
Aktuelle Pressemitteilungen des VAA:
Burnout: Führungskräfte nehmen Risiko ernst
Für Führungskräfte ist Burnout keine Modediagnose, sondern ein ernst zu nehmendes Risiko, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Führungskräftepanels "Manager Monitor". Demnach ist das Thema in der Wahrnehmung hochqualifizierter Fach- und Führungskräfte in jüngster Zeit noch einmal deutlich in den Vordergrund gerückt.
"Führungskräfte betrachten Burnout als eine reale Gefahr", betont Andreas Zimmermann, Geschäftsführer beim Führungskräfte Institut. "Mehr noch: Auch die meisten Unternehmen haben das Problem als ein solches erkannt und arbeiten bereits an Lösungsstrategien." Es bestehe allerdings noch Verbesserungspotential. Bei der Gewichtung möglicher Burnout-Ursachen gibt es eine klare Rangfolge: An erster Stelle stehen Termindruck und Arbeitsverdichtung, gefolgt von fehlender Anerkennung durch Vorgesetzte. Dagegen spielen Gründe wie mangelnde Identifikation mit Arbeitsinhalten oder Unterbezahlung aus Sicht der meisten Panelteilnehmer eine eher geringe Rolle beim Zustandekommen eines Burnouts.
In den Ergebnissen offenbare sich auch ein gewisses Maß an Ambivalenz, ergänzt der Hauptgeschäftsführer des Führungskräfteverbandes Chemie VAA Gerhard Kronisch: "Man gibt zwar das Problem von Leistungs- und Belastungsgrenzen zu, ein offener Umgang mit der Problematik fällt aber vielen Führungskräften schwer." Dies liege möglicherweise an der gestiegenen medialen Präsenz des Themas. Schwierig wird es für die Befragten bei der genauen Definition des Burnout-Begriffes. Weit verbreitet ist dabei die Meinung, dass es burnoutähnliche Überlastungsreaktionen schon immer gegeben habe. "Diese sind eben früher anders diagnostiziert worden", erläutert Kronisch das Problem. Aus der Umfrage gehe aber ebenso deutlich hervor, dass nur eine Minderheit die aktuelle Burnout-Diskussion für übertrieben halte.
Zugleich liefern die Umfrageergebnisse wertvolle Hinweise zur Vermeidung von Burnouts. Nach Auffassung der Führungskräfte tragen vor allem ein wertschätzender Führungsstil, aktives Feedback und die Gewährung von Autonomie bei der Aufgabenerfüllung zu einem gesunden Arbeitsklima bei. Wichtig sei es, unterstreicht VAA-Hauptgeschäftsführer Kronisch, sich des Burnout-Risikos stets bewusst zu sein: "Wer das Problem unterschätzt oder verharmlost, setzt seine Gesundheit aufs Spiel."
Die vollständige Auswertung der Umfrage ist auf Nachfrage per E-Mail an info@fki-online.de erhältlich. Ab 25. Januar wird eine kommentierte Auswertung auf www.manager-monitor.de veröffentlicht.
Umfrage Burnout (PDF-Datei, 336 KB)
Chemie stabil – Pharma baut ab
Die Führungskräfte Chemie rechnen für 2012 mit einer insgesamt stabilen Beschäftigungslage – trotz der schwachen Konjunkturprognosen. Dabei zeichnet sich ab, dass viele Chemieunternehmen ihre Belegschaftszahlen stabil halten oder Mitarbeiter einstellen wollen, während die Pharmaindustrie insgesamt eher Stellen abbauen wird.
Die Beschäftigtenzahlen in der Chemieindustrie bleiben stabil. Trotz Euro- und Finanzkrise geht über die Hälfte der Unternehmen von einer konstanten Beschäftigtenzahl aus. Zu diesem Ergebnis kommt die vom Führungskräfteverband Chemie VAA durchgeführte Umfrage zur Beschäftigungsentwicklung im kommenden Jahr. Hier geben Führungskräfte Prognosen zu den Personalperspektiven in ihren Unternehmen ab. Die Umfrage bildet hauptsächlich die Entwicklung in den Großunternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie ab.
Dabei zeigt sich ein klarer Trend: Während die Chemie insgesamt von einer stabilen Beschäftigungslage ausgeht oder sogar neue Mitarbeiter einstellen möchte, wird im Pharmabereich eher abgebaut. Rund ein Drittel der abgebildeten Firmen will im kommenden Jahr neue Mitarbeiter einstellen. In diesen, vorwiegend der chemischen Industrie zuzuordnenden Unternehmen, sind rund 27 Prozent der durch die Umfrage erfassten Beschäftigten angestellt. 22 Prozent der Unternehmen planen einen Stellenabbau. Dort sind ein Viertel der durch die Umfrage abgebildeten Arbeitnehmer beschäftigt. Ausgehend von insgesamt rund 423.000 Beschäftigten in der chemischen Industrie wären circa 3.640 Stellen von diesen Streichungen betroffen. Die Stellenreduzierungen würden, wie bereits in den vergangenen Jahren, insbesondere die Bereiche Produktion und Serviceleistungen treffen.
Angesichts dieser Ergebnisse appelliert Gerhard Kronisch, VAA-Hauptgeschäftsführer, an die Bundesregierung, ihre Abkehr von der ursprünglich im Koalitionsvertrag vereinbarten Einführung einer Forschungsförderung noch einmal zu überdenken. Deutschland sei auf eine innovative und erfolgreiche Industrie angewiesen: „Die steuerliche Förderung hat nicht nur einen positiven Effekt auf die FuE-Investitionen von Unternehmen in Deutschland, sondern auch auf das wirtschaftliche Wachstum und damit die Steuereinnahmen des Staates.“
Prognoserisiken entstehen durch den nicht mit Sicherheit abschätzbaren weiteren Verlauf der Finanzkrise.
Beschäftigungsentwicklung (PDF-Datei, 62 KB)
Wettbewerbsfaktor Vielfalt
Auf ihrer gemeinsamen Sozialpartner-Fachtagung „Diversity Management“ haben Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) und der Verband angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie (VAA) am Mittwoch dafür plädiert, die Vielfalt unter den Arbeitnehmern bewusst zu fördern und Diversity als wichtigen Wettbewerbsfaktor anzuerkennen. Die Sozialpartner setzen sich in den Unternehmen der chemischen Industrie und angrenzenden Branchen dafür ein, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das die Persönlichkeitsentfaltung fördert und frei von Diskriminierungen ist.
Vielfalt im Hinblick auf Geschlecht, Nationalität, Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexuelle Orientierung und Identität verbessert nicht nur das Betriebsklima, sondern steigert auch die Produktivität: Wie die vorgestellten Beispiele aus der Praxis zeigen, finden gemischte Teams schneller zu innovativen und kreativen Problemlösungen als homogene Gruppen. Auch im Wettbewerb um talentierte Nachwuchskräfte ist die Festigung einer Unternehmenskultur, in der Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit Akzeptanz finden, unabdingbar. Denn Unternehmen, die Vielfalt schätzen, können sich als attraktive Arbeitgeber positionieren.
BAVC und VAA sehen es als ihre Aufgabe an, die Unternehmen der chemischen Industrie bei der Gestaltung dieser Rahmenbedingungen zu unterstützen. Wolfgang Goos, BAVC-Hauptgeschäftsführer, betonte: „Diversity sollte ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur sein. Dabei kommt Führungskräften eine Schlüsselfunktion bei der Verwirklichung zu. Gerade sie sollten diese Kultur fördern und fordern. Denn nur gelebte Vielfalt macht Unternehmen attraktiver für potenzielle Bewerber.“
Dr. Thomas Fischer, 1. Vorsitzender des VAA, unterstrich: „Personelle Vielfalt verbessert das Betriebsklima und erhöht die Produktivität. Man erzielt Wertschöpfung durch Wertschätzung. Gerade in Zeiten der Globalisierung und des demografischen Wandels bleibt der Wirtschaftsstandort Deutschland nur wettbewerbsfähig, wenn die Chancen personeller Vielfalt erkannt und die Potenziale aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich gefördert werden.“
Sozialpartnerfachtagung Diversity Management (PDF-Datei, 79 KB)
Führungskräfte Chemie: Forschungsförderung stärkt Standort Deutschland
Der Führungskräfteverband Chemie VAA begrüßt die Empfehlung der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) zur Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung. Nur mit Forschung und Entwicklung in den Unternehmen kann die Innovationsfähigkeit der deutschen Industrie langfristig gewährleistet werden.
Die im aktuellen EFI-Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands vorgestellten Maßnahmen setzen die richtigen Akzente, um die Innovationsfähigkeit deutscher Unternehmen dauerhaft zu stärken. „Wer auf lange Sicht den Industriestandort sichern will, ist gut beraten, Forschung und Entwicklung vor Ort zu fördern“, unterstreicht VAA-Hauptgeschäftsführer Gerhard Kronisch. Dies trage nicht nur zur Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie bei, sondern sorge gleichzeitig für qualifizierte Beschäftigung.
Dem EFI-Gutachten zufolge sollen vermehrt Hürden für die Einbeziehung von Innovatoren ohne FuE abgebaut werden. Zugleich regt das Beratungsgremium der Bundesregierung eine steuerliche Förderung von Unternehmen an, damit diese FuE-Aktivitäten unternehmen, beibehalten oder erweitern können. „In Zeiten des dringend angebrachten fiskalischen Sparkurses ist Deutschland mehr denn je auf eine innovative und erfolgreiche Industrie angewiesen“, erläutert VAA-Hauptgeschäftsführer Kronisch. Forschung steuerlich zu fördern und gleichzeitig den Haushalt zu konsolidieren schließe sich keineswegs aus. „Während der Finanzierungsspielraum für individuelle Steuersenkungen zurzeit zu Recht einschränkt ist, würde sich die Förderung der industriellen Innovationskraft innerhalb kürzester Zeit mit barer Münze für den Staat auszahlen“, so Kronisch weiter. Daher sei die Bundesregierung gut beraten, ihre Abkehr von der ursprünglich im Koalitionsvertrag vereinbarten Einführung einer Forschungsförderung noch einmal zu überdenken.
PM Forschungsfoerderung (PDF-Datei, 14.0 KB)

