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Unsere Branche bleibt in einer äußerst kritischen Lage. Und der Iran‑Krieg hat die geopolitische Unsicherheit weiter verschärft – er trifft eine Industrie, die ohnehin unter enormem Druck steht. Energie- und Rohstoffmärkte reagieren nervös, Frachtrouten geraten ins Wanken – zusätzliche Risiken, die laut dem Chemieverband VCI die angespannte Situation belasten: Bereits vor dem neuen Krieg sind Produktion, Preise und Umsatz im letzten Quartal 2025 weiter zurückgegangen; die Kapazitätsauslastung vieler Anlagen verharrt unter der Rentabilitätsschwelle. Der VCI spricht von einer „unterirdischen Jahresbilanz“ und warnt vor einem möglichen Strukturbruch, wenn Deutschland nicht endlich Tempo bei Reformen aufnimmt. Das ist die Realität, in der unsere Mitglieder arbeiten – und in der sie gute Führung einfordern.
Umso aufschlussreicher sind die Ergebnisse der aktuellen Standortumfrage von VAA und DECHEMA, die in der Rubrik Branche vorgestellt werden. Sie zeigen noch deutlicher, und zwar direkt aus der Perspektive der Fach- und Führungskräfte, wofür die Zahlen stehen: Fehlende Verlässlichkeit, politische Unentschlossenheit und steigender Kostendruck gefährden nicht nur Wertschöpfung und Innovation, sondern auch die Zukunft ganzer Standorte. Die Stimmen aus den Betrieben senden ein klares Signal.
Vor diesem Hintergrund ist es ein wichtiges Zeichen, dass VAA‑Vorstandsmitglied Dr. Roland Fornika im Rahmen der JustTransLEAD‑Konferenz in Málaga zum Präsidenten des Dachverbands der Europäischen Chemie-Führungskräfte FECCIA gewählt wurde. Die ULA Nachrichten berichten darüber hier im VAA Magazin. Damit vertritt Fornika die Interessen von über 100.000 Fach- und Führungskräften in Europa – ein Mandat, das gerade jetzt Gewicht hat. Gemeinsam mit unseren europäischen Partnern werden wir die Standortpolitik aktiv mitgestalten und den strategischen Blick über Deutschland hinaus schärfen.
In einer Welt, die ständig Krisen produziert, gehört Wissenschaft zu den Dingen, die wirklich Bestand haben. Deshalb sei an dieser Stelle ein Blick auf das eher ungewöhnliche Spezial empfohlen. Es widmet sich der Rolle von Naturwissenschaften in der Archäologie und zeigt, wie zeitlos Wissenschaft ist – und wie sehr sie dem oft atemlosen Nachrichtentempo widerspricht. Im Krisenstrudel mit einem ständig abnehmenden Aufmerksamkeitshorizont bietet dies eine Gelegenheit zum Innehalten – um neue Kraft für die Herausforderungen unserer Gegenwart zu tanken.