Meldungen

edes der vereinzelten Indium-Atom (goldfarben) kann die Synthese von Methanol (rechts oben) katalysieren.
Grafik: Constance Ko – ETH Zürich

Effiziente Methanolherstellung aus Kohlendioxid und Wasserstoff

Für die Chemie ist Methanol ein wichtiger Grundstoff. Forschende der ETH Zürich haben es geschafft, ihn sehr effizient aus Kohlendioxid (CO2) und Wasserstoff herzustellen. Dazu hat das Forschungsteam isolierte Metallatome als Katalysatoren genutzt. Konkret wurde Indium verwendet. Dabei wirkt jedes einzelne Indiumatom als reaktionsaktive Stelle. Der neu entdeckte Katalysator ermöglicht eine präzisere Untersuchung der Mechanismen, die auf ihm ablaufen. Im Fachjournal Nature Nanotechnology berichten die Studienautoren über die sogenannte Einzelatomarchitektur des Katalysators, bei der isolierte aktive Metallatome auf der Oberfläche eines gezielt entwickelten Trägermaterials verankert sind. „In unserer Studie zeigen wir, dass isolierte Indiumatome auf Hafniumoxid die CO2-basierte Methanolsynthese deutlich effizienter ermöglichen als Indium in Form von Nanopartikeln aus vielen Atomen“, so ETH-Professor Javier Pérez-Ramírez.

Teilzeitbeschäftigte arbeiten 13,2 Millionen Stunden

Im Vergleich zu 2024 ist die Teilzeitquote dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berfusforschung (IAB) zufolge um 0,4 Prozentpunkte gestiegen. Damit steht sie im Jahresvergleich mit 39,9 Prozent auf einem Höchststand. Auf die Arbeitszeit habe dies keinen negativen Einfluss: Mit rund 18,7 Stunden durchschnittlicher Wochenarbeitszeit arbeiten Teilzeitbeschäftigte 0,2 Stunden länger als noch 2024. Teilzeit sei bisher kein Verlustgeschäft, so das IAB. Es gebe hier aber noch viel zu gewinnen, vor allem bei einer stärkeren beruflichen Entwicklung von Frauen.

Die VAA-Juristinnen Ida Tolksdorf und Pauline Rust am VAA-Stand beim Frühjahrssymposium
Foto: VAA

VAA zu Gast beim JCF-Frühjahrssymposium

Seit 1999 veranstaltet das JungeChemieForum (JCF) der GDCh im Frühjahr ein Netzwerktreffen für junge Chemiestudierende und -promovierende: eine Veranstaltung mit Vorträgen, Workshops und vor allem Netzwerkmöglichkeiten. 2026 war das JCF Köln-Leverkusen Gastgeber des Events unter dem Motto „Colourful Chemistry" an der Universität zu Köln. Die VAA-Juristinnen Ida Tolksdorf und Pauline Rust hielten gemeinsam mit GDCh-Karriereexperten Dr. Hans-Georg Weinig einen Vortrag zum Bewerbungsprozess nach dem Studium. Außerdem haben sich viele Studierende am VAA-Stand informiert.

Umfrage zur Befindlichkeit startet im Herbst

Auch in diesem Jahr führt der VAA seine jährliche Befindlichkeitsumfrage durch, die dem Vergleich der Arbeitsbedingungen und Personalstrategien in den Unternehmen der Chemie- und Pharmabranche dient. Anders als in den Vorjahren erfolgt der Versand der Fragebögen nicht im Mai, sondern im September 2026. Die Umfrage läuft dann bis Ende Oktober, Ergebnisse werden Ende November vorliegen. Auf Basis der Antworten wird ein Ranking erstellt, das zunächst den Werksgruppenvorsitzenden der teilnehmenden Unternehmen zur Verfügung gestellt und im Anschluss durch den VAA veröffentlicht wird. Eine Auswertung gibt es in der Dezemberausgabe des VAA Magazins.

Biomimetisches Design optimiert Zink-Luft-Batterien

Die für nachhaltige Energiespeicherung als vielversprechend geltenden Zink‑Luft‑Batterien werden bisher begrenzt durch langsame Sauerstoffreaktionen und ineffizienten Massentransport an Luftelektroden eingesetzt. Ein Team der Jiangsu University of Science and Technology hat eine bewusst asymmetrische Luftelektrode entwickelt: Fischschuppenartig angeordnete Graphen‑Nanoblätter erleichtern den schnellen Ionenfluss, während kohlenstoffbasierte Nanoröhren wie bei Wasserspinnenbeinen eine hydrophobe, luftzugewandte Zottenstruktur bilden, die den schnellen Sauerstoffeintritt ermöglicht.

Links zu sehen eine Wasserspinne, rechts ein Wisch. In der Mitte eine Luftblase.
Quelle: ScienceDirect

Ehrenamt ist Ehrensache – Auftakt zur Veranstaltungsreihe

Wer sich ehrenamtlich engagiert, setzt sich für andere Menschen ein und gestaltet die Gesellschaft mit. Gerade VAA-Mitglieder kennen die Bedeutung des Ehrenamts. Um andere durch Best-Practice-Beispiele dazu zu animieren, selbst ehrenamtlich tätig zu werden, hat die VAA-Kommission 60plus eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Ehrenamt – eine Ehrensache im VAA“ ins Leben gerufen. Darin werden VAA-Mitglieder in einem offenen Gesprächsformat über ihre ehrenamtlichen Aktivitäten sprechen und ihre Erfahrungen teilen. Zum Auftakt des einstündigen Formats am 20. April 2026 um 11:30 Uhr geht es ums Thema Schule. Dr. Barbara Heide wird über ihre Unterrichtserfahrungen an Schulen berichten. Unterstützt wird sie im Interview vom ehemaligen VAA-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Sauer, der ehrenamtlich Schülerinnen und Schüler betreut. VAA-Mitglieder ab 50 Jahren sind eingeladen, an der digitalen Veranstaltung teilzunehmen. Die Anmeldung erfolgt über die VAA-Geschäftsstelle per E-Mail an veranstaltungen@remove-this.vaa.de. Nach der Anmeldung zur Veranstaltung wird der Teilnahmelink übermittelt.

Forscher haben ein mikrofluidisches System zur Untersuchung von sinkendem Meeresschnee entwickelt, das hier auf einem Mikroskop abgebildet ist.
Foto: Yuval Jacobi – MIT

Wie „Meeresschnee“ als Kohlenstoffsenke wirkt

In Teilen der Tiefsee sieht es aus, als würde es schneien. Dieser „Meeresschnee“ besteht aus Staub und Ablagerungen, die Organismen beim Absterben und bei der Zersetzung abgeben. Forschende am Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben herausgefunden, dass beim Herabfallen dieses Gemischs winzige „Trittbrettfahrer“ die Tiefe begrenzen können, bis zu der die Partikel sinken, bevor sie sich auflösen. Dabei handelt es sich um Bakterien, die Calciumcarbonat abbauen können und den Partikeln beim Sinken helfen. Die Ergebnisse sind im Fachjournal PNAS veröffentlicht worden. Sie könnten erklären, wie Calciumcarbonat in den flachen Schichten des Ozeans aufgelöst wird und wie schnell der Ozean Kohlenstoff aus der Atmosphäre binden kann.

IW: Beschäftigte zufriedener mit Vertrauensarbeitszeit

Beschäftigte mit Vertrauensarbeitszeiten weisen eine deutlich größere Zufriedenheit mit den eigenen Arbeitszeiten sowie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf als Beschäftigte mit anderen Arbeitszeitregimes. Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer empirischen Analyse auf Basis der regelmäßigen Arbeitszeiterhebung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin herausgefunden. Das hohe Maß an eigenverantwortlicher Arbeitszeitgestaltung in Vertrauensarbeitszeitmodellen wirke sich auch positiv auf die Selbstwirksamkeitserfahrung aus. Beschäftigte mit Vertrauensarbeitszeiten haben demnach häufiger das Gefühl, gut mit ihren Arbeitsbelastungen umgehen zu können, und zeigen seltener Symptome einer chronischen Erschöpfung. Eine faktische Abschaffung von Vertrauensarbeitszeiten würde in Deutschland aus Sicht des IW bestehende Gestaltungsspielräume vieler Beschäftigten einschränken, bei denen keine gesundheitlichen oder arbeitsschutzrelevanten Risiken bestehen.

Probenröhrchen mit lichtaktiver Substanz.
Foto: Elvira Eberhardt – Uni Ulm

Copolymer ermöglicht zeitlich flexible Energienutzung

Gemeinsam haben Forschende aus Ulm und Jena ein Material entwicklet, das Energie aus Sonnenlicht speichern und Tage später in Wasserstoff umwandeln kann. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Fachfournal Nature Communications. „Man kann sich das vorstellen wie eine Kombination aus Solarzelle und Batterie auf molekularer Ebene“, erklärt Prof. Sven Rau, der an der Universität Ulm das Institut für Anorganische Chemie I leitet. Zur Energiespeicherung wird ein Copolymer eingesetzt. Das entwickelte System erreicht eine Ladeeffizienz von über 80 Prozent und hält diesen Zustand mehere Tage lang. Durch die Zugabe einer Säure und eines Wasserstoffentwicklungskatalysators werden die im Polymer gespeicherten Elektronen mit Protonen kombiniert – so entsteht Wasserstoff auf „Knopfdruck“. Durch das Neutralisieren der Lösung kann das System erneut belichtet und aufgeladen werden.

Neues aus den Communitys

Ende Februar 2026 hat erneut eine Onlinetagung für Mandatsträgerinnen und Mandatsträger im VAA stattgefunden. Insgesamt haben sich über 80 Kommissions-, Werks- und Landesgruppenvorsitzende sowie Betriebsrats- und Sprecherausschussmitglieder zugeschaltet, um sich über aktuelle Entwicklungen und die laufenden Kampagnen zu den Betriebsrats- und Sprechausschusswahlen auszutauschen.

  • Gibt es Änderungen bei Ihren Daten?

    Haben sich Ihre persönlichen Mitgliedsdaten verändert? Haben Sie Ihren Arbeitgeber und damit auch Ihre Werks- oder Landesgruppe gewechselt? Vergessen Sie bitte nicht, Änderungen rechtzeitig der VAA-Mitgliederverwaltung mitzuteilen.

    E-Mail an die Verwaltung
  • Infomaterialien auf MeinVAA

    Im Zusammenhang mit dem neuen VAA-Markenauftritt werden alle Infomaterialien zur Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements überarbeitet – zu finden auf der Mitgliederplattform MeinVAA im Bereich „Service“ unter „Publikationen“ im Menüpunkt „Verbandsarbeit“.

    Infomaterialien auf MeinVAA
Logo der Zeitschrift CHEManager Belén Garijo wechselt von Merck zu Sanofi und wird ab Ende April 2026 Vorstandsvorsitzende..
Foto: Merck

Personalia aus der Chemie: Belén Garijo wechselt von Merck zu Sanofi und wird neue CEO

Im Anschluss an eine Sitzung des Verwaltungsrats am Mitte Februar 2026 hat Sanofi Änderungen in der Unternehmensführung angekündigt. So wurde das Verwaltungsratsmandat von Paul Hudson, dessen Amtszeit als Chief Executive Officer am 17. Februar 2026 endete, nicht verlängert. Gleichzeitig hat der Verwaltungsrat Belén Garijo zur nächsten CEO des Unternehmens ernannt. Sie wird nach der Jahreshauptversammlung von Sanofi am 29. April 2026 in ihr Amt eingeführt, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre. Während der Übergangszeit wird Olivier Charmeil, Executive Vice President von General Medicines und Mitglied des Executive Committees seit 2011, als Interim-CEO fungieren. Das Ausscheiden von Garijo bei Merck wurde bereits im September 2025 angekündigt. Belén Garijo kam 2011 zu Merck und wurde 2021 Vorsitzende der Geschäftsleitung – als erste Frau an der Spitze eines DAX-40-Unternehmens in Deutschland. Sie arbeitete zuvor bereits 15 Jahre lang bei den Vorgängerunternehmen von Sanofi.

Weitere Personalia und Nachrichten aus der Chemie gibt es auf der Website des VAA-Kooperationspartners CHEManager.

Spezialfolie für Entwicklung von Arzneimitteln

Eine Folie, mit der sich der Sauerstoffverbrauch in 3-D-Zellkulturen messen lässt, haben Forschende des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entwickelt. Die Methode, im Fachjournal Organoids veröffentlicht, könnte Wirkstofftests verlässlicher machen, die Entwicklung von Medikamenten beschleunigen und Tierversuche ersetzen. „Mit unserer Sensorfolie können wir den Sauerstoffgehalt an jedem Punkt in der direkten Mikroumgebung der Zellen optisch bestimmen“, erklärt Prof. Eric Gottwald. Aufgrund der präzisen Messungen könnten der Sauerstoffgehalt gezielt eingestellt werden, sodass die Stoffwechselprozesse in der Kultur einem echten Gewebe deutlich näherkämen.

Spezialfolie auf orangenem Hintergrund
Foto: Eric Gottwald – KIT

ZEW: Ausgaben in Bildung und Gesundheit lohnen sich

Ökonomisch zahlen sich höhere Ausgaben für Bildung und Gesundheit aus – im Schnitt mit rund zehn Prozent jährlicher Produktivitätsrendite. Das zeigt eine internationale Studie des World Inequality Labs, an der auch das ZEW Mannheim beteiligt war. Dafür ausgewertete globale Langzeitdaten in der Jahresspanne von 1800 bis 2025 verdeutlichen, dass der Effekt bei öffentlicher Bildung und in ärmeren Ländern besonders groß ist. Zugleich verharren die Unterschiede auf extrem hohem Niveau. So betragen 2025 die Ausgaben für ein Schulkind in Subsahara-Afrika kaufkraftbereinigt nur rund drei Prozent der öffentlichen Bildungsausgaben für ein Schulkind in Europa oder Nordamerika. „Investitionen in Bildung und Gesundheit sind Wachstumspolitik“, betont Co-Autor der Studie Li Yang vom ZEW. Das gelte insbesondere dort, wo das Ausgangsniveau niedrig ist. „Wenn Länder ihre Bildungs- und Gesundheitsausgaben verlässlich erhöhen, beschleunigt sich das Produktivitätswachstum messbar. Für öffentliche Bildung liegen die Renditen teils bei 15 bis 20 Prozent.“

mpulsraum-Abbildungen der kreisförmigen Bewegung eines Molekülorbitals und der elektronischen Bandstruktur des 2D-Quantenmaterials. Der lichtinduzierte Ladungsfluss zwischen Substrat und Molekülen verändert die Potenzialenergie an der Grenzfläche und treibt die kollektive Molekülrotation an. Die Pfeile zeigen die korrelierte Gegenrotation benachbarter Moleküle innerhalb der dicht gepackten Molekülschicht. Unten: Zeitaufgelöste Röntgen-Photoemission zeigt den Ladungstransfer und die vorübergehende Aufladung von etwa 45% der Moleküle nach optischer Anregung. Die Messungen wurden mittels ultraschneller Impulsmikroskopie am DESY-Freie-Elektronen-Laser FLASH durchgeführt.
Foto: DESY

Ultrakurzlichtpulse bringen Moleküle kollektiv zum Rotieren

Fügt man Molekülen, die auf einer Materialoberfläche sitzen, Energie zu, zum Beispiel in Form von Licht, können sie sich bewegen. Eine Studie, veröffentlicht von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Deutschland, Japan und Indien vom Deutschen Elektronen-Synchroton (DESY) sowie von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der Universität Hamburg in Nature Communications, zeigte kürzlich: Diese Moleküle können kollektiv in Rotation versetzt werden. Das Ziel des Experiments war, herauszufinden, wie sich Licht konkret nutzen lässt, um alle Moleküle aktiv zu einer gemeinsamen Bewegung zu bringen. Langfristig werden die Ergebnisse für Bereiche wie molekulare Schalter, chirale Materialien und energiebetriebene funktionale Oberflächen relevant sein.

Thermogenetik: Steuerung von Proteinen durch Wärme

Mithilfe wärmesensitiver Schalter ist es möglich, die Aktivität von Proteinen gezielt durch geringe Temperaturänderungen zu steuern. Eine neuartige modulare Designstrategie, erlaubt es, Sensordomänen unabhängig von Funktion oder räumlicher Struktur in unterschiedliche Proteine zu integrieren. Die temperaturabhängige Kontrolle von Proteinen galt bislang als technisch schwierig und stark limitiert. Der Ansatz eines Teams der Universität Heidelberg, veröffentlicht im Fachmagazin Nature Chemical Biology, zeigt neue Möglichkeiten: In natürliche Proteine werden gezielt optimierte Varianten einer pflanzlichen Sensordomäne gesetzt, um sogenannte allosterische Thermoschalter zu entwickeln. Diese reagieren hochpräzise auf kleinste Änderungen der Temperatur innerhalb des physiologischen Temperaturfensters menschlicher Zellen. „Ziel unserer Arbeiten war es, Temperatur als vielseitigen Stimulus zur Proteinkontrolle nutzbar zu machen“, erläutert Ann-Sophie Kröll, die als Doktorandin im Team forscht.