Erwerb von Sozialkapital bei einer Partie Schafkopf

Dagegen beklagen die Amerikaner, dass der in ihrer Gesellschaft stets gepriesene Individualismus inzwischen kaum mehr Gemeinschaftserlebnisse in Clubs und Vereinen zulässt. Der soziale Kitt werde rissig. Die Leute kämen immer öfter allein zum Bowlen.

Die Deutschen gelten als ein Volk von Vereinsmeiern. Traditionell leben Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in gepflegter Distanz zueinander – also verhält es sich mit dem sozialen Kapital etwas anders. Ein Sinnbild mag das bei Politik und Wirtschaft beliebte Skat sein. Denn beim Skat gehen das Erlebnis angelsächsischer Verbrüderung beim Kugelrollen und Kegelkippen und die gallische Freude am distinkt-elitären Wetzen des Intellekts eine glückliche Melange ein. Drei reizen, zwei kooperieren gegen einen und das Reih um, sodass zum guten Schluss jeder mit jedem kann. Genauso war es lange Zeit in der Parteienlandschaft, als nur drei um die Gunst der Wähler buhlten.

Im neuen Fünf-Parteiensystem zeigt sich aber, dass sich jenes Drittel der Wählerschaft, das von seinen sozialstrukturellen Daten am meisten soziales Kapitel einzubringen hat, vorwiegend auf zwei kleine Parteien verteilt. Im Wählerklientel der Grünen sind laut Infratest Dimap 11 Prozent Leitende Angestellte oder Beamte, bei den Liberalen 10 Prozent. 72 Prozent der Grünwähler haben Abitur oder Fachhochschulreife, nicht anders als bei der FDP, und 38 Prozent der Wähler beider Parteien verfügen über ein Haushaltseinkommen von mehr als 3000 Euro im Monat.

Es ist deshalb kaum zu viel von den Wahlkämpfern verlangt, dass die, von deren Klientel am ehesten Vertrauen und Aufgeschlossenheit erwartet werden kann, im Falle eines Koalitionsfalles auch einmal über ihren Schatten springen. Vielleicht hilft dabei ja eine Partie Schafkopf.

Gerhard Kronisch, Hauptgeschäftsführer des VAA

Gerhard Kronisch

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