
Archivierte Pressemeldungen des VAA:
Chemie macht Visionen möglich
Industriepolitik beeinflusst die Zukunft unserer Gesellschaft wesentlich. Über ihre konkrete Ausgestaltung diskutierten Dr. Karl-Ludwig Kley, Prof. Dr. Heinz Riesenhuber und Dr. Thomas Gambke am 1. November 2011 im Industriepark Wolfgang. Zu dieser Vortrags- und Diskussionsveranstaltung hatte die Landesgruppe Hessen des Führungskräfteverbandes Chemie VAA eingeladen.
Dr. Thomas Fischer, 1. Vorsitzender des VAA, betonte die Bedeutung der chemischen Industrie für die Bewältigung der globalen Herausforderungen: „Ohne die Chemie ist ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen sowie Umwelt- und Klimaschutz nicht machbar.“ Es seien Lösungen aus der Chemie, die helfen würden, immer mehr Energie und Rohstoffe einzusparen. „Auch die Visionen der Elektromobilität bleiben ohne Chemie nur Träume“, so Fischer weiter.
Dr. Karl-Ludwig Kley, Vizepräsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Merck KGaA, Prof. Dr. Heinz Riesenhuber, Mitglied der CDU-Fraktion im Deutschen Bundestag und Bundesminister a. D., sowie Dr. Thomas Gambke, Mitglied der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag, stellten in Impulsvorträgen ihre Positionen zur Industriepolitik vor.
Anschließend diskutierten die Referenten gemeinsam mit Dr. Thomas Fischer und Prof. Dr. Barbara Albert, Vizepräsidentin der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und Professorin an der Technischen Universität Darmstadt, über die Zukunft der Industriepolitik in Deutschland. Dabei erinnerte Fischer die Bundesregierung daran, die Ankündigung einer gezielten steuerlichen Förderung von Forschungsinvestitionen in besonders innovationsträchtigen Bereichen einzulösen. Kluge Industriepolitik müsse zudem von einer nachhaltigen Bildungspolitik flankiert werden, betonte Fischer: „Nur optimal ausgebildete und hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte sichern die Zukunft der Industrie.“ So würde der Forschungs- und Wirtschaftsstandort Deutschland in doppelter Hinsicht profitieren: Es entstünden hochqualifizierte Arbeitsplätze, die zugleich für Fachkräfte aus dem In- und Ausland sehr attraktiv seien.
Diskussionsveranstaltung Industriestandort Deutschland (PDF-Datei, 55 KB)
ELENA wird eingestellt
Die Führungskräfte Chemie begrüßen die endgültige Einstellung des Verfahrens zum elektronischen Entgeltnachweis (ELENA), die der Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Technologie heute beschlossen hat.
Der Beschluss des Ausschusses bedeutet das endgültige Aus für das ELENA-Verfahren. Alle bereits erhobenen Daten sollen gelöscht werden. Der VAA hatte sich gemeinsam mit dem Marburger Bund bereits frühzeitig gegen das ELENA-Verfahren gewandt. Ein von den beiden Verbänden in Auftrag gegebenes Gutachten war zu dem Ergebnis gekommen, dass ELENA eine verfassungswidrige Vorratsdatenspeicherung darstellt.
„Der Beschluss ist absolut folgerichtig, denn er beendet einen nicht gerechtfertigten Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung“, so VAA-Hauptgeschäftsführer Gerhard Kronisch.
PM Einstellung Elena (PDF-Datei, 12.2 KB)
Personalarbeit bei BASF ausgezeichnet
Der Führungskräfteverband Chemie VAA verleiht den Kölner Chemie-Preis 2011 an die BASF SE. Mit ihm zeichnet der VAA jedes Jahr ein Unternehmen für seine vorbildliche und nachhaltige Personalarbeit aus.
Der Kölner Chemie-Preis 2011 geht an die BASF SE. Die Preisentscheidung erfolgt auf Grundlage der jährlich unter über 2.000 Führungskräften in 25 bedeutenden Chemie- und Pharmaunternehmen durchgeführten VAA-Befindlichkeitsumfrage. Hier hat sich die BASF SE kontinuierlich verbessert und nimmt nun einen Spitzenplatz im Umfrageranking ein. Eine derart beständige positive Entwicklung hat kein anderes der teilnehmenden Unternehmen vorzuweisen.
Dr. Thomas Fischer, 1. Vorsitzender des VAA: „Die Verleihung des Kölner Chemie-Preises ist in ihrem vierten Jahr bereits gute Tradition. Die Mitarbeiter selbst ehren ein Unternehmen, das mit seiner Personalarbeit ein positives Betriebsklima schafft. Führungskräfte prägen das Unternehmensgeschehen und zeigen sich dafür verantwortlich.“
Margret Suckale, Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektorin der BASF SE, nimmt den Preis entgegen. „Unserem Ziel, das beste Team der Industrie zu werden, sind wir mit diesem Preis einen weiteren großen Schritt näher gekommen. Die Auszeichnung ist für uns ein Ansporn, unsere Personalarbeit stetig weiter zu entwickeln, insbesondere bei der Personalentwicklung und im Bereich Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.“
Die Preisverleihung findet in der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Köln statt. Die Grußworte sprechen Hans-Werner Bartsch, Bürgermeister der Stadt Köln und Frank Hemig, stellv. Hauptgeschäftsführer der IHK Köln. Die Laudatio hält Dr. Erich Gaulke, Leiter Standortentwicklung des Vorjahrespreisträgers Roche Diagnostics GmbH.
Kölner Chemie-Preis 2011 (PDF-Datei, 13.6 KB)
Datenkrake beerdigt
Dass nunmehr das Verfahren zum elektronischen Entgeltnachweis (ELENA) endgültig gescheitert ist, begrüßen die Führungskräfte Chemie.
Bundeswirtschafts- und Bundesarbeitsministerium haben sich darauf verständigt, das Verfahren schnellstmöglich einzustellen. Grund hierfür sei die fehlende Verbreitung der qualifizierten elektronischen Signatur. Entgegen ursprünglicher Prognosen werde sich dieser für das ELENA-Verfahren datenschutzrechtlich zwingend gebotene Sicherheitsstandard in absehbarer Zeit nicht flächendeckend verbreiten.
„Das datenschutzrechtliche Risiko, das die Bundesregierung eingegangen ist, um der elektronischen Signatur am Markt zum Durchbruch zu verhelfen, war zu groß. Wir haben in einem gemeinsam mit dem Marburger Bund in Auftrag gegebenen Gutachten frühzeitig darauf hingewiesen, dass hier eine Vorratsdatenspeicherung vorliegt, und sehen uns bestätigt“, so VAA-Hauptgeschäftsführer Gerhard Kronisch.
ELENA-Stopp (PDF-Datei, 48 KB)
EU-Pläne gefährden Betriebsrente
Der VAA – Führungskräfte Chemie warnt vor einer Beschädigung der bewährten Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung durch aktuelle Harmonisierungspläne der EU-Kommission.
Betriebsrentensysteme, die für Arbeitnehmer der Chemischen Industrie eine zentrale Rolle spielen, sind aus Sicht des VAA besonders gefährdet, insbesondere die Direktzusage sowie Firmenpensionskassen.
Der 1. Vorsitzende des VAA, Dr. Thomas Fischer: „Unsere Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung erfüllen bereits heute alle Anforderungen, die die EU-Kommission für zukunftsfähige Rentensysteme aufgestellt hat. Sie erbringen angemessene Renten, sind nachhaltig finanziert, flexibel und insolvenzsicher. Wir sehen daher keinen Bedarf für ein starres Einheits-Schema, das funktionierenden Systemen ohne Rücksicht auf historisch gewachsene Besonderheiten übergestülpt wird.“ Diese erheblichen Bedenken hat auch der Europäische Dachverband des VAA, die F.E.C.C.I.A (Fédération Européenne des Cadres de la Chimie et des Industries annexes) bereits gegenüber der Kommission geltend gemacht.
Besonders problematisch ist der Vorschlag einer weitgehend undifferenzierten Übertragung von Vorschriften über die Eigenkapitalvorschriften von privaten Lebensversicherungen auf Firmenpensionskassen. Besonderheiten dieser Systeme wie Einstandspflichten der Arbeitgeber oder spezifische Sanierungsinstrumente blieben dabei unberücksichtigt. Die Altersversorgung über Firmenpensionskassen würde massiv verteuert und für Arbeitgeber unattraktiver. Es droht eine Verschlechterung des Leistungsniveaus ohne einen echten Zugewinn bei der Sicherheit der zugesagten Leistungen.
Noch in diesem Herbst wird die EU-Kommission im Rahmen eines „Weißbuches“ konkrete Reformideen präsentieren. Der VAA – Führungskräfte Chemie wird auf diese Vorschläge politisch reagieren, in enger Abstimmung mit dem Deutschen Führungskräfteverband ULA und der CEC – European Managers, den branchenübergreifenden Führungskräftevertretungen in Deutschland und Europa. Alle drei Verbände sind sich einig in ihrer Überzeugung, dass der Funktionsfähigkeit und Verlässlichkeit bestehender Rentensysteme der klare Vorrang vor einer erzwungenen Harmonisierung gebührt.
Betriebsrenten (PDF-Datei, 73 KB)
Fachkräftesicherung: Chemie-Führungskräfte fordern konsistentes Vorgehen
Der Vorstand des VAA – Führungskräfte Chemie hat mit einer Stellungnahme seine Position zum Führungs- und Fachkräftemangel gegenüber der Politik verdeutlicht. Er mahnt zur Konsistenz: Die Maßnahmen der Bildungs-, Gesellschafts- und Zuwanderungspolitik müssen zwingend mit der Forschungspolitik abgestimmt werden.
Die Bundesregierung hat in ihrem Fachkräfte-Konzept die Ausschöpfung der vorhandenen Potentiale zum vorrangigen Ziel erklärt. Die zügige und entschlossene Umsetzung dieser Absicht hält der Führungskräfteverband der Chemischen Industrie für absolut geboten.
Zugleich treten die Chemie-Führungskräfte dafür ein, die Fachkräftesicherung mit Maßnahmen zu verbinden, die den Erhalt und vor allem die Schaffung neuer hoch qualifizierter Arbeitsplätze in Deutschland sicherstellen.
Die gezielte steuerliche Förderung von Forschungsinvestitionen in besonders innovationsträchtigen Bereichen ist hierfür aus Sicht des VAA der richtige Weg. Dazu Dr. Thomas Fischer, 1. Vorsitzender des VAA: „Von einer solchen Förderung würde der Forschungs- und Wirtschaftsstandort Deutschland in doppelter Hinsicht profitieren: Es entstünden hoch qualifizierte Arbeitsplätze, die zugleich für Fachkräfte aus dem In- und Ausland attraktiv sind.“ Der berechtigte Haushaltskonsolidierungsvorbehalt müsse für unverzichtbare Zukunftsinvestitionen so rasch wie möglich aufgehoben werden, so Fischer weiter.
Fachkräftemangel (PDF-Datei, 13.5 KB)
Positionspapier Fachkräftemangel (PDF-Datei, 81 KB)
Befindlichkeitsumfrage: Chemie-Führungskräfte beweisen Stehvermögen
Das Ranking der Personalpolitik in den Unternehmen ist in Bewegung geraten. Es zeigt, dass die Unternehmen die Krise ganz unterschiedlich gemeistert haben. So wurden beispielsweise in den Pharmaunternehmen vor allem die Fragen nach der Unternehmensstrategie kritischer beantwortet als 2010. Das relative Zurückfallen der Pharmaunternehmen bewirkt, dass sich der Schnitt mit einer Note von 3,3 im Vergleich zum Vorjahr trotz der in den meisten Unternehmen spürbaren konjunkturellen Erholung kaum verbessern konnte.
Neuer Spitzenreiter im Umfrageranking der Leitenden und außertariflichen Angestellten ist Wacker Chemie mit der Note 2,8. Neben Wacker liegen BASF und Boehringer Ingelheim in der diesjährigen Befindlichkeitsumfrage auf den ersten Plätzen. Erstmals in der Spitzengruppe vertreten ist Lanxess auf Rang 4. Merck fiel von Platz 2 im Vorjahr auf den fünften Rang zurück. Die 2010 erstplatzierte Roche Diagnostics büßte sieben Plätze ein und liegt nun auf Rang 8.
Die Bewertung der Unternehmen im Umfrageranking lag mit einer Durchschnittsnote von 3,3 insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres. Dazu Dr. Thomas Fischer, 1. Vorsitzender des VAA: „Die Stimmung der Chemie-Führungskräfte war während der Finanz- und Wirtschaftskrise kontrolliert und besonnen: Deshalb überwiegt jetzt, nach Bewältigung der Krise, stiller Stolz und Genugtuung statt lautem Jubel. Diese Charakterstärke und dieses Stehvermögen machen Führungskräfte aus. Bei der Bewertung einzelner Unternehmen gibt es allerdings durchaus erhebliche Unterschiede zum Vorjahr“, verweist Fischer auf die Entwicklungen im Gesamtranking.
Während die Noten bei Sanofi Aventis, Süd-Chemie und LyondellBasell schlechter ausfielen, verbesserten sich andere. Zahlreiche Plätze im Ranking gutmachen konnte Symrise (von Platz 17 auf Platz 7). Auch bei DuPont Deutschland verbesserte sich die Stimmung deutlich (von Platz 21 auf Platz 12). Clariant steht ebenfalls sehr viel positiver da (von Platz 23 auf Platz 17). Symrise und Clariant erhielten zum zweiten Mal in Folge bessere Noten als im Jahr zuvor.
Sowohl DuPont Deutschland als auch Symrise und Clariant konnten sich vor allem bei den Fragen nach der Unternehmensstrategie verbessern, wobei Clariant darüber hinaus in allen Fragekategorien Verbesserungen erzielte. Ein gegenläufiger Trend zeigt sich in Unternehmen mit Engagement im Pharmabereich: Bei Sanofi Aventis, Bayer, Roche Diagnostics und Merck wurde die Unternehmensstrategie kritischer bewertet als im Vorjahr.
Die jährliche VAA-Befindlichkeitsumfrage wurde 2011 zum zehnten Mal auf der Basis von Schulnoten durchgeführt. Sie ist ein unabhängiges Barometer für die Stimmung der Chemie-Führungskräfte.
Befindlichkeitsumfrage 2011 (PDF-Datei, 15.8 KB)
Befindlichkeitsumfrage 2011 Ranking (PDF-Datei, 1.1 MB)
Führungskräfte Chemie: Respekt für Positionswechsel des DGB zur Tarifeinheit
„Verfassung und Vernunft haben sich durchgesetzt“, so der Hauptgeschäftsführer der Führungskräfte Chemie VAA Gerhard Kronisch. Mit Respekt nehme man zur Kenntnis, dass der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) seine Position zu einem Gesetz für Tarifeinheit heute revidiert und die Allianz mit der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) aufgekündigt habe. Gleichzeitig warnte er die Regierungskoalition davor, dieses unnötige und verfassungswidrige Gesetzesvorhaben weiterzuverfolgen.
„In diesem Fall würden wir unsere Anstrengungen, uns gegen dieses überflüssige Gesetz zu wehren, verdoppeln“, so Kronisch. Die Berufs- und Spezialistengewerkschaften hatten sich seit Monaten gegen den Vorstoß von DGB und BDA zur Wehr gesetzt, zuletzt mit einen gemeinsamen Offenen Brief am 23. Mai, dem 62. Jahrestag des Grundgesetzes.
Es schwinge gewiss eine Portion Genugtuung mit, so Kronisch, wenn in einer solch zentralen Frage der Tarifautonomie und Vereinigungsfreiheit der DGB seine Position auf Druck der Berufs- und Spezialistengewerkschaften überdenke. Entscheidend für den Positionswechsel des DGB dürfte aber die berechtigte Sorge der DGB-Mitglieder gewesen sein, am Ende werde vor allem die Streikfreiheit zugunsten der Arbeitgeber verkürzt.
Mit diesem DGB-Beschluss könne der Boden dafür bereitet sein, drückte Kronisch seine Hoffnung aus, dass die jeweiligen Tarifparteien in einer Branche zu einem verantwortungsvollen und konstruktiven Miteinander finden. Dies sollte inzwischen umso leichter möglich werden, nachdem klar ist, dass die Unterbietungskonkurrenz in der Zeitarbeitsbranche durch das Bundesarbeitsgericht beendet worden ist. „Für unseren Teil kann ich nur sagen, dass wir stets ein hohes Interesse daran hatten und haben, uns in ein, wie wir es nennen, Verhältnis der positiven Ergänzungskonkurrenz zu unseren Partnern bei der IG BCE zu begeben. Wir wollen als Führungskräfte in unserer Branche einheitliche und geordnete, möglichst überschneidungsfreie Tarifvertragsverhältnisse, aber auf Augenhöhe und ohne den Zwang zur Tarifeinheit“, betont Kronisch.
DGB-Positionswechsel zur Tarifeinheit (PDF-Datei, 15.8 KB)
Führungskräfte Chemie besorgt wegen Machbarkeit des Atomausstiegs
Angesichts des von der Bundesregierung beschlossenen Atomausstiegs bis spätestens 2022 mahnt der Führungskräfteverband Chemie VAA einen konsequenten Ausbau der Stromnetze an. Der Umstieg auf eine regenerative Energieversorgung dürfe die Standort- und Investitionssicherheit für die Industrie nicht aufs Spiel setzen.
„Die Ereignisse der letzten Monate haben in Politik und Gesellschaft zu einer Änderung der Risikobewertung geführt“, kommentiert VAA-Hauptgeschäftsführer Gerhard Kronisch den jüngsten Atomkonsens der Bundesregierung. Wenn der Atomausstieg nicht zur Abwanderung von Industrie führen solle, komme alles darauf an, den Um- und Ausbau der Stromnetze mit höchster Dringlichkeit voranzutreiben, so Kronisch weiter. „Der Bedarf an neuen Leitungen und Netzen ist enorm, und uns bleibt leider nur sehr wenig Zeit für den Netzausbau.“ Zu keinem Zeitpunkt dürfe es dabei zu Versorgungslücken für die Industrie kommen, warnt der VAA-Hauptgeschäftsführer. Gerade bei der Anbindung der Chemiestandorte in Süddeutschland an erneuerbare Energiequellen im Norden klaffe zwischen Anspruch und Wirklichkeit eine riesige Lücke.
„Für die energieintensive Chemieindustrie hierzulande ist es von existentieller Bedeutung, Strom zu langfristig kalkulierbaren und konkurrenzfähigen Preisen zu beziehen“, betont Gerhard Kronisch. Die Unternehmen bräuchten Investitionssicherheit und eine klare Perspektive. Denn nur so sei der Wettbewerbsvorteil des Hochtechnologiestandortes Deutschland zu halten. Kronisch dazu: „Wir brauchen umgehend einen konkreten, detaillierten und verlässlichen Zeitplan für dieses ambitionierte Umstiegsszenario, der dann auch mit aller Konsequenz umgesetzt werden muss.“ Besorgt äußert sich Kronisch über mögliche Verzögerungen beim Netzausbau durch Widerstände in der Bevölkerung. Diese Bedenken gelte es ernst zu nehmen. „Primär ist hier die Politik in der Pflicht, die Akzeptanz der Industrie in der Gesellschaft zu stärken. Wir nehmen die Kanzlerin beim Wort, die zum Auftakt des internationalen Jahres der Chemie versprochen hat, sich für die Chemie in Deutschland stark zu machen.“
Atomausstieg (PDF-Datei, 15.1 KB)
Gemeinsame Erklärung von VAA und BAVC: Für Frauen in Führungspositionen – ohne Quote
Der Verband angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie (VAA) und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) nehmen zur Diskussion über eine Frauenquote für Führungspositionen mit der folgenden gemeinsamen Erklärung Stellung.
Arbeitgeber und Führungskräfte der Chemischen Industrie wollen mehr Frauen in Führungspositionen bringen. Sie lehnen eine starre gesetzliche Quote als Instrument zur Verwirklichung dieses Zieles ab. Sie fordern die Politik auf, das Kinderbetreuungsangebot für Familien zu verbessern.
Die Unternehmen der Chemischen Industrie haben mit flexiblen Arbeitszeiten und umfassenden betrieblichen Betreuungsangeboten bereits viel geleistet. Jetzt ist die Politik am Zug. Sie muss schneller mehr für gute und bedarfsgerechte Kinderbetreuung tun. Die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Karriere ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Wenn sich die Bundespolitik auf eine Frauenquote im oberen Management konzentriert, führt sie Scheindebatten und verliert wichtige Zeit. Das Erwerbskräftepotential schrumpft. Die Industrie braucht die vielen hochqualifizierten Frauen und Männer dringend. Sie werden sich aber weiter zu oft gegen die Karriere entscheiden, wenn die Familie darunter leiden muss. Versäumnisse bei der Schaffung familienfreundlicher Arbeits- und Betreuungsbedingungen heute bezahlt die gesamte Gesellschaft mit hohen Wohlstandsverlusten morgen.
Im Top-Management gibt es bereits zahlreiche Vorbilder für Frauen in Führungspositionen. „Quotenfrauen“ werden indes von Frauen selbst mehrheitlich abgelehnt. Sie können den Aufstieg von Leistungsträgerinnen und Leistungsträgern für längere Zeit blockieren. Was zählt, ist Qualifikation!
PM Frauen in Führungspositionen (PDF-Datei, 43 KB)
Deutscher Führungskräfteverband ULA wählt neuen Präsidenten
Am 11. Mai 2011 ist Dr. Wolfgang Bruckmann zum neuen Präsidenten des Deutschen Führungskräfteverbandes ULA gewählt worden. Er tritt die Nachfolge von Dr. Joachim Betz an, der nach zwei Amtszeiten von 2005 bis Mai 2011 nicht mehr für das Amt kandidiert hat.
Der promovierte Jurist Bruckmann ist Direktor der Verwaltung beim Bezirk Oberbayern in München und Vorsitzender des Bundesverbandes der Verwaltungsbeamten des höheren Dienstes (bvhd). Seit 2009 zählt der bvhd zu den Mitgliedsverbänden des Deutschen Führungskräfteverbandes ULA.
Das Amt des Präsidenten des Deutschen Führungskräfteverbandes ULA sei ein äußerst spannendes, so Bruckmann kurz nach seiner Wahl. „Der Verband widmet sich seit langem mit großer Sachkenntnis den Belangen der Führungskräfte. Er tut dies unter vielen Aspekten und in ganz unterschiedlichen Bereichen.“ Dies reiche von Einzelfragen des Steuerrechts über die Interessenvertretung im Unternehmen bis hin zu Grundsatzfragen der Führung, der Globalisierung und der Entwicklung der Europäischen Union. „Besonders wichtig ist es“, führt der neue ULA-Präsident fort, „über die Vertretung der Interessen unserer Mitglieder hinaus, Themen immer in ihrem politischen und gesellschaftlichen Zusammenhang zu sehen.“
Zugleich dankte ULA-Präsident Bruckmann seinem Vorgänger, dem ehemaligen 1. Vorsitzenden des VAA und langjährigen VAA-Vorstandsmitglied Dr. Joachim Betz, für sein außerordentliches und erfolgreiches Engagement: „Zu Beginn der Amtszeit von Dr. Betz zählten fünf Verbände zu unserem Netzwerk. Heute, im sechzigsten Jahr unseres Bestehens, ist diese Zahl auf elf gestiegen.“ Dies sei nicht nur ein eindrucksvoller Beleg für die Attraktivität des Deutschen Führungskräfteverbandes ULA als führende politische Vertretung von Führungskräften und hochqualifizierten Fachkräften, sondern zu einem Gutteil auch ein persönliches Verdienst seines Vorgängers.
Auch in Zukunft wird der politische Dachverband des VAA die Soziale Marktwirtschaft mitgestalten und Verständnis für notwendige Veränderungsprozesse vermitteln. Dazu Bruckmann: „Die vor uns liegenden Aufgaben müssen Wirtschaft, Staat und Gesellschaft gemeinsam in die Hand nehmen.“
ULA Präsidentenwechsel (PDF-Datei, 19.6 KB)
Akademiker in der Chemie: Mindestjahresbezüge angehoben
Der Verband angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie (VAA) und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) haben in Tarifverhandlungen die in der Chemie geltenden Mindestjahresbezüge für akademisch gebildete naturwissenschaftliche und technische Angestellte neu festgelegt.
Der entsprechende Tarifvertrag wurde am 10. Mai 2011 in Wiesbaden abgeschlossen. Für das Jahr 2011 betragen die tariflichen Mindestjahresbezüge im zweiten Beschäftigungsjahr demnach
für diplomierte Angestellte Euro 55.450,
für Angestellte mit Promotion Euro 64.630.
Dies entspricht der im allgemeinen Tarifbereich vorgenommenen Tarifentwicklung unter Berücksichtigung des Leermonats und der Gesamtlaufzeit von 15 Monaten.
Für das erste Jahr der Beschäftigung können die Bezüge wie bisher zwischen Arbeitgeber und Angestellten frei vereinbart werden.
Tarifabschluss 2011 (PDF-Datei, 12.2 KB)
Neuer VAA-Vorstand gewählt
Auf der Delegiertentagung des Führungskräfteverbandes Chemie VAA in Darmstadt haben die Verbandsdelegierten den Vorstand neu gewählt. Vier Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt. Drei Kandidaten rückten erstmals in das Gremium ein.
Dr. Thomas Fischer wurde als 1. Vorsitzender des Führungskräfteverbandes Chemie VAA bestätigt. Fischer ist hauptberuflich als Senior Project Manager Technical Services für die Bayer MaterialScience AG tätig und unter anderem Vorsitzender des Konzernsprecherausschusses sowie Mitglied des Aufsichtsrates der Bayer AG.
Rainer Nachtrab, 2. VAA-Vorsitzender, Raimund Barth, VAA-Schatzmeister, und Dr. Wolfram Uzick, betreuendes Vorstandsmitglied für Hochschularbeit, wurden ebenfalls in ihren Ämtern bestätigt. Nachtrab, hauptberuflich Gruppenleiter Engineering bei der BASF SE, ist unter anderem Vorsitzender des Konzernsprecherausschusses der BASF. Barth, hauptberuflich im Controlling Daten & Systeme bei der Clariant SE tätig, ist unter anderem stellvertretender Vorsitzender des Konzernsprecherausschusses der Clariant Gruppe in Deutschland. Uzick ist hauptberuflich Senior Manager Technology bei Chemtura Organometallics.
Neu in den Verbandsvorstand wählten die rund 200 Delegierten Dr. Martin Bewersdorf, Dr. Frédéric Donié und Dr. Roland Leroux. Sie nehmen die Plätze von Dr. Joachim Betz, Dr. Hans Dolhaine und Dr. Michael Friedrich ein, die sich nicht mehr zur Wahl stellten. Bewersdorf ist hauptberuflich Managementbeauftragter im Servicebereich Process Technology & Engineering der Evonik Degussa GmbH und unter anderem stellvertretender Vorsitzender des Konzernsprecherausschusses der Evonik AG und Mitglied im Aufsichtsrat der Evonik Degussa GmbH. Donié ist für seine Betriebsratstätigkeit bei der Roche Diagnostics GmbH freigestelltes Betriebsratsmitglied und Mitglied des Aufsichtsrats der Roche Deutschland Holding GmbH. Leroux ist hauptberuflich Leiter Sicherheit, Gesundheit und Umwelt bei SCHOTT und dort unter anderem Vorsitzender des Konzernsprecherausschusses.
Zur neuen Zusammensetzung des VAA-Vorstands äußerte sich Fischer wie folgt: „Der neue Vorstand verwirklicht die Prinzipien der gebotenen Kontinuität und des erforderlichen Wandels sehr gut.“ Für die nächste Wahlperiode sieht Fischer drei zentrale Themenfelder: Energie- und Industriepolitik, Europapolitik sowie die Beziehungen zu den Sozialpartnern in der Chemie.
Vorstandswahl (PDF-Datei, 15.2 KB)
Kind und Karriere – für Frauen immer noch schwer vereinbar
Kinder haben auf den Verlauf von Karrieren von Frauen einen wesentlich größeren Einfluss als dies bei Männern der Fall ist. Die traditionelle Rollenverteilung ist nach wie vor weit verbreitet. Familie und Karriere sind für weibliche Führungskräfte nach wie vor schwer vereinbar.
Zu diesem Ergebnis kommt die Umfrage zur Chancengleichheit des Führungskräfteverbandes Chemie VAA unter knapp 1.600 weiblichen und männlichen Führungskräften in der Chemischen Industrie. Die Umfrage zeigt den großen Einfluss von Kindern auf die beruflichen Karrieren von Frauen. So wird Teilzeit nach wie vor überwiegend von Frauen, und zwar von 30 Prozent der befragten weiblichen Führungskräfte, genutzt. Bei den Männern sind dies gerade einmal 3 Prozent. Auch die Bereitschaft zum Ortswechsel ist bei Frauen abhängig von der Zahl der Kinder: Während kinderlose Frauen eine genauso hohe Mobilität aus beruflichen Gründen wie ihre männlichen Kollegen zeigen, sind Mütter wesentlich seltener zum Ortswechsel bereit. Bei Vätern ist ein solcher Zusammenhang nicht festzustellen.
Dr. Thomas Fischer, 1. Vorsitzender des VAA: „Angesichts des demografischen Wandels braucht die Industrie dringend hochqualifizierte Frauen und Männer. Diese werden sich aber weiterhin zu oft gegen Karriere entscheiden, wenn die Familie darunter leiden muss.“
Bei der Umsetzung von Chancengleichheit in den Unternehmen hat sich innerhalb der letzten 20 Jahre viel getan. 80 Prozent der Teilnehmenden geben an, dass sich ihr Unternehmen zu frauen- und familienorientierter Personalpolitik bekennt. Gefragt nach der praktischen Umsetzung sehen die befragten Führungskräfte jedoch Nachholbedarf: Nur ein Drittel der Frauen und knapp die Hälfte der Männer nimmt einen entsprechend praktizierten Führungsstil im Unternehmensalltag wahr.
Dazu Gerhard Kronisch, VAA-Hauptgeschäftsführer: „Es reicht nicht, flexible Arbeitszeitmodelle anzubieten. Wichtig ist ein Betriebsklima, in dem die Nutzung solcher Modelle auch tatsächlich akzeptiert wird.“
Die Umfrage zur Chancengleichheit führt der VAA seit nunmehr 20 Jahren durch. Aufgrund des langen Betrachtungszeitraums und der hohen Teilnehmerzahl ist sie eine einzigartige Grundlage für die langfristige Betrachtung der Entwicklung von Chancengleichheit.
Ausführlicheres Zahlenmaterial kann auf Nachfrage gern bereitgestellt werden.
Chancengleichheitsumfrage (PDF-Datei, 23 KB)
Chancengleichheitsumfrage Anlage (PDF-Datei, 21 KB)
Abstandsklausel unwirksam: BAG stärkt Tarifautonomie
Einem Urteil des Bundesarbeitsgerichtes (BAG) zufolge dürfen Gewerkschaften Sonderleistungen für tarifgebundene Arbeitnehmer nicht mehr durch Abstandsklauseln absichern. Nach Meinung des Führungskräfteverbandes Chemie VAA trägt dies zur Stärkung der Tarifautonomie bei.
„Einmal mehr bestätigen die Arbeitsrichter den Schutz der Koalitionsfreiheit“, kommentiert VAA-Hauptgeschäftsführer Gerhard Kronisch das jüngste BAG-Urteil vom 23.03.2011 (Az. 4 AZR 366/09). Nach der Abkehr vom Prinzip der Tarifeinheit vor knapp einem Jahr sei dies eine folgerichtige Entscheidung. In seinem Urteil differenziert das BAG zwischen sogenannten einfachen – und nach wie vor rechtmäßigen – Differenzierungsklauseln und ergänzenden Abstandsklauseln, auch Spannensicherungsklauseln genannt. Letztere sichern exklusive Sonderleistungen für tarifgebundene Arbeitnehmer, sofern diese Leistungen vom Arbeitgeber auch nicht- oder andersgewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmern zugestanden werden, durch automatische tarifliche Kompensations- oder Zusatzzahlungen ab und sind nunmehr rechtswidrig.
„Mit dem Urteil haben die Richter Augenmaß an den Tag gelegt“, unterstreicht Gerhard Kronisch. Demnach habe jede Gewerkschaft das Recht, mithilfe einfacher Differenzierungsklauseln für ihre Mitglieder bestimmte Sonderleistungen zu verhandeln. „Dies ist absolut richtig und gehört zur gewerkschaftlichen Kernkompetenz“, erläutert der VAA-Hauptgeschäftsführer. Doch könne es keinen Automatismus bei der Abgrenzung zu anders organisierten Arbeitnehmern geben. Arbeitgeber sind laut BAG völlig frei darin, wem sie Sonderleistungen zusätzlich einräumen wollen. Kronisch dazu: „Alles andere überschreitet die Tarifmacht einer einzelnen Organisation und schränkt zugleich die Tarifautonomie anderer Arbeitnehmergruppen ein.“ Die Koalitionsfreiheit sei ein hohes Gut, das von der Verfassung garantiert sei und jederzeit gewährleistet sein müsse.
PM Spannensicherungsklausel (PDF-Datei, 14.8 KB)
Die Großen sparen beim Bonus – die Kleinen beim Fixgehalt
Im zweiten Jahr in Folge spüren die Führungskräfte in der Chemie die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise in ihrem Geldbeutel. Bei den Großfirmen lagen die Bonuszahlungen im Jahr 2010 um 16 Prozent unter Vorjahresniveau. Kleinere Firmen reagierten auf die Krise vorwiegend mit unterdurchschnittlichen Anpassungen des Fixgehalts, bis hin zur Nullregulierung.
Das zeigen neueste Zahlen des Verbandes VAA - Führungskräfte Chemie für das Jahr 2010. Jährlich befragt der Verband seine Mitglieder zur Einkommenssituation. Er verfügt damit über die breiteste Datenbasis zur branchenbezogenen Einkommensentwicklung der Führungskräfte in der Chemischen Industrie in Deutschland.
Das Gesamteinkommen der Führungskräfte in der Chemie ist zwar leicht gestiegen. Entscheidend ist aber der unterschiedliche Umgang mit den variablen Bezügen: Während die Großunternehmen aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise ihre Bonuszahlungen erneut deutlich absenkten, reagierten kleinere Unternehmen vorwiegend mit einer unterdurchschnittliche Anpassung der Fixgehälter – bis hin zur Nullrunde.
Dazu VAA-Hauptgeschäftsführer Gerhard Kronisch: „Großunternehmen haben mit ihren variablen Bonussystemen die Möglichkeit, mit Personalkosten flexibel auf aktuelle, wirtschaftliche Situationen zu reagieren.“
Rainer Nachtrab, Gehaltsexperte im VAA-Vorstand, ergänzt: „Kleinere und mittlere Unternehmen haben diese Reaktionsmöglichkeit überwiegend nicht.“. Die Kleinen geben plötzlich auftretende Kriseneffekte unvermittelt über die Stellschraube der Fixgehälter weiter. Damit nehmen sie langfristig in Kauf, Gehälter unter Marktniveau zu zahlen. „Das kann sie als Arbeitgeber unattraktiv machen und Rekrutierungsprobleme bei qualifiziertem Nachwuchs schaffen.“, warnt Nachtrab, hauptberuflich Verfahrensingenieur bei der BASF SE.
Einkommensumfrage (PDF-Datei, 14.2 KB)
Chemie-Führungskräfte: Nanotechnologie essentiell für Forschungsstandort Deutschland
Der Führungskräfteverband Chemie VAA hebt aus Anlass der heute in Berlin vorgestellten Empfehlungen der Nanokommission der Bundesregierung die Bedeutung der Nanotechnologie für den Forschungsstandort Deutschland hervor.
„Die Nanotechnologie ist eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Sie bietet Potential für eine große Zahl von hochqualifizierten Arbeitsplätzen in Deutschland“, erläutert Gerhard Kronisch, Hauptgeschäftsführer des VAA. Schon heute seien viele Stellen an die Entwicklung dieser Technologie geknüpft und ihre Bedeutung werde in Zukunft weiter zunehmen.
Die Empfehlungen der Nanokommission begrüßte Kronisch als wichtigen Beitrag zur Versachlichung der Debatte. „Deutschland nimmt bei der Nanotechnologie heute weltweit einen Spitzenplatz ein. Damit das so bleibt, muss sie gefördert werden“. Um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu steigern, sei es erforderlich, die Vorteile und Chancen der Nanotechnologie klar zu kommunizieren. Ziel müsse sein, in einen konstruktiven, sachorientierten Dialog auch über die verschiedentlich geäußerten Sicherheitsbedenken zu treten. An diesem Dialog und dem Einsatz für die Nanotechnologie beteilige sich der VAA aktiv im Interesse seiner Mitglieder, kündigte Kronisch an.
Zu einem sachlichen Umgang mit dem Thema gehört es aus Sicht der Chemie-Führungskräfte auch, eine Verdoppelung der Produktkennzeichnungspflichten für Nanomaterialien zu vermeiden. „Die EU-Chemikalienrichtlinie REACH ist sehr weitreichend und deckt die Registrierung und Kennzeichnung chemischer Stoffe hinreichend ab. Eine weitergehende Kennzeichnungspflicht wäre kontraproduktiv“, betont der VAA-Hauptgeschäftsführer.
PM Nanotechnologie (PDF-Datei, 13.8 KB)
Führungskräfte: Wenig Raum für Steuersenkungen
„Der Steuerstreit um die Anhebung der Werbungskostenpauschale von 920 auf 1.000 Euro war überflüssig“, bedauert VAA-Hauptgeschäftsführer Gerhard Kronisch. Er habe die Regierungskoalition nicht nur Zeit, Kraft und Nerven, sondern auch Glaubwürdigkeit gekostet. Hilfreicher wäre es, sich auf die konsequente Umsetzung der Haushaltskonsolidierung zu konzentrieren. Angesichts der gegenwärtigen europäischen Schulden- und Währungskrise genieße der langfristige Abbau der Staatsverschuldung oberste Priorität, so Kronisch.
Da der Finanzierungsspielraum für sinnvolle Steuersenkungen zurzeit denkbar gering ist, können diese nur minimal und äußerst selektiv ausfallen. So werden durch den jüngst beschlossenen Steuerkompromiss kaum nennenswerte entlastende Effekte erzielt. „Auch den beträchtlichen Verwaltungsaufwand wird diese Maßnahme wahrscheinlich nicht reduzieren“, befürchtet der VAA-Hauptgeschäftsführer. Ein strikter, aber beherzt kommunizierter Sparkurs sei hier wirksamer als symbolische Steuersenkungen.
Allerdings stellen die Führungskräfte Chemie der Regierung beileibe keinen Blankoscheck für steuerpolitische Untätigkeit aus. „Führungskräfte tragen als Leistungsträger der Gesellschaft entscheidend zum aktuellen wirtschaftlichen Aufschwung bei“, erinnert Gerhard Kronisch. Eine durchgreifende Reform zur Vereinfachung des Steuersystems tue nach wie vor not, ebenso wie die im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und FDP angekündigte Abmilderung der sogenannten kalten Progression.
PM_Steuerpolitik (PDF-Datei, 15.0 KB)
Internationales Jahr der Chemie 2011 steht vor der Tür
Die Chemie hat für die heutige Lebensqualität der Menschen und ihre künftigen Lebensbedingungen eine immense Bedeutung. Darauf will das Internationale Jahr der Chemie aufmerksam machen, das die UN weltweit für 2011 ausgerufen hat. Es steht unter dem Motto „Chemie – unser Leben, unsere Zukunft“. Ein zentrales Ziel ist es, vor allem jungen Menschen die faszinierenden Chancen und Möglichkeiten nahe zu bringen, die in der Welt der Moleküle und Formeln liegen. „Das schöpferische Potenzial der Chemie in Wissenschaft und Industrie wird heute mehr denn je gebraucht. Ihre Erkenntnisse, Verfahren und Produkte sind unverzichtbar für eine nachhaltige Entwicklung unseres Erdballs“, betont Prof. Dr. Michael Dröscher, Sprecher des Forums Chemie. Dieser eigens ins Leben gerufene Zusammenschluss der wichtigsten Chemieorganisationen in Deutschland koordiniert die Ereignisse rund um das Jahr der Chemie.
Das Internationale Jahr der Chemie 2011 wird am 27. und 28. Januar in Paris, dem Sitz der UNESCO, einem der Ausrichter des Aktionsjahres (s.u.) eröffnet. Die deutsche Auftaktveranstaltung findet knapp zwei Wochen später, am 9. Februar 2011, im Berliner Radialsystem V statt. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel wird die Eröffnungsrede halten. Außerdem stehen Schülerwettbewerbe zu den Themen Energie und Wasser sowie Diskussionsrunden über die naturwissenschaftliche Ausbildung und die Beiträge der Chemie für die Energieversorgung der Zukunft auf dem Programm der Nachmittagsveranstaltung.
Weitere zentrale Veranstaltungen in Deutschland werden das Wissenschaftsforum Chemie vom 4. bis 7. September in der Messe Bremen und der Bundesweite Tag der Offenen Tür am 24. September sein. Daneben wird es vielfältige regionale und lokale Veranstaltungen geben, mit denen derzeit der Eventkalender der Internet-Seite www.ijc2011.de gefüllt wird. Dort ist unter anderem auch ein Bildkalender zum Internationalen Jahr der Chemie erhältlich. Gemeinsam mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt soll außerdem Anfang September in Bremen eine Wanderausstellung zum Thema Nachhaltige Chemie eröffnet werden.
Was sich auf internationaler Ebene abspielt, verrät die Seite www.chemistry2011.org. Der dortige Eventkalender endet mit der Schlussveranstaltung zum Internationalen Jahr der Chemie am 1. Dezember 2011 in Brüssel.
Dass das internationale Jahr der Chemie ausgerechnet 2011 stattfindet, hat auch einen historischen Hintergrund: Im November 2011 jährt sich zum hundertsten Mal die Verleihung des Chemienobelpreises an Marie Curie. Der genialen Wissenschaftlerin verdanken wir bahnbrechende Erkenntnisse über das Wesen der Radioaktivität und den Aufbau der Materie. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen hat im Dezember 2008 auf Empfehlung der weltweit tätigen Institution für wissenschaftliche Fragen in der Chemie „Internationale Union für reine und angewandte Chemie” (IUPAC) und der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) beschlossen, dieses Jubiläum als Anlass zu nehmen, um auf die heutige Bedeutung der Chemie für eine nachhaltige Entwicklung unserer Erde hinzuweisen.
Um die Ausrichtung des Internationalen Jahres der Chemie in Deutschland kümmert sich das Forum Chemie. Ihm gehören folgende Organisationen an:
Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) (federführend), Berufsgenossenschaft Rohstoffe und Chemische Industrie (BG RCI), Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC), Deutsche Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie (DBG), Fonds der Chemischen Industrie (FCI), Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (DECHEMA), Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Verband angestellter Akademiker und leitender Angestellter der Chemischen Industrie (VAA) sowie der Verband der Chemischen Industrie (VCI).
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Max-Planck- und die Fraunhofer-Gesellschaft unterstützen das Internationale Jahr der Chemie in Deutschland.
Internationales Jahr der Chemie 2011 (PDF-Datei, 78 KB)
Viele Chemieunternehmen wollen einstellen
Die Führungskräfte Chemie rechnen für 2011 mit einer stabilen Beschäftigungslage. Ein Drittel der Chemieunternehmen will voraussichtlich neue Mitarbeiter einstellen. Dies zeigt die jährlich durchgeführte VAA-Umfrage zur Beschäftigungsentwicklung.
Der wirtschaftliche Aufschwung ist bei den meisten Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie angekommen. Rund ein Drittel der befragten Unternehmen will im kommenden Jahr neue Mitarbeiter einstellen. In diesen Unternehmen sind rund 31 Prozent der durch die Umfrage erfassten Beschäftigten angestellt. Die Hälfte der Chemieunternehmen geht von einer konstanten Beschäftigtenzahl aus. Hierbei zeigen sich keine Unterschiede zwischen Großkonzernen und kleinen sowie mittleren Betrieben.
Zu diesem Ergebnis kommt die vom Führungskräfteverband Chemie VAA durchgeführte Umfrage, in der Führungskräfte Prognosen zu den Personalperspektiven im kommenden Jahr abgeben. Die in die Umfrage einbezogenen Unternehmen decken knapp 75 Prozent aller in der chemischen Industrie Beschäftigten ab.
Angesichts dieser Ergebnisse mahnt Gerhard Kronisch, VAA-Hauptgeschäftsführer, den demografischen Wandel im Auge zu behalten: „Nachhaltiger Erfolg und zukunftsträchtige Wertschöpfung können nur gesichert werden, wenn wir in die Ausbildung junger Fach- und Führungskräfte investieren und den naturwissenschaftlichen Nachwuchs noch stärker als bisher fördern.“
Die Umfrage zeigt jedoch auch, dass einige Unternehmen die Krise weniger gut überstanden haben. Knapp 16 Prozent der befragten Unternehmen planen einen Stellenabbau. Dort sind 22 Prozent der durch die Umfrage erfassten Arbeitnehmer beschäftigt. Ausgehend von insgesamt rund 416.000 Beschäftigten in der chemischen Industrie wären circa 2.300 Stellen von diesen Streichungen betroffen. Die Stellenreduzierungen würden, wie bereits in den vergangenen Jahren, insbesondere die Bereiche Produktion und Serviceleistungen treffen.
Prognoserisiken entstehen durch den nicht mit Sicherheit abschätzbaren weiteren Verlauf der weltweiten Konjunktur.
Beschäftigungsentwicklung (PDF-Datei, 14.5 KB)
Führungskräfte warnen: EU-Rentenpläne beschädigen Betriebsrente
Die Führungskräfte Chemie befürchten, dass von Arbeitgebern zugesagte Betriebsrenten zu teuer werden. Sollten die rentenpolitischen Pläne der EU-Kommission umgesetzt werden, steht die Eigenständigkeit der Betriebsrenten auf dem Spiel.
Am aktuellen Grünbuch zur Rentenpolitik zeige sich nach Meinung der Führungskräfte Chemie VAA ein überzogener Regulierungsehrgeiz der EU-Kommission. „Unternehmen könnten sich zum Nachteil der Arbeitnehmer aus der betrieblichen Altersversorgung verabschieden“, warnt VAA-Vorstand Joachim Betz eindringlich. Gerade für Führungskräfte sei die betriebliche Altersversorgung eine besonders wichtige Säule der Alterssicherung.
„Es leuchtet nicht ein, Betriebsrenten den gleichen Regeln zu unterwerfen, wie sie für den privaten Versicherungsmarkt gelten“, kritisiert der für den Bereich der betrieblichen Altersversorgung zuständige VAA-Experte Betz. Im Grünbuch lassen sich Tendenzen erkennen, dass betriebliche Versorgungsträger privaten Lebensversicherungen und Pensionsfonds im Aufsichtsrecht weitgehend gleichgestellt werden sollen, auch in Bezug auf die Regeln zur Mindestkapitalausstattung. Damit will die EU-Kommission Wettbewerbsverzerrungen zwischen betrieblichen Versorgungsträgern und Anbietern der privaten Altersvorsorge verhindern. Das Problem: Eine undifferenzierte Übertragung rechtlicher Standards aus dem Bereich der privaten Vorsorge droht, betriebliche Versorgungszusagen zu verteuern und für den Arbeitgeber unattraktiver zu machen. Dazu Joachim Betz, gleichzeitig Präsident des Deutschen Führungskräfteverbandes ULA: „Man kann natürlich Wettbewerbsgleichheit auf einem Niveau herstellen, das nur noch einigen großen Versicherungskonzern erlaubt, Altersvorsorgeprodukte zu vertreiben.“ Aber das sei, so Betz, eine klare Marktbereinigung auf dem Rücken von Arbeitnehmern: „Den Unternehmen wird damit ein wichtiges Instrument in der Personalarbeit zur Mitarbeiterbindung genommen.“
PM EU-Grünbuch Rente (PDF-Datei, 14.8 KB)
Wirtschaftsweise gegen Gesetz zur Tarifeinheit
In seinem Herbstgutachten fordert der Sachverständigenrat für Wirtschaft, die im Grundgesetz verankerte Tarifpluralität vorbehaltlos zu akzeptieren. Dies begrüßt auch der Hauptgeschäftsführer der Führungskräfte Chemie VAA Gerhard Kronisch.
„Zu unterstreichen sind dabei insbesondere die gewichtigen verfassungsrechtlichen Bedenken wegen eines Verstoßes gegen Art. 9 Abs. 3 GG“, so Kronisch. Die fünf Wirtschaftsweisen haben sich eindeutig dagegen ausgesprochen, den Vorstoß von BDA und DGB zur gesetzlichen Regelung der Tarifeinheit aufzugreifen. Der VAA-Hauptgeschäftsführer kritisiert: „Der immer wieder bemühte Verweis auf sogenannte ‚englische Verhältnisse‘ hat mit der Realität der industriellen Beziehungen wenig zu tun.“ Das Gegenteil ist der Fall: Im öffentlichen Dienst und in der Chemie ist Tarifpluralität eine seit langem geübte Praxis. Durch den verantwortungsbewussten Umgang der Tarifvertragspartner mit der Tarifautonomie seien die von den Arbeitgebern befürchteten Verwerfungen und Lohnspiralen nach oben ausgeblieben, betont Gerhard Kronisch. „Im Übrigen drängen sich Regelungsnotwendigkeiten in Bezug auf das Arbeitskampfrecht nicht auf, auch wenn der Sachverständigenrat diese Frage etwas anders sieht“, so Kronisch weiter. Denn nur in Österreich und in der Schweiz werde noch seltener als in Deutschland gestreikt.
Wie verantwortungsbewusst die Tarifpartner im Allgemeinen handeln, beweist die moderate Lohnpolitik der vergangenen Jahre, die einen großen Anteil am Wiedererstarken der deutschen Wirtschaft hat. „Arbeitnehmer und Führungskräfte haben sehr besonnen agiert und die deutsche Industrie wieder konkurrenzfähig gemacht“, unterstreicht Kronisch. Das sei ja zuletzt auch ausdrücklich von der Bundesregierung durch Wirtschaftsminister Rainer Brüderles Appell anerkannt worden, im Aufschwung nunmehr für angemessene Lohnsteigerungen zu sorgen.
PM Sachverständigenrat gegen Tarifeinheit (PDF-Datei, 14.2 KB)
Forschungsausgaben steigern
Erstmals seit 1997 haben deutsche Unternehmen im vergangenen Jahr ihre Budgets für Innovationsprojekte reduziert. Die Ausgaben für F&E sanken um 3,1 Prozent. Da allerdings gleichzeitig die Umsätze der untersuchten Konzerne um 9,5 Prozent zurückgingen, ist die Innovationsintensität (Verhältnis des Innovationsetats zum Umsatz) leicht gestiegen. Dabei sind die Pharmaunternehmen mit einer Innovationsintensität von 11,2 Prozent Spitzenreiter.
Dazu Dr. Thomas Fischer, 1. Vorsitzender des VAA: „Es ist begrüßenswert, dass die deutsche Pharmaindustrie trotz erheblicher Umsatzeinbußen im vergangenen Jahr so viel in Forschung investiert hat. Sie sollte Vorbild auch für andere Zweige der Chemie-Branche sein.“ Der Rückgang in der Krise fiel bei deutschen Konzernen geringer aus als bei anderen Konkurrenten auf dem Weltmarkt. Dies sollte als Chance begriffen werden, den Vorsprung auszubauen, so Fischer weiter. „Wenn der Aufschwung in Deutschland früher und stärker als in den Nachbarländern wieder einsetzt, lohnt es sich doppelt, noch stärker in Forschung und Entwicklung zu investieren. Nur so kann zukunftsträchtige Wertschöpfung und damit nachhaltiger Erfolg gesichert werden.“
Europaweit gaben deutsche Unternehmen mit 27,7 Milliarden Euro am meisten für Forschung aus. Sie tätigten 7,6 Prozent der weltweiten F&E-Investitionen. Weltweit sanken die F&E-Ausgaben um 3,5 Prozent auf 363 Milliarden Euro. Die zwei asiatischen Wachstumsmärkte China und Indien erhöhten hingegen ihre Investitionsausgaben um knapp 42 Prozent. Die weitgehende Resistenz gegen die globale Rezession spielt hier eine Rolle. Außerdem erklären sich die hohen Steigerungsraten auch durch die niedrigere Ausgangsbasis der Forschungsinvestitionen.
Das Pharmaunternehmen Roche ist die Nummer eins des F&E-Rankings, offenkundig nicht umsonst Preisträger des diesjährigen Kölner Chemie-Preises des VAA. Die Angaben basieren auf einer Studie der Unternehmensberatung Booz & Company. Sie analysiert jährlich, wie sich die Ausgaben der 1.000 forschungsintensivsten Unternehmen weltweit entwickeln.
Forschungsausgaben (PDF-Datei, 14.7 KB)
Berufsgewerkschaften: Gesetz zur Tarifeinheit würde Chaos heraufbeschwören
Tarifeinheit nach Mehrheitsprinzip ist nicht nur rechtswidrig, sondern schafft auch unsichere Rechtsverhältnisse. Ein Chaos an Klagen und Prozessen ist vorprogrammiert, wenn durch ein Gesetz zur faktischen Erzwingung der Tarifeinheit im Betrieb die komplexen, durch eine Vielzahl von Entscheidungen der Arbeitsgerichte geprägten Regelungen auf den Kopf gestellt würden. Die Politik ist auch deshalb gut beraten, den Forderungen der Arbeitgeberverbände und des Deutschen Gewerkschaftsbundes nach einer gesetzlichen Festschreibung der Tarifeinheit nicht zu folgen. Dies war der einhellige Tenor des jüngsten Treffens von sechs Berufs- und Fachgewerkschaften in Berlin. „Es gibt keinen Regelungsbedarf im Tarifvertragsrecht. Ein Gesetz ist schlicht nicht notwendig und würde nur Rechtsunsicherheit schaffen, wo längst Rechtsklarheit herrscht“, erklärten die Vertreter des Marburger Bundes (MB), der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF), der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO), des Führungskräfteverbandes Chemie (VAA) und der Vereinigung Cockpit (VC).
Das Grundrecht eines jeden Arbeitnehmers, frei darüber zu entscheiden, welche Gewerkschaft für ihn Tarifverhandlungen führt und Tarifverträge abschließt, dürfe in keiner Weise beschnitten werden. Tarifpluralität und Gewerkschaftspluralismus seien lebendiger Ausdruck der in Artikel 9 Abs. 3 Grundgesetz garantierten Koalitionsfreiheit für jedermann und für alle Berufe, betonten die Teilnehmer.
PM Berufsgewerkschaften Gesetz Tarifeinheit (PDF-Datei, 169 KB)
Chemie-Führungskräfte bleiben länger im Berufsleben
Die Führungskräfte der Chemischen Industrie gehen deutlich später in den Ruhestand als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Ruhestandsbezüge im Vergleich zu ihrem letzten Arbeitseinkommen. Das zeigt eine Umfrage des VAA – Führungskräfte Chemie zur Altersversorgung unter rund 2.700 Pensionären.
Das durchschnittliche Pensionierungsalter der Chemie-Führungskräfte ist von 61,5 Jahren im Jahr 2002 auf 63 Jahre im Jahr 2008 angestiegen. Der Beginn des Ruhestands hat sich bei dieser Berufsgruppe somit noch schneller nach hinten verschoben als das allgemeine faktische Renteneintrittsalter, das im gleichen Zeitraum von 62 auf 63 Jahre angestiegen ist. Der Versorgungsgrad, der das Verhältnis der Ruhestandbezüge zum letzten Arbeitseinkommen abbildet, ist hingegen weiter gesunken. Im Jahr 1999 lag der durchschnittliche Bruttoversorgungsgrad bei den pensionierten Führungskräften in der Chemie noch bei rund 45 Prozent. 2009 waren es unter 40 Prozent. Im Tarifbereich werden im Durchschnitt Versorgungsgrade von über 50 Prozent erreicht.
Ein wesentlicher Grund für den sinkenden Versorgungsgrad ist aus Sicht des VAA die Abkehr vieler Unternehmen von endgehaltsbezogener betrieblicher Altersversorgung und die Umstellung von berechenbaren Leistungszusagen zu rein beitragsorientierten Systemen. Damit werden finanzielle Risiken durch längere Lebenserwartung oder schwankende Kapitalmarktzinsen zunehmend von den Arbeitnehmern getragen.
Gleichzeitig steigt der Anteil, den die Führungskräfte selbst durch Maßnahmen wie Entgeltumwandlung an der Finanzierung ihrer Ruhebestandbezüge leisten. Dr. Thomas Fischer, 1. Vorsitzender des VAA: „Das ermittelte durchschnittliche Versorgungsniveau können Führungskräfte nur erreichen, wenn sie sich mit erheblichen Teilen ihres Einkommens am Aufbau der betrieblichen Altersversorgung beteiligen. Der erforderliche Eigenanteil ist in den letzten Jahren stetig gewachsen.“
VAA-Pensionärsumfrage (PDF-Datei, 13.8 KB)
Storm fordert Sozialpartner zur Gestaltung des demografischen Wandels auf
Der beamtete Staatssekretär im Bundesarbeitsministeriums Andreas Storm (CDU) hat auf einem gemeinsamen Kongress der europäischen Sozialpartnerverbände in der Chemie in Potsdam den wesentlichen Anteil hervorgehoben, den die Sozialpartnerverbände an der Bewältigung der enormen Herausforderungen durch den Demografischen Wandel hätten.
Nach Auffassung aller beteiligten Verbände besteht eine zentrale Aufgabe darin, das Erwerbsleben angesichts des sinkenden Erwerbspotentials alternsgerecht zu gestalten. Storm machte in seinem Grußwort deutlich, dass der Irrweg der Frühverrentung in Deutschland endgültig aufgegeben werden müsse und äußerte sich zuversichtlich, dass es gelingen werde, die Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer zu steigern.
Die Tagung der europäischen Fachverbände ECEG (European Chemical Employers Group), EMCEF (European Mining, Chemical and Energy Workers Federation) und der FECCIA (Fédération Européenne des Cadres de la Chimie et des Industries annexes) wird von der europäischen Kommission gefördert und führt über 70 Experten aus Wirtschaft, Verbänden und Gewerkschaften zusammen. Es ist die erste gemeinsame Veranstaltung der drei europäischen Sozialpartnerverbände.
Die Tagung ist Bestandteil eines wissenschaftlichen Projektes. Unter organisatorischer Federführung der FECCIA und ihres deutschen Mitgliedsverbandes, Führungskräfte Chemie VAA, untersucht der Lehrstuhl von Prof. Thusnelda Tivig, Universität Rostock, Bedeutung und Gewicht des demographischen Wandels für die chemische Industrie in Europa. Prof. Tivig präsentierte auf der Konferenz erste Zwischenergebnisse einer umfassenden Studie.
PM Demografie-Kongress (PDF-Datei, 13.1 KB)
ELENA "unrettbar verfassungswidrig"
Der Marburger Bund und die Führungskräfte Chemie VAA fordern den Gesetzgeber auf, das Verfahren zum elektronischen Entgeltnachweis (ELENA) zu beenden. Gestützt auf ein heute in Berlin vorgestelltes Gutachten des vor wenigen Tagen verstorbenen Staatsrechtlers Professor Dr. Heinrich Wilms vom Institut für Recht und Politik der Arbeits-, Sozial- und Wirtschaftsbeziehungen an der Zeppelin University Friedrichshafen, halten beide Verbände ELENA für verfassungswidrig.
Das Bundesverfassungsgericht hat es in seiner gestrigen Eilentscheidung zwar abgelehnt, die Anwendung des ab 1. Januar dieses Jahres in Kraft getretenen ELENA-Gesetzes mit sofortiger Wirkung auszusetzen. Die Entscheidung über einen Eilantrag sagt aber nichts darüber aus, ob eine gesetzliche Regelung verfassungswidrig ist. „Maßgeblich ist für das Gericht, dass die Daten erst ab 2012 abgerufen werden könnten. Das Gericht sieht also keine Gefahr im Verzug, deutet aber verfassungsrechtliche Bedenken an“, betonte Professor Dr. Georg Jochum, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht der Zeppelin University. Die Ablehnung des Eilentscheides könne daher möglicherweise auch bedeuten, dass das Gericht sich grundsätzlich zur Sache äußern und dem Gesetzgeber keinen Vorwand liefern wolle, das Gesetz vor der Entscheidung wieder zu kassieren.
Betrachte man die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Vorratsdatenspeicherung, so kollidiere ELENA in seiner derzeitigen Form schon aus prinzipiellen Gründen mit der Verfassung. „Die zentrale Erhebung, Speicherung, Verwendung und Weitergabe personenbezogener Daten im ELENA-Verfahren greift in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung der Dateninhaber ein. Dieser Eingriff ist nicht gerechtfertigt und kann auch nicht gerechtfertigt werden“, erläuterte Jochum wesentliche Aussagen des Gutachtens seines verstorbenen Kollegen Wilms.
Selbst wenn der Gesetzgeber formale Mängel beseitige, sei das ELENA-Verfahrensgesetz und die dazu erlassene Durchführungsverordnung "unrettbar verfassungswidrig". Jochum begründete dies u.a. mit dem evidenten Verstoß gegen das Verbot der Vorratsdatenspeicherung. „Da der Gesetzgeber die zentrale Datensammlung in ELENA noch um weitere Zwecke erweitern will, ist im derzeitigen Status des Gesetzes bereits davon auszugehen, dass es sich bei der zentralen Datensammlung um eine Vorratsdatenspeicherung handelt, die es ermöglichen soll, eine zentrale Datenbank zu errichten, in der - in der Endausbaustufe - alle personenbezogenen Daten aller Bürger zu jedem denkbaren Zweck gespeichert sind“, sagte Jochum.
Der 1. Vorsitzende der Führungskräfte Chemie VAA, Dr. Thomas Fischer, nannte die zentrale Speicherstelle (ZSS) in Würzburg die "gesamtdeutsche Superlohnbuchhaltung". Er kritisierte das Vorhaben als "bedenklichen EDV-Feldversuch im Maxi-Maßstab". Er warnte vor allem vor der zentralen Erfassung so sensibler Daten wie dem Vorliegen einer Abmahnung oder den genauen Kündigungstatbeständen. Die zentrale Verwaltung derartiger Daten für rund 40 Millionen Beschäftigte sei offenkundig missbrauchs- und fehleranfällig. Sie könne dem Fortkommen der betroffenen Arbeitnehmer erheblich schaden.
Auch der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, forderte ein „sofortiges Moratorium der gigantischen Datensammlung“: „Niemand, der jetzt in der Politik Verantwortung trägt, kann die in dem Gutachten genannten verfassungsrechtlichen Einwände übergehen. Insbesondere setzen wir auf den in der Sache zuständigen Bundeswirtschaftsminister, seine Sensibilität für Bürgerrechte und Bürokratieabbau und sein Engagement für den Mittelstand, das Rückgrat unserer Wirtschaft“, sagte Henke.
Beide Verbandsvorsitzenden bezweifelten angesichts der vergleichsweise geringen Einsparungen an Bürokratiekosten von per Saldo nur neun Millionen Euro pro Jahr, dass das Gesetz im Sinne des Verfassungsrechts zur Erreichung der angestrebten Verwaltungsvereinfachung geeignet sei. Vielmehr hätten gerade kleine und mittlere Unternehmen durch das elektronische Signaturverfahren erheblichen Mehraufwand zu verzeichnen.
Das Gutachten von Professor Wilms mit dem Titel „ELENA und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung“ kann auf Nachfrage beim VAA und dem Marburger Bund angefordert werden.
PM ELENA (PDF-Datei, 136 KB)
Statement Prof. Dr. Georg Jochum, Zeppelin University Friedrichshafen (PDF-Datei, 24 KB)
Statement Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes (PDF-Datei, 27 KB)
Statement Dr. Thomas Fischer, 1. Vorsitzender des VAA Führungskräfte Chemie (PDF-Datei, 29 KB)
Bei Roche stimmt die Chemie
Der Führungskräfteverband Chemie VAA zeichnet Roche mit dem
Kölner Chemie-Preis 2010 aus.
Die Roche Diagnostics GmbH erhält heute vom Führungskräfteverband Chemie VAA den Kölner Chemie-Preis 2010. Unter dem Motto „VAA – hier stimmt die Chemie!“ zeichnet der Verband das Unternehmen für seine vorbildliche und nachhaltige Personalarbeit aus. Roche belegt in diesem Jahr den ersten Platz im Ranking der jährlich unter Führungskräften in der chemischen und pharmazeutischen Industrie durchgeführten VAA-Umfrage.
Dr. Thomas Fischer, 1. Vorsitzender des VAA: „Der Kölner Chemie-Preis ist einzigartig. Die Mitarbeiter selbst ehren ein Unternehmen, das mit seiner Personalpolitik ein positives Be-triebsklima schafft. Die bei Roche befragten Führungskräfte bringen ihrem Arbeitgeber auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten sehr viel Wertschätzung und Vertrauen entgegen. Nur wer motiviert ist, steht für sein Unternehmen ein.“
„Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung“, sagt Edgar Vieth, Geschäftsführer Personal und Geschäftsführer der Roche Diagnostics GmbH. „Sie zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, unsere Arbeitgeberqualitäten ständig zu verbessern und für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Umfeld zu schaffen, in dem die Arbeit Freude macht.“
Die Preisverleihung erfolgt im Gürzenich Köln. Das Grußwort spricht Dr. Herbert Ferger, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln. Die Laudatio hält Walter Vogg, Leiter Personal/Soziales des Vorjahrespreisträgers Wacker Chemie AG. Zahlreiche Vertreter von Chemie- und Pharmaunternehmen, Politik und Verbänden nehmen an der Veranstaltung teil.
Die Entscheidung für Roche basiert auf der 2010 vom VAA zum neunten Mal durchgeführten Befindlichkeitsumfrage unter gut 2.000 außertariflichen und Leitenden Angestellten in 26 bedeutenden Chemie- und Pharmaunternehmen. In den Kategorien Unternehmensstrategien, Unternehmenskultur, Arbeitsbedingungen, persönliche Befindlichkeiten und Motivation beurteilten die Führungskräfte die aktuelle Stimmung in ihrem Unternehmen.
Kölner Chemie-Preis 2010 (PDF-Datei, 14.3 KB)
Tariflandschaft profitiert von Pluralität
Die Stärkung der Tarifpluralität durch das Bundesarbeitsgericht (BAG) ist keine Gefahr, sondern ein Gewinn für das deutsche Tarifsystem. Sie gewährleistet das notwendige Maß an Wettbewerb bei größtmöglicher Wahrung der Einheitlichkeit.
„Mehr Tarifpluralität einzufordern heißt nicht, automatisch den Flächentarif zu zerschlagen“, so Gerhard Kronisch, Hauptgeschäftsführer des Führungskräfteverbandes Chemie (VAA). Gerade in der Chemischen Industrie habe sich die Sozialpartnerschaft, bestehend aus dem Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC), der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) und dem VAA, über Jahrzehnte bewährt. Kronisch weiter: „Dies können und wollen wir zu keinem Zeitpunkt infrage stellen. Vernunft und gegenseitiger Respekt haben in der Chemie zu einem vertrauensvollen, konstruktiven und – das sage ich nicht ohne Stolz – für alle Branchen beispielhaften Miteinander geführt.“ Dieses Erfolgsmodell werde durch die BAG-Entscheidung in keiner Weise gefährdet. „Dass unterschiedliche Berufsgruppen gebührend vertreten werden, ist Teil des Erfolgsrezeptes in der Chemie“, betont der VAA-Hauptgeschäftsführer.
Mit der Aufhebung des richterrechtlichen Prinzips der Tarifeinheit haben die Richter des BAG am 7. Juli 2010 einen wichtigen und mutigen Schritt getan. Die Veränderung der Rechtsprechung in diesem Punkt war überfällig, denn die grundrechtlich geschützte Koalitionsfreiheit ist kein Privileg bestehender Gewerkschaften und Verbände. Deshalb hat das BAG recht, wenn es nunmehr feststellt, das System der Tarifautonomie sei auf Pluralität und Wettbewerb angelegt.
Der gemeinsame Vorstoß der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für alleinige Geltung des Tarifvertrages der Mehrheitsgewerkschaft im Betrieb wird entgegen seinem erklärten Ziel faktisch der Zerklüftung der Tariflandschaft und dem Häuserkampf Vorschub leisten. Dass dieser Gesetzesvorschlag mit der Verfassung nicht vereinbar ist, ist das Ergebnis der aktuellen Gutachten der beiden renommierten Experten für Arbeitsrecht Prof. Wolfgang Däubler und Prof. Volker Rieble, die dem VAA vorliegen und auf Nachfrage zur Verfügung gestellt werden können. Der Führungskräfteverband Chemie weist deshalb den jüngsten Vorstoß von BDA und DGB zurück, die Tarifeinheit über den Gesetzgeber um den Preis einer Verfassungsänderung wiederherstellen zu lassen. Sollten die Bürger den Eindruck gewinnen, dass die Verfassung zur Disposition mächtiger Verbände steht, wäre dem freiheitlich demokratischen Verfassungsstaat ein nicht mehr wieder gutzumachender Glaubwürdigkeitsschaden zugefügt.
VAA-Hauptgeschäftsführer Gerhard Kronisch wirbt bei allen Entscheidungsträgern in der Politik eindringlich dafür, von unüberlegten Eingriffen in die grundrechtlich geschützten Freiheiten wie die Koalitionsfreiheit Abstand zu nehmen. Er warnt die Beteiligten davor, in Aktionismus zu verfallen: „Wer englische Verhältnisse heraufbeschwört und gleichzeitig wider besseres Wissen die Koalitionsfreiheit auszuhebeln versucht, wird seiner gesellschaftlichen Verantwortung nicht gerecht.“ Dies führe zu einer Radikalisierung in Teilen der Arbeitnehmerschaft, an der niemandem in Deutschland gelegen sein könne. „Tarifpluralität leben heißt, Verantwortung für alle Arbeitnehmer zu übernehmen“, so Kronisch. Die deutsche Tariflandschaft werde dadurch nur bereichert und gefestigt.
PM Tarifpluralität 2010 (PDF-Datei, 42 KB)
Sinkende Boni für Führungskräfte
Die Wirtschaftskrise hat sich auf die Einkommen der Führungskräfte ausgewirkt. Die variablen Bezüge sanken im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um 13 Prozent.
Zu diesem Ergebnis kommt die jährliche Einkommensumfrage des Verbandes VAA – Führungskräfte Chemie. Rund 5.600 Führungskräfte in der chemischen Industrie in Deutschland haben sich beteiligt. Die Umfrage zeigt: Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat sich 2009 deutlich auf die variablen Bezüge der Führungskräfte ausgewirkt. Diese gingen gegenüber dem Vorjahr im Schnitt um 13 Prozent beziehungsweise 1.800 Euro zurück.
Bei den Fixgehältern war ein Anstieg um durchschnittlich drei Prozent zu verzeichnen. Das Gesamteinkommen der Führungskräfte ist 2009 um ein Prozent gestiegen. So verdiente eine 40-jährige Führungskraft mit Hochschulausbildung und 14 Berufsjahren in entsprechend verantwortungsvoller Position im letzten Jahr durchschnittlich knapp 90.000 Euro.
Die Unternehmensgröße ist ein entscheidender Faktor für die Höhe des Gesamteinkommens. In Großunternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern liegen die Gesamteinkommen rund 26 Prozent über denen in kleinen Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern. Mit zunehmenden Berufsjahren steigt das Gesamteinkommen. Zwischen dem 5. und 25. Berufsjahr erhöht es sich um durchschnittlich 3.000 Euro jährlich.
Der Vergleich zwischen Frauen und Männern zeigt, dass die Gesamteinkommen bis zum 11. Berufsjahr auf gleichem Niveau liegen. Ab dem 12. Berufsjahr bildet sich eine Schere aus und die Einkommen der Frauen liegen unter denen der Männer. Im 15. Berufsjahr verdienen Männer im Schnitt bereits 10 Prozent mehr, im 20. Berufsjahr wächst der Unterschied auf 19 Prozent an.
Einkommensumfrage 2009 (PDF-Datei, 13.2 KB)

