VAA

Aufsichtsrätetagung in Erfurt

Dr. Lukas Berger auf der VAA-Aufsichtsrätetagung im Herbst 2026 in Erfurt.
Dr. Lukas Berger vom European Center of Board Effectiveness hat zum Thema „The Board of the Future – Erfolgsfaktoren wirksamer und zukunftsfähiger Aufsichtsräte“ referiert.

Zukunftsaussichten für die Unternehmensmitbestimmung

Ende September 2026 haben sich die Aufsichtsräte aus dem VAA in Thüringens Landeshauptstadt Erfurt zur jährlichen Herbsttagung getroffen. Rund 30 Teilnehmende fanden sich für zwei Tage zusammen, um über die Zukunft der Unternehmensmitbestimmung in herausfordernden Zeiten zu diskutieren. Unter anderem standen die Verschwiegenheitspflichten von Arbeitnehmervertretern und die Erfolgsfaktoren zukunftsfähiger Aufsichtsräte im Fokus.

Den Beginn der Tagung machte Dr. Lukas Berger zum Thema „The Board of the Future – Erfolgsfaktoren wirksamer und zukunftsfähiger Aufsichtsräte“. Seit vielen Jahren berät und begleitet der Director des European Center of Board Effectiveness (ECBE) Aufsichtsräte und Leitungsgremien bei Fragen der Wirksamkeit, Zusammenarbeit und Weiterentwicklung ihrer Gremienarbeit sowie der Corporate Governance.

Am Samstag referierte Dr. Achim Seifert, der schon mehrfach auf VAA-Veranstaltungen als Experte aufgetreten ist, über  die „Verschwiegenheit der Arbeitnehmervertreter im mitbestimmten Aufsichtsrat.“ Seifert ist Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Deutsches und Europäisches Arbeitsrecht sowie Rechtsgleichung an der Universität des Saarlandes. Ein Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit bildet das Recht der unternehmerischen Mitbestimmung.

An beiden Tagungstagen war die Veranstaltung geprägt durch einen intensiven Austausch zwischen den Aufsichtsratsmitgliedern untereinander und mit den Referenten. In vertraulichem Rahmen ging es dabei auch um den praxisorientierten Austausch von Know-how für eine erfolgreiche Gremienarbeit.

„Als Vorsitzender der VAA-Aufsichtsratskommission freue ich mich über den intensiven, unternehmensübergreifenden Austausch in Erfurt“, sagte VAA-Vorstandsmitglied Dr. Roland Fornika. Die Referenten haben mit hoher inhaltlicher Qualität zentrale Themen wie Board of the Future und Verschwiegenheit im Aufsichtsrat fundiert beleuchtet, betonte der Vorsitzende der VAA-Kommission Aufsichtsräte. „Gerade die praxisnahen Beiträge machen die Tagung für die Aufsichtsräte besonders relevant und zukunftsweisend. Die Teilnehmenden profitieren immer wieder sehr intensiv von den konkreten Impulsen und dem direkten Erfahrungsaustausch.“

Weitere Eindrücke von der Tagung

Dr. Achim Seifert auf der VAA-Aufsichtsrätetagung im Herbst 2026 in Erfurt.
Dr. Achim Seifert. Fotos: VAA
VAA-Aufsichträtin Dr. Christine Regitz auf der VAA-Aufsichtsrätetagung im Herbst 2026 in Erfurt.
Dr. Christine Regitz
VAA-Aufsichträtin Dr. Jane Ortler auf der VAA-Aufsichtsrätetagung im Herbst 2026 in Erfurt.
Dr. Jane Ortler.

Veranstaltung der Sozialpartner im Dezember

VAA-Hauptgeschäftsführer Stephan Gilow auf der VAA-Jahreskonferenz 2025 in Essen.
Stephan Gilow ist Hauptgeschäftsführer des VAA. Foto: Silke Steinraths Photography – VAA

Sozialpartnerschaft als Branchenkompass in der Transformation

Am 2. Dezember 2026 laden der VAA und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) zur gemeinsamen Sozialpartnerveranstaltung nach Köln ein. Unter dem Leitmotiv „Führung in der Transformation“ diskutieren hochkarätige Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis über die Herausforderungen einer Arbeitswelt im Wandel. Die Veranstaltung setzt zugleich ein Zeichen für die gelebte Sozialpartnerschaft in einer Zeit tiefgreifender Umbrüche.

Nicht nur durch die aktuelle weltweite geo- und wirtschaftspolitische Situation wird deutlich, dass die Chemie- und Pharmaindustrie vor gewaltigen Herausforderungen steht. Die Krise verschärft bestehende Trends, denn Digitalisierung, Künstliche Intelligenz (KI), nachhaltige Transformation sowie ein tiefgreifender Strukturwandel verändern Geschäftsmodelle und Arbeitsprozesse. Dies beeinflusst auch die Anforderungen an Fach- und Führungskräfte. Wie Unternehmen und Führungskräfte Orientierung geben und Wandel erfolgreich gestalten können, steht im Mittelpunkt einer gemeinsamen Sozialpartnerveranstaltung von VAA und BAVC am 2. Dezember 2026 in Köln.

Im Hyatt Köln erwartet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Programm mit namhaften Referentinnen und Referenten. Impulse liefern unter anderem Prof. Peter H. Seeberger, Gründungsdirektor des Center for the Transformation of Chemistry, Dr. Jörg Habich von der Liz Mohn Stiftung, die Inhaberin des Lehrstuhls für Strategie und Organisation an der Technischen Universität München Prof. Isabelle Welpe sowie Prof. Dr. Jutta Rump, Professorin für Internationales Personalmanagement und Organisationsentwicklung an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen sowie Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE). Thematisiert werden aktuelle Führungstrends, der Einsatz von KI, Zukunftsperspektiven für die Chemie- und Pharmaindustrie und die Bedeutung sogenannter Future Skills für Fach- und Führungskräfte.

Zugleich steht die Veranstaltung für die enge Zusammenarbeit der Sozialpartner in einer Phase, die viele Branchenkenner als die schwerste Krise der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bewerten. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zeigt sich die Stärke der Sozialpartnerschaft, die auch bei unterschiedlichen Interessenlagen von gegenseitigem Respekt und einem gemeinsamen Verantwortungsbewusstsein geprägt ist. „Sozialpartnerschaft bedeutet nicht, dass es keine Konflikte gibt“, betont VAA-Hauptgeschäftsführer Stephan Gilow. „Gerade in Tarifverhandlungen vertreten wir unsere Positionen mitunter hart.“ Entscheidend sei jedoch, dass gegenseitiges Vertrauen bestehen bleibe. „Und das ist der Fall. Wir haben am Ende stets das gemeinsame Ziel im Blick, die Zukunft unserer Branche und ihrer Beschäftigten zu sichern.“

Nach Gilows Einschätzung sind konstruktive Lösungen nur möglich, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretungen auch in Zeiten großer Unsicherheit im Gespräch bleiben. „Die Herausforderungen durch Transformation, internationale Wettbewerbsverschärfung und technologische Veränderungen lassen sich nur gemeinsam bewältigen“, so der VAA-Hauptgeschäftsführer. „Über Jahrzehnte hat die Sozialpartnerschaft in der Chemie bewiesen, dass sie tragfähige Antworten auf schwierige Fragen entwickeln kann.“

Mit der Veranstaltung wollen VAA und BAVC den Dialog über die Zukunft von Führung und Arbeit in der Branche weiter fördern. Dass dieses Anliegen auf großes Interesse stößt, zeigt der aktuelle Anmeldestand: Bereits mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben ihre Teilnahme zugesagt, annähernd gleich viele aus den Reihen des VAA und des BAVC. Neben den Fachvorträgen bieten sich außerdem genügend Möglichkeiten zum Austausch und zur Vernetzung. Den Abschluss bildet eine gemeinsame Botschaft der Sozialpartner, die den Blick auf die anstehenden Aufgaben und Chancen der Branche richtet. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung zur Veranstaltung.