Wir stärken Sie für ein erfolgreiches Berufsleben, vertreten Ihre Interessen und vernetzen Sie mit unserer Community.
Zum Jubiläum findet die Veranstaltungsreihe des Netzwerks VAA connect am 8. Oktober 2026 bei Covestro in Leverkusen statt. Unter dem Motto „Stronger Through Transformations: Resilience as a Female Leadership Competency“ können sich die Teilnehmenden unter anderem auf Speakerinnen aus der Branche sowie die ehemalige deutsche Fußballnationalspielerin Almuth Schult freuen. Mit dem Format Career Spotlights wird außerdem ein besonderer Karriereweg geehrt.
Almuth Schult war zehn Jahre lang Torhüterin der Fußball-Nationalmannschaft der Frauen. Heute ist die Welttorhüterin von 2014 und Olympiasiegerin von 2016 unter anderem als TV-Expertin, Kommentatorin, Podcasterin und Kolumnistin tätig. Auf der Jubiläumsveranstaltung des Netzwerks VAA connect am 8. Oktober 2026 bei Covestro in Leverkusen ist Schult als Referentin zu Gast.
VAA Magazin: Was macht eine gute Führungspersönlichkeit aus?
Schult: Das ist natürlich thematisch sehr groß und vielschichtig. Allerdings würde ich aus meiner Sicht sagen, dass jemand in Führung eine gewisse Authentizität benötigt und somit eine Verlässlichkeit der Einordnung von Dingen anderen gegenüber. Darauf baut sehr viel auf, egal in welche Richtung es geht, weil Menschen ein Beziehungsverhältnis zueinander haben.
Welche Stärken bringen Frauen in Führungspositionen in Organisationen?
Ich habe das Gefühl, dass Frauen nachhaltiger agieren und eher das große Ganze im Blick behalten – was langfristig für Unternehmen gesünder ist. Des Weiteren wird Frauen eine höhere emotionale Kompetenz nachgesagt, weswegen die Personalführung hinsichtlich Empathie sich leichter gestalten könnte.
Wie gehen Frauen mit Rückschlägen und Niederlagen um?
Frauen zweifeln nach meiner Erfahrung stärker an sich, weswegen es wichtig ist zu lernen, Rückschläge schneller zu akzeptieren und sich selbst nicht direkt infrage zu stellen. Niederlagen sollte man nicht immer persönlich nehmen, sondern versuchen, das Positive darin zu sehen. Und das können viele und schöpfen noch mehr Motivation daraus, es besser machen zu wollen beim nächsten Mal.
In einigen Organisationen gibt es eine Kultur, die Frauen strukturelle Hürden stellt, teilweise bewusst, teilweise unbewusst: Wie gehen Frauen mit Kollegen um, die ihnen ins Wort fallen, Positionen wiederholen und als eigene ausgeben? Wie machst Du es als Fußballexpertin vor laufender Kamera mit männlichen Kollegen?
Es ist schon mal der große Punkt, ob es bewusst oder unbewusst passiert. Ich versuche in diesem Thema, die Emotionen erstmal zur Seite zu stellen und in ruhiger Art herauszufinden, warum etwas geschieht und die Person zu spiegeln. Oftmals erfolgt eine Erkenntnis und auch ein anderes Bewusstsein, manchmal natürlich auch nicht. Vieles ist bei uns Menschen Gewohnheit im Verhalten und etwas zu verändern, braucht Verständnis, Wiederholung und Zeit. Deswegen muss man mit Menschen sprechen und den richtigen Ton treffen, damit die Botschaft richtig ankommt. Aus diesem Grund sollte man es in den seltensten Fällen vor laufender Kamera klären, lieber vor oder nach der Sendung und eher in einem persönlichen Rahmen.
Trotz aller Fortschritte berichten viele Mütter – wie Du auch – noch immer von erschwerten Rückkehrmöglichkeiten in verantwortliche Positionen. Warum tun sich Organisationen nach wie vor so schwer, Familienfreundlichkeit und Führungskarrieren tatsächlich zusammenzubringen?
Da sind wir bei der gleichen Ausgangslage – die Gewohnheit. Viele Menschen wurden so erzogen und vielen wird immer noch mit auf den Weg gegeben, dass Mütter eher für Familie zuständig sind. Wir müssen neu denken und mutig sein Dinge auszuprobieren. Vor allem geht es darum, Frauen und Mütter zu ermutigen, zu fördern und ihnen beiseite zu stehen, wenn Gegenwind kommt. Beispiele sind dafür sehr wichtig, weil wir noch nicht bei Chancengleichheit in der Gesellschaft sind und dieser Prozess leider auch noch etwas Zeit benötigt – dennoch müssen wir daran arbeiten!
Seit zehn Jahren ist VAA connect zentraler Bestandteil der Verbandsarbeit. Wir haben es damals gegen viele Widerstände eingeführt – und darauf bin ich bis heute stolz. VAA connect schafft Sichtbarkeit für Frauen und ihre Leistungen und ist damit eine echte Erfolgsstory. Ich freue mich, dass ich Teil davon sein darf.
Das Ziel von VAA connect war und ist es, ein Netzwerk von und für Frauen zu schaffen. Mir ist es wichtig, dass wir diesen Raum zum Austausch für Frauen bieten. Die Anregungen durch die Inhalte der Veranstaltung und die Stimmung, die sie mitnehmen, tragen die Frauen mit in ihre Unternehmen und können sie bestenfalls nachhaltig nutzen.
Seit zehn Jahren zeigt VAA connect, was entsteht, wenn Frauen einander stärken. Netzwerke sind weit mehr als berufliche Kontakte. Diese schaffen Vertrauen, eröffnen Chancen und machen Talente sichtbar. Gesellschaft und Unternehmen werden durch Frauen verändert, die Verantwortung übernehmen und ihre Stimme erheben. VAA connect ist dafür ein starkes Beispiel: ein Netzwerk, das Mut macht, Perspektiven erweitert und Frauen über Unternehmensgrenzen hinweg miteinander verbindet.
Unsere Industriebranche blickt auf eine lange und erfolgreiche Tradition zurück und befindet sich gleichzeitig in einem spürbaren Wandel. Wir brauchen Offenheit für neue Wege in Führung und Zusammenarbeit. VAA connect schafft einen Raum, in dem Frauen voneinander lernen, Erfahrungen teilen und die Vielfalt moderner Führung erlebbar machen. Auf den Veranstaltungen begegne ich Frauen, die Mut machen und ihre Perspektiven teilen. Das empfinde ich als sehr wertvoll.
VAA connect hat in den letzten zehn Jahren gezeigt, dass Chancengleichheit kein Thema allein für Frauen ist. Wir Männer müssen Frauen speziell und Diversität im Allgemeinen fördern. Mit VAA connect gehen wir den richtigen Weg und gleichzeitig sind wir noch nicht am Ziel!
Den Start von VAA connect habe ich als Vorstandsmitglied vor zehn Jahren sehr gerne begleitet. Ich freue mich nach wie vor, dass wir das Netzwerk im VAA verwirklichen konnten und Frauen heute in unserer Branche eine starke Plattform haben. Ich bin überzeugt: VAA connect hat dazu beigetragen, Barrieren abzubauen und so Chancengleichheit voranzutreiben. VAA connect ist für unsere Branche unverzichtbar.
Als 1. Vorsitzende des VAA erfüllt mich dieses Jubiläum mit großer Freude und auch mit Stolz. Dieses Netzwerk fördert Frauen darin, ihre Expertise und Perspektive selbstbewusst einzubringen und sich miteinander zu verbinden. In der aktuellen Transformation der Chemie- und Pharmabranche brauchen wir diese Impulse. Wir brauchen moderne Führung, neue Ideen und verschiedene Perspektiven. Das können und sollten Frauen aktiv mitgestalten. Und dafür brauchen sie ein starkes Netzwerk!
Fachwissen bringt uns weit. Neue Perspektiven, inspirierende Vorbilder und ein starkes Netzwerk helfen uns, daraus neue Möglichkeiten zu machen. VAA connect verbindet genau diese Elemente.
Für mich ist VAA connect ein Ort, der mich motiviert, stärkt und zeigt, dass wir die Zukunft der Branche aktiv mitgestalten können. Mit dem im vergangenen Jahr eingeführten Career Spotlights werden besondere Karrieren hervorgehoben, die insbesondere weiblichen VAA-Mitgliedern als Vorbild dienen können.
Ich freue mich sehr, dass die Jubiläumsveranstaltung von VAA connect in diesem Jahr bei Covestro stattfindet. Diese Netzwerktreffen sind für mich ein Highlight – weil man dort echten Einblick bekommt, wie vielfältig und kraftvoll Führung sein kann. Mir liegt es am Herzen, den Rahmen für genau diese Begegnungen zu setzen – für offene Gespräche, neue Perspektiven und Momente, die bleiben. Ich bin gespannt, welche Impulse und Verbindungen dieser Tag mit sich bringt.