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Mit einem großen persönlichen Einsatz schaffen es jedes Jahr engagierte VAA-Mitglieder, ihre Kolleginnen und Kollegen von den Vorteilen einer Mitgliedschaft im VAA zu überzeugen. Im aktuellen Ranking des Programms „Mitglieder werben Mitglieder“ gibt es mit Dr. Kristina Woinaroschy von der VAA‑Werksgruppe Celanese eine neue Spitzenreiterin: 2025 gewann sie 19 ordentliche Vollmitgliedschaften für den Verband. Klar ist allerdings auch: Die Mitgliedergewinnung im VAA bleibt eng mit den Realitäten in den Unternehmen der Chemie- und Pharmaindustrie verbunden. Gerade 2025 hat sich besonders deutlich gezeigt, wie stark Veränderungen, Unsicherheiten und Restrukturierungen den Bedarf an Unterstützung durch den VAA prägen.
Derzeit durchleben die Unternehmen der Chemie- und Pharmaindustrie anspruchsvolle Jahre: Standortschließungen, Kostendruck und Umstrukturierungen führen vielerorts zu großer Verunsicherung. Auch für außertarifliche und leitende Angestellte, die den größten Teil der knapp 30.000 Mitglieder im VAA ausmachen, steigen damit die Anforderungen an mehr Orientierung und arbeitsrechtliche Unterstützung. In diesem Umfeld gewinnt das VAA‑Netzwerk besondere Bedeutung: Vor Ort sind es erfahrene Mandatsträgerinnen und Mandatsträger, die Entwicklungen früh wahrnehmen, Fragen aufgreifen und den Beschäftigten helfen. Die aktuelle Rangliste zur Mitgliedergewinnung im vergangenen Jahr zeigt daher weniger einen „Wettbewerb“ als vielmehr die Wirkung dieses Engagements in einer Zeit, in der Unterstützung stark nachgefragt wird.
Mit 19 geworbenen Vollmitgliedern setzt Dr. Kristina Woinaroschy, Vorsitzende der VAA-Werksgruppe Celanese, ein deutliches Zeichen dafür, welche Rolle kompetente Werksgruppen in Umbruchphasen spielen können: „Das erfreuliche Ergebnis wäre ohne die Unterstützung der erfahrenen Kolleginnen und Kollegen des VAA – allen voran Rechtsanwalt Torsten Glinke, der mit seinen pointierten und hochaktuellen Vorträgen diese Stärken eindrucksvoll vermittelt – nicht zustande gekommen.“ Das sei ein schönes Beispiel, so Woinaroschy weiter, wie durch Zusammenarbeit zwischen dem Verband und den Mandatsträgern alle gewinnen können. VAA-Jurist Dr. Torsten Glinke koordiniert vonseiten der VAA-Geschäftsführung unter anderem die Betreuung der Werksgruppe Celanese. Insgesamt gibt es im VAA 165 Werksgruppen, die jeweils von unterschiedlichen Kolleginnen und Kollegen aus dem Juristischen Service betreut werden.
Mit neun neuen Mitgliedern folgt VAA-Vorstandsmitglied Martin Kubessa von der Werksgruppe Chemiepark Marl. Seine Arbeit als freigestellter Betriebsrat zeigt, wie wichtig persönliche Ansprechbarkeit bleibt, wenn Unternehmen Transformationsprozesse durchlaufen. „Bei uns im Chemiepark Marl zeigt sich gerade in Zeiten krisenbedingter betrieblicher Veränderungen, dass die Nachfrage nach fundierter Beratung steigt. Das zeigt sich bei uns in der Community: Wir haben letztes Jahr eine Menge neuer Mitglieder in unseren Reihen begrüßen dürfen.“ Als engagiertes und langjähriges Betriebsratsmitglied ist Kubessa dabei noch näher am Puls der Veränderungen als viele andere. „Wenn irgendetwas im Unternehmen hier am Standort passiert, dann wissen wir natürlich auch frühzeitig Bescheid und können unsere Kolleginnen und Kollegen entsprechend gut beraten.“ Gerade im Hinblick auf die zurzeit stattfindenden Betriebsratswahlen in der Branche ein wichtiges Argument für eine möglichst hohe Wahlbeteiligung.
Den dritten Rang teilen sich zwei engagierte Werberinnen und ein Werber – aus zwei verschiedenen Werksgruppen: Stefanie Auer und Erik Hinze von der Werksgruppe CSL Behring sowie Sandra Schwebke von der Werksgruppe Merck. Mit jeweils acht geworbenen Neumitgliedern stehen sie stellvertretend für die gesamte Breite aktiver Werksgruppenarbeit. Ihre Platzierungen verdeutlichen: Dort, wo Austausch regelmäßig gelebt wird und Fragen kompetent beantwortet werden, wächst auch das Vertrauen in den Verband – gerade dann, wenn Unternehmen wirtschaftlich unter Druck stehen.
„Die Ergebnisse vor Ort in den VAA-Communitys zeigen, dass erfolgreiche Mitgliederwerbung nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern dort funktioniert, wo es starke Netzwerke gibt“, betont VAA-Hauptgeschäftsführer Stephan Gilow. Sie sei eng mit dem wachsenden Bedarf an Beratung zu arbeitsrechtlichen Veränderungen, betrieblicher Mitbestimmung, beruflichen Übergängen und individuellen Perspektiven verbunden. „Und gerade deshalb haben unsere Werksgruppen in den Betrieben genau jetzt eine Schlüsselrolle inne.“
Ob bei Celanese, im Chemiepark Marl oder bei CSL Behring: In fast allen VAA-Communitys werden seit Jahren regelmäßige Austausch- und Informationsformate angeboten, um die Beschäftigten an den Standorten zu unterstützen. Stephan Gilow resümiert: „Unsere ehrenamtlich aktiven Vertreterinnen und Vertreter in den Werksgruppen geben gerade in schwierigen Unternehmensphasen Orientierung. Ihre Arbeit macht den Mehrwert des VAA konkret erfahrbar.“ Dies führe am Ende dazu, dass viele Beschäftigte sich bewusst für eine VAA-Mitgliedschaft entscheiden.
Dr. Kristina Woinaroschy, Vorsitzende der VAA-Werksgruppe Celanese: „Gerade in Krisenzeiten ist eine fundierte Beratung über individuelle Optionen und verfügbare Handlungsspielräume von zentraler Bedeutung. Genau hier zeigt sich die besondere Stärke des Verbands.“
Noch bis zum 15. April 2026 läuft die aktuelle VAA-Einkommensumfrage. Prof. Christian Grund begleitet die Durchführung und Auswertung der Umfrage seit 2008 von wissenschaftlicher Seite. Im Interview berichtet er über seine aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zum sogenannten Gender Pay Gap, die auf Basis der Umfragedaten entstanden sind, und erläutert, warum jede zurückgesandte Antwort wichtig ist.
VAA Magazin: Herr Grund, Sie erforschen seit mehreren Jahren auf Basis der VAA-Einkommensumfragedaten die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen. Zu welchen Erkenntnissen sind Sie dabei bislang gelangt?
Grund: Im Durchschnitt lassen sich zwischen weiblichen und männlichen Teilnehmenden in Vollzeit an der VAA-Umfrage Einkommensunterschiede in Höhe von 20 Prozent ausmachen. Ein Großteil dieser Unterschiede kann aber durch Unterschiede in der Person – die Männer sind im Durchschnitt beispielsweise drei Jahre älter – und in den Jobs erklärt werden. Im Gegensatz zu den Fixgehältern sind die nicht erklärten Gender Pay Gaps in den Bonuszahlungen allerdings substanziell.
Warum sind die Daten der VAA-Einkommensumfrage für diese Art der Einkommensforschung besonders gut geeignet?
Die Daten der VAA-Einkommensumfrage weisen im Vergleich zu anderen Datengrundlagen einen sehr hohen Detailgrad auf. Neben Details zu Einkommenskomponenten sucht man auch Informationen zum Studienfach, zu früheren Erwerbsunterbrechungen, zum Funktionsbereich oder zur Hierarchieebene andernorts vergebens. Dadurch sind viel genauere Aussagen möglich – in diesem Fall zur Erklärung von Gender Pay Gaps.
Die aktuelle Einkommensumfrage ist Anfang Februar gestartet und läuft noch bis Mitte April. Warum ist eine möglichst hohe Zahl von zurückgesendeten Fragebögen für die Auswertungen so wichtig?
Je mehr Personen an der Umfrage teilnehmen, desto genauer und sicherer sind die statistischen Aussagen. Das betrifft zum Beispiel auch den VAA-Gehalts-Check, den wir von der Universitätsseite erstellen und der durch den VAA im Mitgliederbereich zur Verfügung gestellt wird. Aber auch die Werksgruppenauswertungen werden erst durch einen hinreichend großen Rücklauf überhaupt erst möglich und bilden dann die Grundlage für die Interessenvertretung durch den VAA.
Sind die Daten von Mitgliedern, die zwischendurch nicht teilgenommen haben, für den Längsschnitt denn überhaupt noch nutzbar?
Es gibt statistische Verfahren, die auch bei einem nicht vollständigen Längsschnitt die Informationen nutzen können. Jede Teilnahme zählt – und auch, wenn man es in einem Jahr mal nicht geschafft hat, ist ein Wiedereinstieg immer sinnvoll. Wir sind allen VAA-Mitgliedern, die sich an der Umfrage beteiligen, sehr dankbar.