Europa

Jubiläumsfeier in Brüssel

Gruppenfoto der Jubiläumsfeier zum 70-jährigen Bestehen der FECCIA Ende Juni 2026 in Brüssel.
Foto: VAA

70 Jahre FECCIA, sieben Jahrzehnte Dialog für Europa

2026 feiert die FECCIA – Fédération Européenne des Cadres de la Chimie et des Industries Annexes – ihr 70-jähriges Bestehen. Die europäische Dachorganisation der Fach- und Führungskräfte der chemischen Industrie wurde am 8. Juni 1956 in Paris gegründet.

„Die 1950er Jahre waren zu einer Zeit, als Europa noch die tiefen Wunden des Zweiten Weltkriegs trug“, sagt FECCIA-Präsident und VAA-Vorstandsmitglied Dr. Roland Fornika. „Darum war der Gründungsgedanke unserer Organisation unmissverständlich: Wir arbeiten für eine europäische Gemeinschaft, die durch Kooperation, gegenseitigen Respekt und kontinuierlichen Dialog geprägt ist. Die Werte, auf denen die Organisation gegründet wurde, sind heute so relevant wie am ersten Tag.“ 

Sieben Jahrzehnte später steht FECCIA für eine bemerkenswerte Idee: Alle Entscheidungen der Organisation werden im Konsens getroffen. Selbst der Brexit konnte die Geschlossenheit der Organisation nicht erschüttern – der britische Mitgliedsverband ist bis heute Teil der FECCIA. 

Als größter sektoraler Verband innerhalb der Europäischen Führungskräfte-Organisation CEC European Managers vertritt FECCIA die Interessen der Branche gegenüber den europäischen Institutionen wie der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament. Mit dem Europäischen Chemie-Arbeitgeberverband ECEG gibt es einen partnerschaftlichen Umgang, der den sozialen Gedanken trägt. Gemeinsam mit der Gewerkschaft industriAll Europe wurde eine Reihe richtungsweisender europäischer Projekte umgesetzt. 

Für den VAA als deutsches Mitglied der FECCIA ist das Jubiläum Anlass, sich zur gemeinsamen Stärke und Verbundenheit der Fach- und Führungskräfte der Chemie- und Pharmaindustrie in Europa zu bekennen. Denn in einer Zeit geopolitischer und wirtschaftlicher Anspannung bleibt die europäische Zusammenarbeit eine existenzielle Grundlage. „Kein europäisches Land kann die globalen Herausforderungen allein bewältigen“, betont VAA-Hauptgeschäftsführer Stephan Gilow. „Die FECCIA zeigt seit 70 Jahren, dass unterschiedliche Interessen überbrückt werden können und dass gegenseitiger Respekt die Grundlage nachhaltigen Fortschritts ist.“

Dr. Roland Fornika bei seiner Rede auf der Jubiläumsfeier zum 70-jährigen Bestehen der FECCIA Ende Juni 2026 in Brüssel.
Auf der FECCIA-Jubiläumsfeier in Brüssel hat FECCIA-Präsident Dr. Roland Fornika (rechts) die Grundwerte der Organisation hervorgehoben, die von Kooperation, gegenseitigem Respekt und kontinuierlichem Dialog geprägt sind. Foto: VAA

Toolbox und Leitfaden für die Branche vorgestellt

Kurz vor der FECCIA-Jubiläumsfeier haben die europäischen Sozialpartner der chemischen, pharmazeutischen, Gummi- und Kunststoffindustrie die Ergebnisse des von der Europäischen Kommission kofinanzierten Projekts JusTransLEAD vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen eine „Just Transition Leadership Toolbox“ sowie ein Best-Practice-Leitfaden, die Führungskräfte und Arbeitgeber dabei unterstützen sollen, den Wandel hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft wirtschaftlich tragfähig und sozial ausgewogen zu gestalten. Die Instrumente basieren auf Forschungsarbeiten, Unternehmensbeispielen aus ganz Europa sowie Erfahrungen von Führungskräften aus der Branche.

Ergänzend haben die FECCIA und die Europäischen Chemie-Arbeitgeber von der ECEG einen gemeinsamen strategischen Rahmen verabschiedet, der Unternehmen praxisnahe Hilfestellungen für die Umsetzung eines gerechten Übergangs bieten soll. FECCIA-Präsident Dr. Roland Fornika bezeichnet die Projektergebnisse als „eine einzigartige Sammlung praxisorientierter Instrumente“, die notwendige Veränderungsprozesse unterstützen und anderen Industriezweigen in Europa als Vorbild dienen könnten. Die Initiatoren sehen ihre Arbeit zugleich als Beispiel für andere Branchen in Europa. Die entwickelten Instrumente stehen frei zur Verfügung und sollen eine breite Anwendung finden, um den Übergang zur Klimaneutralität branchenübergreifend als gerechten Wandel zu gestalten.