entscheiden müssen. Meiner Meinung nach wäre es sinnvoll, eine stärkere Besteuerung von großen Erbschaften und Vermögen zu evaluieren, um die Abgabenlast auf Arbeit und Einkommen zu reduzieren. Das würde zur Chancengleichheit und damit zur Wettbewerbsfähigkeit unseres Standorts beitragen. Wenn der Bund der Steuerzahler und andere Organisationen wie die Stiftung Familienunternehmen dies aus naheliegenden Gründen ablehnen, ist das eher ein Beleg dafür, dass die Debatte überfällig ist. 

Dr. Jochen Sieck, Darmstadt

Anmerkung der Redaktion: Die Redaktion des VAA Magazins behält sich vor, Leserbriefe in der Printausgabe des VAA Magazins aus Platzgründen zu kürzen.

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