Europäische Sozialpartner präsentieren Leitlinien für gerechten Wandel

Ende Mai 2026 haben die europäischen Sozialpartner der chemisch-pharmazeutischen Industrie zentrale Ergebnisse ihres gemeinsamen Projekts JusTransLEAD präsentiert. Die „Just Transition Leadership Toolbox“ sowie ein Best-Practice-Leitfaden sollen Unternehmen dabei unterstützen, den Übergang zur Klimaneutralität wirtschaftlich tragfähig und sozial ausgewogen zu gestalten. Unverzichtbarer Teil der Europäischen Sozialpartnerschaft ist auch der Europäische Führungskräfteverband Chemie FECCIA, der die Interessen des VAA in Europa vertritt.

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Auf der JustTransLEAD-Konferenz Anfang März 2026 in Malaga ist VAA-Vorstandsmitglied Dr. Roland Fornika zum FECCIA-Präsidenten gewählt worden. Foto FECCIA

Für FECCIA-Präsident und VAA-Vorstandsmitglied Dr. Roland Fornika zählt die Transformation hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft zu den zentralen Herausforderungen für alle Industriebranchen in Europa. Um diesen Wandel erfolgreich zu gestalten, helfen die konkreten Ergebnisse des Projekts JusTransLEAD. „Der Chemiesektor hat Projektergebnisse hervorgebracht, die eine einzigartige Sammlung praxisorientierter Instrumente darstellen.“ Diese unterstützen Führungskräfte und Arbeitgeber dabei, die Entwicklung und Umsetzung von Strategien für einen gerechten Übergang in ihren Organisationen zu führen. Sie böten hervorragende Beispiele, so Fornika weiter, die notwendigen Veränderungsprozesse zu inspirieren und zu unterstützen, um sicherzustellen, dass der ökologische Wandel zugleich ein gerechter Wandel ist. „Wir hoffen, dass unser Erfolg anderen Industrien in Europa als Vorbild dienen wird.“  

Das von der Europäischen Kommission kofinanzierte Projekt JusTransLEAD wurde von Mai 2024 bis April 2026 von den Partnern FECCIA, ECEG, Lederne und Ledarna umgesetzt. Ziel war es, praxisnahe Ansätze zu entwickeln, die Führungskräfte in Unternehmen dabei unterstützen, die anstehenden Veränderungen strategisch und sozial verantwortlich zu gestalten. Für die Sozialpartner der chemischen, pharmazeutischen, Gummi- und Kunststoffindustrie steht dabei im Vordergrund, dass der Transformationsprozess als ein gerechter Übergang ausgestaltet wird, bei dem Beschäftigte nicht benachteiligt werden.

Praktische Werkzeuge für Führungskräfte


Im Zentrum der Projektergebnisse steht die „Just Transition Leadership Toolbox“. Sie bündelt eine Vielzahl konkreter Instrumente, mit denen Führungskräfte die Entwicklung und Umsetzung entsprechender Strategien in ihren Organisationen steuern können. Die Toolbox basiert auf umfassender Analysearbeit, darunter Studien und Befragungen sowie Praxisbeispiele aus Unternehmen in ganz Europa. Ergänzt wird sie durch Erfahrungen und Beiträge von Führungskräften, die im Verlauf des Projekts eingebracht wurden.

Begleitend dazu identifiziert der Best-Practice-Leitfaden zentrale Handlungsfelder für das Management. Er beschreibt, welche Kompetenzen, etwa im Change Management oder im Bereich Nachhaltigkeit, erforderlich sind, um Transformationsprozesse erfolgreich zu steuern, und stellt konkrete Maßnahmen aus der Unternehmenspraxis vor. „Mit Toolbox und Leitfaden liegt erstmals eine auf EU-Ebene gemeinsam entwickelte Orientierungshilfe der Sozialpartner vor, wie sich der ökologische Wandel zugleich wirtschaftlich und sozial nachhaltig gestalten lässt“, betont FECCIA-Präsident Fornika.

Gemeinsamer strategischer Rahmen stärkt Umsetzung


Flankiert werden die Ergebnisse durch einen gemeinsamen strategischen Rahmen von FECCIA und den Europäischen Chemie-Arbeitgebern ECEG, der im April 2026 in Brüssel unterzeichnet wurde. Dieser unterstreicht das freiwillige Engagement der Sozialpartner, den Wandel verantwortungsvoll und wettbewerbsfähig zu gestalten.

Der Ansatz setzt auf praxistaugliche Unterstützung ohne zusätzliche bürokratische Belastungen. Die Instrumente sollen Unternehmen aller Größen – insbesondere auch kleine und mittlere Betriebe – in die Lage versetzen, Transformationsprozesse effizient umzusetzen und ihre Resilienz zu stärken.

Die Initiatoren sehen ihre Arbeit zugleich als Beispiel für andere Branchen in Europa. Die entwickelten Instrumente stehen frei zur Verfügung und sollen eine breite Anwendung finden, um den Übergang zur Klimaneutralität branchenübergreifend als gerechten Wandel zu gestalten. „Damit setzen wir Impulse für die gesamte Industrie“, resümiert Roland Fornika.