Sozial- und Studiensituation von Studenten und Doktoranden

Sozial- und Studiensituation von Studenten und Doktoranden

Alle fünf Jahre führt der VAA eine Umfrage zur Sozial- und Studiensituation seiner studentischen Mitglieder durch. Aufgrund der hohen Beteiligung ist die VAA-Studentenumfrage äußerst aussagekräftig. Sie liefert präzise Aussagen insbesondere in den chemisch-technischen Fachrichtungen. Ende 2014 hat der VAA seine studentischen Mitglieder zum zweiten Mal zu Themen wie Studienbedingungen, Auslandsaufenthalten und Motivation für die Wahl der Fächer befragt. Die Umfrageergebnisse zeigen: Viele Studenten haben sich aus Wissensdurst und fachlichem Interesse für ein Chemiestudium entschieden – und wollen es mit einer Promotion beenden.

Breite Datenbasis

Für die allgemeinen Studienbedingungen an ihren Hochschulen vergaben die mehr als 800 VAA-Studenten im Durchschnitt die Schulnote 2,5. Bei der ersten VAA-Studentenumfrage im Jahr 2009 lag dieser Wert noch bei 2,8. Auch das Ansehen ihrer Hochschulen (Durchschnittsnote: 2,4), die Qualität der Lehre (Durchschnittsnote: 2,5) und die Qualität der Forschung (Durchschnittsnote: 2,2) beurteilen die Umfrageteilnehmer mehrheitlich mit guten Noten.

Mehr Geld für Forschung und Lehre nötig

Im Hinblick auf die persönliche Studiensituation kommen vor allem das Bibliotheksangebot (2,2), aber auch das Engagement der Dozenten (2,4) und die Ausstattung in den Fachbereichen (2,4) relativ gut weg. Etwas weniger positiv bewerten die VAA-Studenten das Angebot an Vorlesungen und Praktika (2,6) sowie die Angebote zur Studienberatung (2,6). Die Umfrage zeigt auch, dass sich viele Studenten und Doktoranden trotz der insgesamt relativ guten Noten für die Studienbedingungen mehr Geld für Forschung und Lehre sowie für die Ausstattung der Labore wünschen. Auch eine weniger starke Verschulung der Studienpläne steht auf der Liste der Änderungswünsche weit oben.

Chemie dominiert, Wissensdurst sticht

Die Teilnehmer der Umfrage studieren zum allergrößten Teil Chemie (79 Prozent) oder eng verwandte Fächer wie Lebensmittelchemie (6 Prozent) oder Biochemie (2 Prozent). Ein kleiner Anteil strebt zudem einen Abschluss in Ingenieurwesen beziehungsweise Chemieingenieurwesen an (3 Prozent). Der Rest verteilt sich auf andere Fächer. Bei der Wahl ihres Studienfaches hat für viele Umfrageteilnehmer vor allem die Erwartung interessanter Aufgabenstellungen eine Rolle gespielt (76 Prozent), die Hoffnung auf einen sicheren Arbeitsplatz spielt dagegen nur eine untergeordnete Rolle (35 Prozent). An Bedeutung verloren haben im Vergleich zur letzten Umfrage die Karrierechancen und die Gehaltsperspektiven als Gründe für die Fächerwahl: Sie sind jeweils nur etwas mehr als der Hälfte der Befragten wichtig – vor fünf Jahren waren es noch jeweils gut zwei Drittel.

Promotion bleibt klarer Favorit              

Während die erste VAA-Studentenumfrage im Jahr 2009 noch in die Umsetzungsphase des europäischen Bologna-Prozesses zur flächendeckenenden Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen fiel, ist diese tiefgreifende Reform der deutschen Hochschullandschaft inzwischen weitestgehend abgeschlossen. Mit 84 Prozent bleibt die Promotion allerdings der eindeutige Favorit unter den angestrebten Abschlüssen, gefolgt von Master (9 Prozent) und Staatsexamen (3 Prozent). Mit einem Bachelor- oder Diplomabschluss wollen nur jeweils 2 Prozent der Befragten ins Berufsleben starten.

Auslandsaufenthalt: English, please!

Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer (43 Prozent) plant einen langfristigen Auslandsaufenthalt während des Studiums ein oder hat ihn bereits absolviert. Besonders hoch im Kurs steht dabei der englische Sprachraum: Als Ziele wurden die USA, Großbritannien und Kanada am häufigsten genannt, gefolgt von Schweden, Spanien und Australien. Ein gutes Drittel (37 Prozent) der Befragten verbringt die Zeit jenseits der Heimat als Fachsemester, je ein weiteres Viertel nutzt sie für ein Praktikum oder für andere Aufgaben wie die Erstellung einer Abschlussarbeit oder einer Promotion. 

Auf eigenen Beinen

Die Ergebnisse der zweiten VAA-Studentenumfrage zeigen, dass viele Nachwuchswissenschaftler im VAA bereits weitestgehend auf eigenen Beinen stehen: Der Anteil des Studiums, der mit Unterstützung von Eltern oder anderen Verwandten finanziert wird, beträgt im Durchschnitt nur ein Drittel. Einen erheblichen Teil der Finanzierung bestreiten die Befragten dementsprechend aus eigenem Vermögen (13 Prozent) oder einer Nebentätigkeit (26 Prozent). Deren Umfang fällt mit 13 Stunden pro Woche im Durchschnitt zwei Stunden höher aus als 2009. Stipendien tragen mit insgesamt 16 Prozent zur Studienfinanzierung der VAA-Studenten bei, auf BAFöG-Leistungen entfallen 9 und auf Studienkredite 2 Prozent.