VAA

Delegiertentagung des VAA

Blick aufs Podium der Delegiertentagung 2026 in Köln während der Rede der 1. Vorsitzenden Dr. Birgit Schwab.
Foto: Silke Steinraths Photography – VAA

Zwischen Krise und Neustart: VAA bündelt Kräfte

Anfang Mai 2026 ist der VAA für seine jährliche Delegiertentagung nach Köln zurückgekehrt – und damit in die Stadt, in der auch die VAA-Geschäftsstelle ihren Sitz hat. Auf der Tagung hat der VAA-Vorstand über die Arbeit im vergangenen Verbandsjahr berichtet und die Pläne fürs laufende Jahr vorgestellt. Der Hauptgeschäftsführer des Dachverbandes ULA Michael Schweizer gab eine Bewertung der politischen Situation in Berlin ab und erläuterte die politischen Arbeit der ULA. In ihrer Ansprache an die über 160 VAA-Mitglieder machte die 1. VAA-Vorsitzende Dr. Birgit Schwab deutlich, dass der VAA gerade in Krisenzeiten noch relevanter werde. Sie betonte die verbindende Rolle, die Fach- und Führungskräfte im Unternehmen einnähmen: „Wir übersetzen die Transformation in den Alltag des Unternehmens.“

Rund 160 Delegierte aus den Werks- und Landesgruppen des VAA sind auf der Delegiertentagung am 8. und 9. Mai 2026 zusammengekommen, um über Anträge abzustimmen, die Schwerpunkte der Verbandsarbeit zu besprechen und sich untereinander auszutauschen. Der Auftaktabend begann mit einem Vortrag von Gerald Braunberger. Der Verantwortliche Herausgeber für Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sprach zum Thema „Neustart für Deutschland“. Er verdeutlichte, dass der Zug für Deutschland und Europa noch nicht abgefahren, aber dass Handlungsbedarf vonseiten der Politik und der Industrie dringend notwendig sei. An den Vortrag schlossen sich viele Wortbeiträge an. Die Diskussion hat Klaus Hofmann moderiert.

Der eigentliche Tagungstag begann mit einer Rede der 1. Vorsitzenden Dr. Birgit Schwab. Sie betonte der Rolle der Fach- und Führungskräfte – und damit auch aller im Saal Anwesenden – in der derzeitigen schwierigen Situation. Die Transformation der Industrie sei ohne den VAA vor Ort so nicht umsetzbar. Ihr Appell war, sich offensiv einzubringen und gemeinsam mitzugestalten. Zu den weiteren Tagesordnungspunkten gehörten unter anderem Berichte über die Ergebnisse der Betriebsrats- und Sprecherausschusswahlen. Außerdem haben die Delegierten einem Antrag der Werksgruppe Bayer Nordrhein zugestimmt, um sich gemeinsam mit weiteren Organisationen und Verbänden der Branche in die bildungspolitische Diskussion einer Neugestaltung zeitgemäßer wissenschaftlicher Studiengänge in Deutschland auf Bundes- und Länderebene einzubringen.

Gerald Braunberger, Verantwortlicher Herausgeber für Wirtschaft bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Wir haben drei große Herausforderung: die Weltpolitik, die Technologieentwicklung, die Demografie. Und in dieser Gemengelage müsste Politik mutig sein. Denn das größte Wachstumspotenzial für Europa ist in Europa vorhanden und wir können es schaffen, doch die Zeit wird knapp.“

Gerald Braunberger, Verantwortlicher Herausgeber für Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, bei seinem Vortrag „Neustart für Deutschland“ auf der Delegiertentagung.
Foto: Silke Steinraths Photography – VAA
VAA-Vorstandsmitglied Dr. Roland Fornika auf der VAA-Delegiertentagung 2026 in Köln.
Foto: Silke Steinraths Photography – VAA

Dr. Roland Fornika, VAA-Vorstandsmitglied und Mitglied im Aufsichtsrat bei Röhm: „Es war schön, zu sehen, mit wie viel Eifer und Elan unsere Mitglieder sich eingebracht haben. Es wurden Fragen gestellt, es wurde diskutiert und sich auch während der gesamten Tagung ausgetauscht. Unser Netzwerk lebt und funktioniert. Wir als Vorstand freuen uns jetzt auf das kommende Jahr und die anstehenden Aufgaben.“

Interview mit Dr. Monika Brink

Dr. Monika Brink als Tagungsleiterin auf der VAA-Delegiertentagung 2026 in Köln.
Dr. Monika Brink von Boehringer Ingelheim ist VAA-Vorstandsmitglied und hatte auf der VAA-Delegiertentagung 2026 in Köln die Tagungsleitung inne. Foto: Silke Steinraths Photography – VAA

„VAA community“ – ein Netzwerk für alle VAA-Mitglieder

VAA Magazin: Sie haben in der Arbeitsgruppe mitgearbeitet, in der die Einführung der neuen Netzwerkplattform „VAA community“ vorbereitet wurde. Was ist das Kernziel von VAA community?

Brink: Wir wollten einen digitalen Ort schaffen, an dem sich unsere Mitglieder treffen und austauschen können. Veranstaltungen wie die Delegiertentagung oder Jahreskonferenz sind das Kernstück für das persönliche Networking in unserem Verband. Allerdings sieht man sich dort nur zwei- oder dreimal im Jahr. Zudem wollen wir allen VAA-Mitgliedern die Möglichkeit zur Vernetzung untereinander geben – nicht nur den Teilnehmenden unserer Tagungen. Deshalb haben wir uns für die Einführung einer digitalen Plattform entschieden.

VAA community ist nun für alle Mitglieder online. Wie kommen sie miteinander in Kontakt?

Das ist ganz leicht: Sie müssen sich bei „MeinVAA“ anmelden, dort auf den VAA-community-Button gehen und sich dann einmal mit ihren MeinVAA-Daten registrieren. Und schon sind sie auf der Plattform und können sich per Chat mit den anderen Mitgliedern austauschen. Die Plattform ist sehr intuitiv aufgebaut – das war uns bei der Auswahl des Tools besonders wichtig. Auch die Nutzung von der mobilen Version ist leicht zu bedienen.

Was passiert auf VAA community?

Die VAA-Geschäftsstelle gibt regelmäßig Updates zu Verbandsinterna und vor allem findet hier das Netzwerk immer statt. Nicht nur zu den Tagungen, sondern über das ganze Jahr verteilt. Ich selbst bin beispielsweise in der Betriebsrätegruppe aktiv, in der wir uns austauschen können, wie bestimmte Dinge in anderen Unternehmen laufen. VAA community ist wie ein Social Medium – nur eben nicht von einem großen Tech-Konzern betrieben, sondern vom VAA und dem Hamburger Betreiber Just Social.

Wie ist VAA community aufgebaut?

Die beiden wichtigsten Funktionen sind die News- und die Chatfunktion. In ersterer gibt es verschiedene Kanäle, die mit Informationen gefüllt werden und die man abonnieren kann, um auf dem Laufenden zu bleiben. Die Chatfunktion dient zum Austausch mit anderen Mitgliedern, direkt zu zweit oder über Gruppen-Chats. Außerdem gibt es noch die People-App, in der alle Mitglieder, die sich für VAA community registriert haben, sichtbar sind und angeschrieben werden können. So ist der Austausch untereinander noch einfacher. Ich freue mich, dass wir mit VAA community eine weitere Möglichkeit haben, unser großartiges Netzwerk zu leben!

Weitere Eindrücke von der Tagung

Die 1. Vorsitzende des VAA Dr. Birgit Schwab mit VAA-Vorstandsmitglied Dr. Monika Brink auf dem Podium der VAA-Delegiertentagung 2026 in Köln.
Fotos: Silke Steinraths Photography – VAA

Einkommensumfrage des VAA

Symbolbild zur Einkommensentwicklung mit Münzen und Grafiken.
Foto: Phakphum Patjangkata – iStock

Zuwachs bei Fixgehältern, Erholung bei Bonuszahlungen

In der chemisch-pharmazeutischen Industrie sind die Fixgehälter der außertariflichen und leitenden Angestellten 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund 4,2 Prozent gestiegen. Erstmals seit 2023 fielen zudem die Bonuszahlungen wieder höher aus als im Vorjahr. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle VAA-Einkommensumfrage.

Die Gesamteinkommen stiegen 2025 im Durchschnitt um 6,6 Prozent. Zum Einkommenszuwachs beigetragen haben dabei neben den höheren Fixgehältern die um rund 20 Prozent höheren variablen Bezüge. Dr. Birgit Schwab, 1. Vorsitzende des VAA und betreuendes Vorstandsmitglied der VAA-Kommission Einkommen, sieht die deutliche prozentuale Steigerung der Bonuszahlungen auch als Folge der Einkommensentwicklung in den Vorjahren: „Die Bonuszahlungen sind 2023 um 17 Prozent und 2024 nochmals um 24 Prozent gesunken. 2025 haben sich die Boni erholt, weil sich die dafür maßgebliche Situation der Chemiebranche im Jahr 2024 zwischenzeitlich stabilisiert hatte.“

Besonders deutlich fiel der Anstieg der Bonuszahlungen in Unternehmen mit mehr als 10.000 Beschäftigten aus: Hier legten sie um rund 48 Prozent zu. Im Vergleich zu kleineren Unternehmen ergibt sich dadurch eine höhere Steigerung der Gesamteinkommen von insgesamt 8,7 Prozent. 2024 waren die Bonuszahlungen in den großen Unternehmen noch um 56 Prozent zurückgegangen.

„Der Anteil der variablen Bezüge ist in den großen Unternehmen erheblich höher“, erläutert der Vorsitzende der VAA-Kommission Einkommen Dr. Peter Höfert. „Dadurch schwankt die Entwicklung des Gesamteinkommens dort deutlich stärker, insgesamt liegen die Gesamteinkommen aber höher als in kleineren Unternehmen.“ 2025 waren die Einkommen in Unternehmen mit mehr als 10.000 Beschäftigten rund 13 Prozent höher als in Unternehmen mit weniger als 1.000 Beschäftigten.

An der VAA-Einkommensumfrage beteiligten sich mehr als 4.200 Personen aus zahlreichen Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Damit bietet die Gehaltsstudie des VAA einen einzigartigen Überblick über die Chemie- und Pharmabranche in Deutschland. Ein wissenschaftlich fundiertes und statistisch robustes Fundament erhält die Untersuchung durch die gemeinsame Durchführung mit der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und der RWTH Aachen.

Cover der VAA-Einkommensumfrage 2025

Die Kurzfassung der Broschüre zur Auswertung der aktuellen Einkommensumfrage steht eingeloggten VAA-Mitgliedern auf der Mitgliederplattform MeinVAA unter mein.vaa.de zum freien Download zur Verfügung.