Arbeitsrecht A von Z

FAQ – Fragen und Antworten zu 50 Themen.

Wie funktioniert das System der Mitbestimmung in Deutschland?

Zum ausgereiften System der Mitbestimmung in Deutschland gehören die Betriebliche Mitbestimmung und die Unternehmensmitbestimmung. Auf diese Weise nehmen Arbeitnehmer auf verschiedenen Ebenen Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen. Neben verantwortungsvoller Tarifpolitik ist die gesetzliche Mitbestimmung ein Schlüssel zum Erfolg der deutschen Wirtschaft.

Gemäß Mitbestimmungsrecht nimmt der Betriebsrat Einfluss auf Entgelt und Vergütung von AT-Angestellten. Denn auch im außertariflichen Bereich müssen Arbeitgeber und Betriebsrat Gehaltsgruppen bilden und ihre Wertigkeit zueinander festlegen.

Die Unternehmensmitbestimmung zielt auf die Beteiligung der Arbeitnehmer an zentralen unternehmerischen Planungs-, Leitungs- und Organisationsentscheidungen ab. Sie wird durch die Beteiligung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat des mitbestimmten Unternehmens ausgeübt.

Die Unternehmensmitbestimmung kennt drei Formen: Neben der nur noch in wenigen Unternehmen praktizierten Montanmitbestimmung regelt das Mitbestimmungsgesetz von 1976 die Mitbestimmung für Unternehmen, die regelmäßig mehr als 2.000 Arbeitnehmer beschäftigen. Auf Unternehmen mit 501 bis 2.000 Arbeitnehmer findet außerdem das Drittelbeteiligungsgesetz Anwendung. Aufgrund der Zunahme transnationaler Unternehmensstrukturen findet neben der gesetzlichen Mitbestimmung zusätzlich die verhandelte Form der Mitbestimmung in einer Europäischen Gesellschaft (SE) Anwendung.

In Unternehmen, deren Mitbestimmung nach dem Mitbestimmungsgesetz von 1976 geregelt ist, haben leitende Angestellte einen garantierten Sitz im Aufsichtsrat. Darüber hinaus bewerben sich VAA-Mitglieder um Arbeitnehmersitze und Gewerkschaftssitze im Aufsichtsrat.