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Unter der Überschrift „ChemieGeschichte(n)“ wirft das VAA Magazin einen Blick auf Meilensteine der chemisch-pharmazeutischen Wissenschaft und Praxis. Im Mittelpunkt stehen Personen, Dinge oder Ereignisse, die Geschichte gemacht haben und deren Einflüsse bis heute spürbar sind.
250 – diese magische Zahl wird uns in den kommenden Wochen wohl noch öfter begegnen. In den USA feiern sie den „Geburtstag“ der Nation. Das zentrale Datum: der 4. Juli, die Unabhängigkeitserklärung der 13 Kolonien an der Ostküste Amerikas von Großbritannien. Dass die Sache gut gehen würde, war alles andere als ausgemacht, wie der Historiker Joseph J. Ellis in seinem soeben auf Deutsch erschienenen Überblick „1776 – Der Sommer der Revolution“ herausarbeitet.
Der politische Akt der Unabhängigkeitserklärung war das eine. Die militärische Auseinandersetzung mit den übermächtig erscheinenden Truppen der Briten das andere. Hinzu kam: Es gab im Laufe des höchst dramatischen Jahres 1776 höchst unterschiedliche Vorstellungen, wie das Verhältnis zum Mutterland zu regeln sei. Und was genau an die Stelle der kolonialen Herrschaft treten sollte. Ausgespart wurde außerdem die Frage der Sklaverei. Sie sollte die USA wenige Jahrzehnte später an den Rand des Abgrunds führen.
Trotzdem: Mit ihren Unterschriften unter der „Declaration of Independence“ gaben die 56 Unterzeichner die Richtung vor: hin zur endgültigen Trennung von Großbritannien. Die meisten dieser Männer waren von Haus aus meist wohlhabende Juristen, Händler oder Landbesitzer. Zur Minderheit der Naturwissenschaftler unter den „Gründervätern“ gehörten - natürlich – Benjamin Franklin, eine Schlüsselfigur jener Jahre, und sein Namensvetter Benjamin Rush. Der ausgewiesene Chemiker hatte als einziger Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung einen medizinischen Abschluss.
Rush, damals 30, sollte eine beachtliche Karriere hinlegen: als Truppenarzt der amerikanischen Kontinentalarmee, Schatzmeister der US-Münze und Universitätslehrer. Sein bereits 1770 veröffentlichter „Syllabus of a Course of Lectures on Chemistry“ („Lehrplan für eine Vorlesungsreihe zur Chemie“) gilt als erstes Chemielehrbuch in der US-Geschichte. Als unermüdlicher Arzt wurde er zum Helden im Kampf gegen eine Gelbfieberepidemie, die 1793 schätzungsweise ein Zehntel der Einwohnerschaft von Philadelphia dahinraffte.
Die 1812 publizierten „Medical Inquiries and Observations upon the Diseases of the Mind“ („Medizinische Untersuchungen und Beobachtungen zu den Erkrankungen des Geistes“) sicherten Rush schließlich sogar den Status eines „Vaters der US-amerikanischen Psychiatrie“. Manche seiner Methoden, nicht nur in der Psychiatrie, müssen aus moderner Sicht äußerst fragwürdig erscheinen. Dazu zählt zweifelsohne auch Rushs medizinisches Faible für den Aderlass. Im Frühjahr 1813 erkrankte er an Fieber und starb wenige Tage später – nicht ohne sich vorher noch zwei Aderlässen unterzogen zu haben.
Aus heutiger Perspektive immer noch anschlussfähig ist dagegen sein Einsatz gegen die Sklaverei sowie für die Armenfürsorge. Und auch wenn er sich politisch mit George Washington überwarf, scheint er doch hinter den Kulissen oft ausgleichend gewirkt zu haben. Fast schon prophetisch mutet an, was er in der frühen Phase des Kampfes um die Unabhängigkeit feststellte. Aus den 13 abtrünnigen Kolonien entstehe eine neue Nation. „Wir sind voneinander abhängig – keine völlig unabhängigen Staaten.“
Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner der Aprilausgabe: Petra Loos, Werksgruppe Sanofi Aventis, Harald Herzog, Werksgruppe Industriepark Wolfgang, und Frank Appel, Werksgruppe Merck. Für diese Ausgabe ist der Einsendeschluss der 15. Juli 2026. Nach Ablauf der Frist wird die Lösung auf der VAA-Website eingestellt. Das Lösungswort bezeichnet wieder einen Begriff aus den Naturwissenschaften. Die Lösung des Sudokurätsels wird ebenfalls im Internet eingestellt. Bitte Rückmeldungen per E-Mail (redaktion@remove-this.vaa.de), Fax (+49 221 160016) oder Post an die VAA-Geschäftsstelle Köln (Mohrenstraße 11 – 17, 50670 Köln) senden. Unter den richtigen Einsendungen werden drei VAA-Mitglieder gezogen, die jeweils einen Wunschgutschein im Wert von 25 Euro erhalten.
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Themen der Ausgabe August 2026
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