VAA-Juristin gibt Tipps im JCF-Podcast

Was sind die Rechte und Pflichten von Beschäftigten gegenüber ihren Unternehmen? Nicht nur beim Berufseinstieg sind sich Akademikerinnen und Akademiker oft unsicher, was von ihnen verlangt werden darf. Dazu hat VAA-Juristin Pauline Rust im Podcast des JungChemikerForums (JCF) der Gesellschaft Deutscher Chemiker „Alles Chlor!“ nützliche Tipps gegeben. In der am 1. Mai 2023 veröffentlichten Folge „FORSCHtellungsgespräche“ aus der Reihe „MINTerview“ gibt es zahlreiche Informationen über das Arbeitsrecht im Allgemeinen, aber auch in Bezug auf Chemie und Laborarbeit. Dabei gehen die Moderatorinnen Charlotte Gerischer und Melina Dilanas gemeinsam mit Rust unter anderem auf Themen wie Elternschaft und Bewerbung sowie Kündigung und Behinderung ein.

Evaluation klimapolitischer Instrumente für Grundstoffchemie

Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral werden. Wirtschaftspolitische Instrumente wie die Bepreisung von Treibhausgasemissionen sind jedoch mit vielfältigen ökonomischen Folgewirkungen verbunden – vor allem für Branchen mit einer emissionsintensiven Produktion und einer hohen außenwirtschaftlichen Exposition wie Chemie, Zement und Stahl, die für mehr als 70 Prozent der deutschen Industrieemissionen verantwortlich sind. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung untersucht, wie und in welcher Kombination nationale und europäische Instrumente dabei zusammenwirken. Mit einer realitätsnahen Modellsimulation verschiedener Politikszenarien wird jeweils ein maßgeschneiderter Strategiemix für die schnellstmögliche und kosteneffizienteste Dekarbonisierung der drei Grundstoffindustrien identifiziert. Das Modell bildet die Produktionsprozesse auf der Ebene einzelner, repräsentativer Unternehmen ab.

Verstopfte Kathoden bei Kohlendioxidrecycling verhindern

Verstopfte Kathoden bei Kohlendioxidrecycling verhindern

Durch Elektrolyse lässt sich Kohlendioxid (CO2) zu nützlichen Kohlenwasserstoffen umwandeln. Dabei ist das Design der Elektrolysezelle entscheidend. Für industrielle Prozesse eignet sich vor allem die sogenannte Zero-Gap-Zelle. Doch deren Kathoden verstopfen bislang schnell. Ein Team am Helmholtz Zentrum Berlin (HZB) hat untersucht, wie sich dieser Prozess verhindern lässt. Im Fachjournal Nature Communications beschreiben die Wissenschaftler, dass es auf die Konzentration von Kalium im Elektrolyten ankomme: Je mehr Kalium er enthalte, desto mehr verstopfe die Kathode.  Mit der Konzentration des Elektrolyten lasse sich regeln, welche Produkte sich aus dem CO2 bilden.

Belastungen durch hohe Arbeitsintensität mindern

Für viele Beschäftigte gehören Zeit- und Leistungsdruck sowie Informationsflut zum Arbeitsalltag. Diese Belastungsfaktoren können die Gesundheit, Motivation und Leistung beeinträchtigen. Dazu hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) eine Broschüre mit Empfehlungen veröffentlicht.

Molekularmotoren nutzen alternative Chemieenergie

Molekularmotoren nutzen alternative Chemieenergie

Mithilfe winziger Proteinmaschinen organisieren Zellen ihr Inneres. Meistens fungiert das Nukleotid Adenosintriphosphat (ATP) als Energieträger. Ein Forschungsteam unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) hat ein molekulares System entdeckt, das eine alternative chemische Energie nutzt und einen neuartigen Mechanismus für die Verrichtung mechanischer Arbeit einsetzt: Es verwendet zwei Proteine unterschiedlicher Größe und wird von Guanosintriphosphat (GTP) anstelle von ATP angetrieben. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Nature Physics veröffentlicht.

Karrierestudie: Frauen steigen seltener auf

2019 hat der Anteil der formalen beruflichen Aufstiege bei männlichen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 59 Prozent betragen – bei weiblichen 41 Prozent. Dies hat eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergeben. Damit ist 3,8 Prozent der Männer ein Aufstieg gelungen, aber nur 3,1 Prozent der Frauen. Gerade in Berufen mit einem hohen Frauenanteil gelinge Frauen laut IAB mit fünf Prozent aller Aufstiege der Schritt von einer Spezialisten- in eine Expertentätigkeit selten. In Berufen, in denen der Frauenanteil zwischen 30 und 70 Prozent beträgt, sei das immerhin in 13 beziehungsweise 15 Prozent aller Aufstiege der Fall. Die geschlechtersegregierte Berufswahl spielt aus Sicht der Autoren bei den Karrieremöglichkeiten eine wichtige Rolle: In frauendominierten Berufen gebe es weniger Stellen mit komplexeren Expertentätigkeiten.

Zahnsteinmoleküle aus der Steinzeit

Zahnsteinmoleküle aus der Steinzeit

Ein internationales Forschungsteam hat bis zu 100.000 Jahre alte Moleküle aus dem Zahnstein von Menschen und Neandertalern rekonstruiert. Die Studie ist kürzlich in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht worden.

Pilzinfektionen bedrohen globale Ernährungssicherheit

Pilzinfektionen bedrohen globale Ernährungssicherheit

Trotz des Einsatzes pilzabtötender Pflanzenschutzmittel gehen in der Landwirtschaft weltweit jedes Jahr zwischen zehn und 23 Prozent der Ernten durch Pilzbefall verloren. Weitere zehn bis 20 Prozent Verlust fallen nach der Ernte an. Dies werde sich künftig noch verschärfen, warnen Pilzforscherinnen der Universitäten Kiel und Exeter in der Zeitschrift Nature. Es sei zu erwarten, dass sich Pilzinfektionen durch die globale Erwärmung stetig in Richtung der Pole ausbreiten und in immer mehr Ländern die Ernten schädigen. Die höhere Temperaturtoleranz von Pilzen könnte die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass im Boden lebende Krankheitserreger auch Tiere oder Menschen infizieren.

Neues aus den Werksgruppen

In der VAA-Werksgruppe SABIC ist Dr. Stephanie Scholz zur neuen Vorsitzenden gewählt worden. Außerdem hat die Werksgruppe Mylan Healthcare Hannover Karin Schott zu ihrer neuen Vorsitzenden gewählt. Auf einer mit über 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut besuchten Vollversammlung der Werksgruppe Henkel am 30. März 2023 hat VAA-Jurist Hinnerk Wolff aktuelle Entwicklungen im Arbeitsrecht vorgestellt. Zur Sprache kam auch das Urteil des Bundesarbeitsgerichts zur Arbeitszeit.

Vorerst kein Twitter mehr in der VAA-App

Vorerst kein Twitter mehr in der VAA-App

Im Zuge der Turbulenzen und Umstrukturierungen beim US-Kurznachrichtendienst Twitter ist es in letzter Zeit immer wieder zu technischen Störungen gekommen. Zusätzlich werden zahlreiche Funktionalitäten der nach der Übernahme durch den nicht unumstrittenen Tesla- und Space-X-CEO Elon Musk ins Strudeln geratenen Microbloggingplattform zunehmend eingeschränkt beziehungsweise in ein neues Abomodell überführt. Davon betroffen sind auch die Schnittstellen, die für die reibungslose Übertragung der Inhalte des VAA-Profils VAA_de von Twitter in die VAA-App zuständig sind. Aus diesem Grund erscheinen seit dem 22. April 2023 bis auf Weiteres keine Twitter-Feeds des VAA mehr in der VAA-App. Diese Einschränkung ist nach Meinung der IT-Experten in der VAA-Geschäftsstelle leider als dauerhaft einzuschätzen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis für eine Reaktivierung der Schnittstellen ist aus VAA-Sicht zum gegenwärtigen Zeitpunkt weder nachhaltig noch zumutbar. Auf Twitter ist der VAA aber nach wie vor aktiv – und bleibt es auch in Zukunft, solange die Plattform noch ein gewisses Maß an Relevanz behält. Zugänglich ist das VAA-Profil unter https://twitter.com/VAA_de.

Personalia aus der Chemie: Helene von Roeder folgt auf Marcus Kuhnert bei Merck

Personalia aus der Chemie: Helene von Roeder folgt auf Marcus Kuhnert bei Merck

Zum 1. Juli 2023 wird Helene von Roeder zur Chief Financial Officer (CFO) und zum Mitglied der Geschäftsleitung bei Merck ernannt. Sie folgt damit auf Marcus Kuhnert, der sich zu einem Rücktritt entschieden hat. Seine Verantwortlichkeiten als Mitglied des Vorstands der E. Merck KG wird Kuhnert bis zum 31. Juli 2024 weiter wahrnehmen. Von Roeder kommt von der Vonovia SE, wo sie bis 2021 als CFO und zuletzt als Chief Transformation Officer (CTO) im Vorstand tätig war. Zuvor arbeitete sie 23 Jahre lang für verschiedene Investmentbanken in London und Frankfurt am Main, unter anderem als Geschäftsführerin der Credit Suisse für Deutschland, Österreich sowie Zentral- und Osteuropa, davor als Leiterin Global Capital Markets für Deutschland und Österreich bei Morgan Stanley. Die gebürtige Deutsche studierte Theoretische Physik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und theoretische Astrophysik in Cambridge im Vereinigten Königreich. Seit 2019 saß Helene von Roeder im Aufsichtsrat der Merck KGaA und im Gesellschafterrat der E. Merck KG. Mit ihrer Ernennung zur CFO der Merck KGaA ist sie von diesen Ämtern zurückgetreten.

Weitere Personalia und Nachrichten aus der Chemie gibt es auf der Website des VAA-Kooperationspartners CHEManager.

CDI-Studie zur Dekarbonisierung

Industrieunternehmen sind mehrheitlich davon überzeugt, dass Deutschland bis 2045 ein treibhausgasneutraler Wirtschaftsstandort sein wird. Dies hat eine Studie des Clusters Dekarbonisierung der Industrie (CDI) ergeben. Demnach sind gut 60 Prozent der befragten Unternehmen optimistisch, dass die brancheneigenen Klimaziele bis 2045 erreicht werden. Um den Treibhausgasausstoß weiter zu senken, verfolgen rund 85 Prozent der Industriebetriebe eine Dekarbonisierungsstrategie. Dabei setzen die Firmen auf eine Kombination von CO2-Reduktionsmaßnahmen.

Wüst trifft Hofmann im Kölner Presseclub

Wüst trifft Hofmann im Kölner Presseclub

Wie sieht die Zukunft des Chemiestandortes Nordrhein-Westfalen aus? Unter anderem dazu hat NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst am 4. Mai 2023 auf einer Veranstaltung des Kölner Presseclubs vorgetragen. Mit dabei war auch der VAA-Geschäftsführer Kommunikation Klaus Hofmann. „Trotz der kritischen Energieversorgungslage der Branche und der mittelfristigen Ungewissheit durch den Krieg in der Ukraine wurde deutlich, dass Wüst die Standortentwicklung langfristig optimistisch einschätzt“, so Hofmann. Im Austausch mit Wüst kam außerdem die Rolle des Bundeslandes aus EU-Perspektive zur Sprache.

WSI-Studie sieht Nachholbedarf bei betrieblicher Weiterbildung

Insgesamt tun mitbestimmte Betriebe mehr für die Qualifizierung ihrer Beschäftigten als nicht mitbestimmte. Das hat eine Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung unter mehr als 2.700 repräsentativ ausgewählten Betriebsräten belegt. Trotzdem halten zahlreiche Betriebsräte die Anstrengungen ihrer Unternehmen nicht für ausreichend. Zwar bemühen sich die Arbeitgeber in jedem zweiten Betrieb, die Beschäftigten für aktuelle Anforderungen zu qualifizieren, doch nur knapp 43 Prozent betreiben eine langfristige, strategische Planung der Qualifizierung. Angesichts der Digitalisierung und des rapiden Wandels der Arbeitswelt seien das nach Meinung der WSI-Experten problematisch niedrige Anteile. Dabei sei der positive Effekt von Weiterbildungen besonders in Unternehmen mit technologischem Nachholbedarf ausgeprägt. Auch wenn mitbestimmte Betriebe im Mittel besser abschneiden: Nach Einschätzung der befragten Betriebsräte bestehe auch dort häufig Luft nach oben. Denn lediglich knapp 48 Prozent gaben an, dass die Arbeitgeber ihre Beschäftigten bei der Weiterbildung finanziell ausreichend unterstützen. Nur gut 38 Prozent konstatierten, den Beschäftigten werde genug Zeit für Weiterbildung eingeräumt.

Spinnenseide für die Medizin

Spinnenseide für die Medizin

Materialien aus Spinnenseide können gezielt so verändert oder verarbeitet werden, dass lebende Zellen eines bestimmten Typs an ihnen haften bleiben, wachsen und sich vermehren. Dies hat ein Forschungsteam der Universität Bayreuth herausgefunden. Zellspezifische Effekte der Materialien können durch biochemische Modifikationen der Seidenproteine, aber auch durch die Oberflächenstrukturierung von Beschichtungen aus Spinnenseide erzeugt werden. Die in den Zeitschriften Advanced Healthcare Materials und Advanced Materials Interfaces veröffentlichten Forschungsergebnisse sind aus sicht der Wissenschaftler wegweisend für die regenerative Medizin und die Herstellung von künstlichem Gewebe.