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Bei der Untersuchung biologischer Proben eignet sich Espresso als günstige Alternative für Uranylacetat. Dies hat ein Forschungsteam am Institut für Elektronenmikroskopie und Nanoanalytik (FELMI-ZFE) der TU Graz nachgewiesen. Unter identischen Bedingungen wurden ultradünne Schnitte von Mitochondrien mit verschiedenen Kontrastmitteln behandelt und bewertet. Bilder der damit behandelten Algenproben hatten eine ebenso gute Qualität wie Aufnahmen von Vergleichsproben, bei denen das hochgiftige und radioaktive Standardkontrastmittel zum Einsatz kam. Diese Erkenntnisse haben die Forschenden im Fachmagazin Methods veröffentlicht.
Anfang Februar 2026 werden die Fragebögen für die aktuelle Runde der Einkommensumfrage versandt, die vom VAA gemeinsam mit der Gesellschaft Deutscher Chemiker jährlich durchgeführt wird. Um die statistische Aussagekraft zu steigern, bittet der VAA alle im Berufsleben stehenden Mitglieder, sich bis zum Ende März an der von der RWTH Aachen wissenschaftlich begleiteten Studie zu beteiligen. Die Ergebnisse der größten Gehaltsumfrage unter Fach- und Führungskräften in der Branche bilden auch die Basis für den VAA-Gehalts-Check.
Mitte November 2025 war Kristina Schreiber von der Kanzlei Loschelder Rechtsanwälte zu Gast auf der Sprecherausschusskonferenz des VAA. In ihrem Vortrag hat sich die Anwältin mit Künstlicher Intelligenz und den Grenzen des rechtlich Möglichen auseinandergesetzt. Kurz zuvor wurde ihr neues Buch „KI und Recht für Dummies“ veröffentlicht, das sie gemeinsam mit Marlene Schreiber geschrieben hat. Speziell für Einsteiger konzipiert, schlägt es eine Brücke zwischen Technologie und Recht. Darin werden die rechtlichen Aspekte des KI-Einsatzes verständlich erklärt, vom Datenschutz über das Urheberrecht bis zur Haftung. Denn viele haben im beruflichen Kontext bereits Hilfe von ChatGPT, Gemini oder Copilot in Anspruch genommen oder auch Grafiken mit Midjourney gestaltet. Aber längst nicht alle behalten dabei den Datenschutz, das Urheberrecht, die Vorgaben der KI-Verordnung und Haftungsfragen im Blick. Schreibers Handbuch bietet einen guten Einstieg, der fundiertes Wissen und praxisnahe Werkzeuge bietet, um KI rechtssicher anzuwenden. Es animiert zu einem bewussteren Umgang mit KI, ohne von deren Nutzung abzuschrecken. Erschienen ist das Buch im Verlag Wiley-VCH (ISBN 978-3-527-72341-6).
Einen Durchbruch bei kohlenstoffbasierten Batteriematerialien meldet die Tohoku-Universität: Dort hat ein Forschungsteam ein neues Fullerengerüst geschaffen, das die Lithiumionen stabiler und sicherer speichert als herkömmliches Graphit. Das könnte Schnellladen, höhere Reichweiten und eine längere Lebensdauer von Lithium-Ionen-Batterien möglich machen – ein Schritt nach vorn für E-Mobilität, langlebige Elektronik und Energiespeicher. Die Ergebnisse sind im Journal of the American Chemical Society veröffentlicht worden.
In den Vorständen der größten Unternehmen in Deutschland ist der Frauenanteil 2025 vielerorts kaum noch gestiegen. Im Spätherbst stagnierte der Anteil in den meisten untersuchten Unternehmensgruppen bei maximal etwa 20 Prozent, teilweise war er sogar rückläufig. In vielen Fällen war dies auf einen im Vergleich zum Vorjahr stärkeren Zuwachs männlicher Vorstandsmitglieder zurückzuführen. Eine Ausnahme bildet der Finanzsektor, in dem der Frauenanteil in den Vorständen zulegen konnte. Das zeigt das Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).
Für die Photovoltaik sind Perowskit-Silizium-Tandemsolarzellen effizienter als herkömmliche Siliziumzellen, da die obere Schicht den energiereichen blauen Lichtanteil absorbiert, während die darunterliegende Schicht den roten Bereich einfängt. Dies ermöglicht eine deutlich höhere Lichtausbeute. Ein internationales Forschungsteam der Ludwig-Maximilian-Universität München (LMU) berichtet im Fachjournal Joule von einem weiterentwickelten Ansatz: Es hat eine neuartige, sich selbst organisierende molekulare Schicht mit einem neuen Molekül entwickelt, das durch seine Struktur den Ladungstransport verbessert und eine Grundlage für eine stabile Grenzfläche sorgt. Als besonders nützlich erwiesen sich winzige Mengen bromhaltige Verunreinigungen, da sie Defekte an der Grenzfläche neutralisieren und so die Effizienz der Solarzellen steigern. Durch die gezielte Feinsteuerung auf Molekülebene erreichte das Team eine Effizienz der Zellen von 31,4 Prozent – ein Spitzenwert für industriell relevante Tandemzellen. Neben höherer Effizienz zeigten die Zellen auch eine verbesserte Stabilität.
Parodontitis ist eine weit verbreitete Krankheit und kann gravierende Auswirkungen auf die Zahngesundheit haben. Chronisch führt sie dazu, dass sich das Zahnfleisch zurückzieht und die Zähne locker werden. Gelangen die Bakterien in den Blutkreislauf, kann das auch die Entstehung von Krankheiten wie Diabetes oder Alzheimer begünstigen. Kürzlich haben Forschende der Fraunhofer-Gesellschaft eine Substanz entdeckt, die gezielt nur Erreger wie Porphyromonas gingivalis ausbremsen, ohne nützliche Mikroorganismen zu beeinträchtigen. Das Gleichgewicht der Mundflora kann so erhalten bleiben. Auf dieser Technologie basiert ein neues Produkt des Spin-offs PerioTrap, das zur Vorbeugung von Parodontitis dient und zugleich Fluorid für die Kariesprophylaxe enthält.
Wie stark deutsche Städte und Gemeinden in Deutschland künftig vom Klimawandel betroffen sind, unterscheidet sich regional erheblich. Das zeigt der neue Klimarisikoindex, den ein Forschungsteam des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) und der Ergo Versicherung für alle 400 Kreise und kreisfreien Städte entwickelt haben.
Pro Jahr produziert eine Waschmaschine in einem Vierpersonenhaushalt bis zu 500 Gramm Mikroplastik, das durch den Abrieb von Textilien entsteht und über das Abwasser direkt in den Klärschlamm der Kläranlagen gelangt. Damit zählen die Geräte zu den wichtigsten Mikoplastikquellen. Forschende der Universität Bonn haben deshalb nach Lösungen für Filter im Tierreich gesucht. Erfolgreich, wie sich zeigt: Bestimmte Fischarten schwimmen mit geöffnetem Maul durchs Wasser und fischen dabei mit ihrem Kiemenreusensystem das Plankton heraus. Im Laufe der Evolution haben Fischarten wie Sardinen und Makrelen eine Technik hervorgebracht, die der Querstromfiltration ähnelt. „Wir haben so eine Kombination von Parametern gefunden, bei der unser Filter mehr als 99 Prozent des Mikroplastiks aus dem Wasser abscheidet und dennoch nicht verstopft“, sagt Dr. Leandra Hamann vom Institut für organismische Biologie der Uni Bonn.
Aus den Werks- und Landesgruppen des VAA gibt es Neuigkeiten zu vermelden: In der VAA-Landesgruppe Nord ist Dr. Ingo Hahn zum neuen Vorsitzenden gewählt worden und löst damit den langjährigen Vorsitzenden Dr. Andreas Albrod ab, der sich bereits aus dem aktiven Erwerbsleben zurückgezogen hat. Wie Albrod gehört auch Hahn zur VAA-Community bei Beiersdorf.
Haben sich Ihre persönlichen Mitgliedsdaten verändert? Haben Sie Ihren Arbeitgeber und damit auch Ihre Werks- oder Landesgruppe gewechselt? Vergessen Sie bitte nicht, Änderungen rechtzeitig der VAA-Mitgliederverwaltung mitzuteilen.
Im Zusammenhang mit dem neuen VAA-Markenauftritt werden alle Infomaterialien zur Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements überarbeitet – zu finden auf der Mitgliederplattform MeinVAA im Bereich „Service“ unter „Publikationen“ im Menüpunkt „Verbandsarbeit“.
Seit dem 1. Januar 2026 ist Dr. Markus Kamieth, CEO der BASF SE, nun auch Vorstandsmitglied und Präsident der CEFIC. Zusätzlich hat er auch den Vorsitz des Internationalen Rates der Chemieverbände (ICCA) übernommen. Mit dem Ende der Amtszeit von Syensqo-CEO Ilham Kadri als Präsidentin der CEFIC und ICCA-Vorsitzende würdigt die CEFIC ihre Beiträge: Ihre Präsidentschaft stand für eine bedeutende Ära in der jüngsten Industriepolitik. Sie habe die Perspektiven für die Wettbewerbsfähigkeit in ganz Europa grundlegend geprägt. Kamieth wird die Führung in einer besonders komplexen und anspruchsvollen Zeit für die europäische Chemieindustrie übernehmen. Dazu erklärte der CEFIC-Generaldirektor Marco Mensink: „Die CEFIC fühlt sich geehrt, eine so geschätzte Führungspersönlichkeit der Branche in der Präsidentschaft begrüßen zu dürfen. Wir freuen uns auf eine enge Zusammenarbeit mit Markus Kamieth, seinem Team und dem CEFIC-Vorstand, während die Branche eine ihrer schwierigsten Phasen durchläuft.“
Weitere Personalia und Nachrichten aus der Chemie gibt es auf der Website des VAA-Kooperationspartners CHEManager.
Bislang war es in Netzhautorganoiden schwierig, die inneren Ganglienzellen langfristig zu erhalten: Die Zellversorgung in den dicht gepackten Organoiden ist begrenzt, wodurch Sauerstoffmangel und Zellsterben auftreten. Ein Team am Universitätsklinikum Bonn und am Institute of Molecular and Clinical Ophthalmology Basel hat nun aus menschlichen pluripotenten Stammzellen hergestellte retinale Organoide mit endothelialen Zellen kombiniert, die Blutgefäßstrukturen nachbilden. Die Gefäßzellen integrieren sich in die Organoide und bilden lumenartige Netzwerke, die Nährstoffe und Sauerstoff transportieren – eine wichtige Voraussetzung für die Erhaltung retinaler Sehnervzellen. Erschienen ist die Studie in Cell Stem Cell.
Nach zwei Jahren deutlicher Rückgänge hat der Energieverbrauch der Chemie- und Pharmaindustrie in Deutschland 2024 um rund drei Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen, berichtet der Verband der Chemischen Industrie (VCI). Insgesamt lag der energetische Verbrauch bei 635 Petajoule (176 TWh). Dabei bleibt Erdgas mit einem Anteil von 41,4 Prozent der wichtigste Energieträger, gefolgt von Strom mit 25,3 Prozent. Wärme trägt 14,6 Prozent bei, Mineralölprodukte 7,7 Prozent. Erneuerbare Energien spielen mit 1,2 Prozent bei der energetischen Nutzung immer noch eine untergeordnete Rolle. Trotz des leichten Anstiegs liegt der Verbrauch deutlich unter den Niveaus früherer Jahre, was den VCI-Expertinnen und -Experten zufolge die strukturelle Schwäche des Standorts und die anhaltend niedrige Produktion widerspiegelt. Fast acht Prozent des deutschen Energieverbrauchs entfallen auf die Chemie. Gegenüber den Jahren 2020/21 ist dies ein Rückgang von fast einem Prozentpunkt.
Vom 10. bis 13. März 2026 richtet das JungeChemieForum (JCF) der Gesellschaft Deutscher Chemiker unter dem Motto „Colourful Chemistry" sein jährliches Frühjahrssymposium aus. Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler haben hier die Möglichkeit, sich bei Vorträgen und Diskussionen über aktuelle Spitzenforschung aus unterschiedlichen Bereichen der Chemie und der angrenzenden Wissenschaften auszutauschen, sich untereinander kennenzulernen und Netzwerke aufzubauen. Auch Juristinnen und Juristen des VAA werden vor Ort sein, einen Workshop halten und ebenfalls für Rückfragen zur Verfügung stehen. Das Frühjahrssymposium wird seit 1999 ausgerichtet und ist eine der größten Konferenzen für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.
Im Magazin Nature hat ein Team aus Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern eine Studie über Gedächtnisinhalte veröffentlicht: Das menschliche Gehirn speichert Gedächtnisinhalte und den dazugehörigen Kontext nicht in denselben Zellen, sondern in zwei weitgehend getrennten Gruppen von Neuronen. Dabei kodieren sogenannte Inhaltsneuronen zum Beispiel bestimmte Objekte oder Personen, während andere Nervenzellen Kontextinformationen wie die jeweilige Aufgabe oder Situation repräsentieren. Erst im Zusammenspiel dieser getrennten neuronalen Gruppen entstehen flexible, kontextbezogene Erinnerungen. Diese Arbeitsteilung könnte erklären, warum dieselben Erlebnisse in unterschiedlichen Situationen zuverlässig in Erinnerung gerufen werden können.