VAA Newsletter Ausgabe Januar 2010
- Krisenklima – Klimakrise
- Erste VAA Studentenumfrage
- Kein Hausverbot für Betriebsratsvorsitzenden
- Keine Betriebsrente bei Arbeitslosengeld
- Betriebsräte sorgen für Weiterbildung
- Kurzmeldungen, Termine, Links
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Krisenklima – Klimakrise
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde! Gemeinsam haben wir Abschied genommen von einem Jahr, das wie kaum ein anderes geprägt war von Krisen und Zukunftsängsten. Dennoch kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, noch einmal relativ glimpflich davongekommen zu sein. Trotz drastischer Einbrüche in Produktion und Nachfrage im Jahr 2009 schüren erste Prognosen zarte Hoffnungen, dass die Talsohle bereits überschritten ist: Laut dem Verband der Chemischen Industrie wird die Produktion im Jahr 2010 um
5 %, der Umsatz auf 6 % steigen. Es liegt nun an der Chemie, den Wirtschaftsmotor Deutschland zu ölen und wieder auf Touren zu bringen.
Was erwartet uns in diesem Jahr? Es steht wieder eine neue Tarifrunde an – die erste nach Ausbruch der Wirtschaftskrise. Diese Runde steht ganz im Zeichen der Beschäftigungssicherung, gepaart mit der Aussicht auf einen maßvollen Gehalts- und Lohnanstieg. Denn wer die Notwendigkeit der langfristigen Beschäftigungssicherung leugnet, kann auf Dauer keine erfolgreiche Unternehmenspolitik betreiben. Nur gemeinsam können wir die bevorstehenden Herausforderungen meistern.
Im Jahr eins nach der Klimakonferenz von Kopenhagen gehört der Klimaschutz zu den wichtigsten und zugleich schwierigsten Aufgaben. Auch wenn Kopenhagen allgemein als gescheitert betrachtet wird – müssen wir uns nicht fragen, ob wir vielleicht überzogene Erwartungen an das Ergebnis geknüpft haben? Allein die Bereitschaft zur Einrichtung eines globalen Klimaforums ist bereits ein Fortschritt im Vergleich zu Kyoto. Erstmals erkennt ein Großteil der Schwellenländer an, dass auch ihrerseits etwas getan werden muss. Wir in Europa können die gewaltigen Lasten nicht allein schultern.
Für alle gilt es nun, Verantwortung zu übernehmen. Nachhaltigkeit bedeutet, dass sämtliche Ressourcen geschont werden müssen. Jeder Einzelne ist in der Pflicht, sorgsam mit Luft, Wasser und Rohstoffen umzugehen, nicht allein die Industrie. An uns aber liegt es, nach Best-Practice-Beispielen zu streben und gleichzeitig wirtschaftlich vernünftig zu agieren. So hat in den letzten Jahren die europäische Chemieindustrie ihre Schadstoffemissionen deutlich reduziert.
Klimaschutz und Beschäftigungssicherung sollten aufeinander aufbauen. Potential ist zur Genüge vorhanden: In den Wachstumsmärkten Asien und Lateinamerika könnten bereits vorhandene Kapazitäten strategisch klug ausgebaut und um den ökologischen Faktor ergänzt werden.
Wir können uns der unbequemen Wahrheit nicht entziehen und müssen den industriellen Wandel konsequent vorantreiben – nicht kopflos, sondern mit Mut, Vernunft und Augenmaß. Zu verlangen, die Chemie möge sich auf einen Schlag ihres „schmutzigen Erbes“ entledigen und sich auf schnellstmöglichem Wege als grüne Vorzeigebranche profilieren, wäre illusorisch, ja selbstmörderisch. Bei uns gibt es weder eine Bad Bank, noch einen Finanzmarktstabilisierungsfonds. Wir vertrauen auf unsere eigene Kraft der Erneuerung. Das Streben nach einer modernen, intelligenten und vor allem nachhaltigen Industriepolitik muss zum integralen Bestandteil unserer Langzeitstrategie werden, die Ökonomie und Ökologie effizient vereint. Ob Klimaschutz, Kostenkontrolle oder Restrukturierung – letztlich ist alles nur eine Frage der Chemie, die zwischen allen Beteiligten und allen Faktoren stimmen muss.
In diesem Sinne heiße ich Sie nochmals herzlich willkommen in einem neuen Jahr, das uns Anlass zum Optimismus gibt, und wünsche Ihnen die nötige Energie und den Tatendrang, um nicht nur dieses Jahr erfolgreich zu bestehen.
Ihr
Dr. Thomas Fischer
Dr. Thomas Fischer ist seit 2002 1. Vorsitzender des VAA.

Der VAA ist Mitglied im Deutschen Führungskräfteverband ULA und im Europäischen Führungsverband Chemie FECCIA. Der VAA betreibt die VAA Services GmbH und die VAA Assekuranz Agentur GmbH
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