Vom Gewinn, die Freiheit nicht zu fürchten

Gerade der Bereich der qualifizierten Fachkräfte, insbesondere in den MINT-Berufen, wird in den kommenden Jahrzehnten am stärksten vom Fachkräftemangel getroffen. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit wird dieses Problem nicht beheben, da sie für hochqualifizierte Arbeitskräfte bereits seit vier Jahren gilt. Nennenswerte Effekte sind nicht zu verzeichnen, wie eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zum Ingenieursarbeitsmarkt 2010/11 eindrucksvoll belegt.

Laut IW-Studie sind die meisten osteuropäischen Ingenieure schon 2004 nach Schweden, Irland oder Großbritannien ausgewandert. Warum? Die Bundesagentur für Arbeit führt an, dass Ingenieure weltweit gefragt seien und selbst in Osteuropa sehr gut bezahlt würden. Die „Wanderanreize“ nach Deutschland sind also denkbar gering – die griffige Formel vom Ausgleich durch Zuwanderung ist eine Illusion. Im Niedriglohnsektor sieht die Situation freilich anders aus. Dort müssen noch einige rechtliche Lücken zur Umgehung von Mindestlöhnen und -standards geschlossen werden. Eine stufenweise Anpassung der Löhne sei hier sinnvoll, meint beispielsweise das IAB.

Insgesamt aber werden Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen von der Arbeitnehmerfreizügigkeit profitieren. Es bringt keinen Gewinn, die Freiheit dauerhaft beschränken zu wollen. Dies gilt für uns, unsere EU-Partner, aber auch für die vielen Millionen Menschen, die von einem freien Leben nur träumen können. Die bereits zweieinhalb Jahrhunderte alten Worte des amerikanischen Wissenschaftlers und Staatsmannes Benjamin Franklin haben nichts von ihrer Gültigkeit verloren: „Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.“

Gerhard Kronisch, Hauptgeschäftsführer des VAA

Gerhard Kronisch

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